Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit Jägerschaft Lingen bittet um Rücksicht für Wildtiere

Von pm

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Während der Brut- und Setzzeit gilt Anleinpflicht in Wäldern und in freier Landschaft. Symbolfoto: Christian GeersWährend der Brut- und Setzzeit gilt Anleinpflicht in Wäldern und in freier Landschaft. Symbolfoto: Christian Geers

Lingen. Die Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit der heimischen Wildtiere hat am 1. April begonnen. Die Jägerschaft Lingen bittet in einer Pressemitteilung daher, darauf Rücksicht zu nehmen.

Vom 1. April bis zum 15. Juli gilt die Anleinpflicht für Hunde im Wald und in der freien Landschaft. Hauskatzen sollten in der Zeit den eigenen Hof oder Garten möglichst nicht verlassen, heißt es in der Mitteilung der Jägerschaft. Keinesfalls dürften sie bei Nacht umherstreunen. Die Jägerschaft bittet alle Naturfreunde und Erholungssuchende in den kommenden Wochen um erhöhte Rücksichtnahme beim Spaziergang in der freien Natur und bei der Kontrolle ihrer Haustiere.

Besondere Gefahr durch freilaufende Vierbeiner

„Ob Rehkitz, Junghase oder Fasanenküken, die Natur gleicht im Frühjahr einer einzigen Kinderstube“, wird Jochen Roling, neuer Vorsitzender der Jägerschaft Lingen, zitiert. „Rücksichtnahme ist also dringend erforderlich.“ Von den freilaufenden Vierbeinern gehe in dieser Zeit eine besondere Gefahr aus, denn nicht nur die Jungtiere, auch die Elterntiere seien mitunter stark gefährdet. Hochträchtige Rehe seien beispielsweise bei weitem nicht mehr schnell genug, um vor stöbernden Hunden fliehen zu können.

Jungen werden aus Schutz allein gelassen

Für die Hundebesitzer gilt es beim Spazierengehen Einiges zu beachten, denn die tierische Nachwuchspflege unterscheidet sich häufig deutlich von der des Menschen: Zum Schutz der Jungen werden diese tagsüber vom Muttertier häufig allein gelassen. Rehkitze sind zum Beispiel in den ersten Wochen nahezu geruchlos. In Verbindung mit der angeborenen „Ducken-und-Tarnen-Strategie“ sind sie so für natürliche Fressfeinde fast unauffindbar. Die Ricke erscheint nur zum Säugen, in der Zwischenzeit hält sie größeren Abstand.

Nicht anfassen

Solch scheinbar verlassene Jungtiere sollten Spaziergänger auf keinen Fall anfassen. Das gilt auch für allein gelassene Jungvögel. Das Jungwild nimmt bei Kontakt sofort den Menschengeruch an. Das zurückkommende Muttertier wird durch diesen Fremdgeruch abgeschreckt – die Jungtiere werden so zu Waisen.

Indirekte Gefahr

Auch indirekt können Hund, Katze und Mensch den tierischen Nachwuchs gefährden: Nähern sie sich ihrem Gelege, verlässt zum Beispiel ihr Nest mit Eiern oder jungen Küken, um den Feind abzulenken. Rabenvögel wie Krähe oder Elster merken sich diese Stelle – die ungeschützten Gelege sind eine leichte Beute.

Verhaltensregeln für die Rücksichtnahme

„Auf den ausgewiesenen Wegen bleiben und unbedingt den Hund angeleint führen, sowie Zuhause die Katzen möglichst unter Kontrolle halten“, fasst Roling die wichtigsten Verhaltensregeln für die Rücksichtnahme gegenüber der Kinderstube in der freien Natur zusammen.

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