Markus Krebs im Lingener Theater Meister des deftigen Wortwitzes ohne Tiefgang

Von Peter Löning


Lingen. Als Meister vor allem des kurzen Witzes präsentierte sich Markus Krebs beim ersten seiner beiden Besuche im ausverkauften Theater an der Wilhelmshöhe. Dabei waren seine Fans schon in der ersten Aufwärmphase richtig gut drauf.

Die Figur des deftig wortwitzigen Thekennachbarn aus Duisburgs kultiger Kneipenwelt (genauer die „Schufa-Klausel“) war in Lingen sehr willkommen. Der „Hocker-Rocker“ bot hier einen Abend, der herzlich durchlachen ließ, über den man aber nicht lange nachdenken darf. Manch einer wird einen Muskelkater davon getragen haben.

Ohne Tiefgang

„Wie hieß die Frau – ich komm nicht drauf – die kenn‘ ich!“ Sonderlich intellektueller Tiefgang, Hintergründigkeit oder Ähnliches blieb ebenso vor der Tür wie Politik und Religion (das war versprochen). Hier ging es darum, einen schönen Abend lang unbekümmert und herzhaft lachen zu können. Und das genossen Krebs‘ Gäste sichtlich; er selbst auch. Dabei ist bei Markus Krebs der Weg selten lang zwischen Beginn und Pointe seiner Witze. In hoher Taktzahl schleudert er heraus, was direkt aus dem Mikrofon die Lachmuskeln befällt. Man kann sich dem nicht entziehen, es ist hochgradig ansteckend. Auch wenn er von ‚“Assis“ spricht im „Malle“-Urlaub (mit 24 Stunden Buffet am Automaten) oder im KIK-Outlet mit ihren hässlichen Kindern, die beim Verstecken spielen nicht gesucht werden.

Kumpelhafte Art

Dabei spielt es bald keine Rolle, ob mehr oder weniger originelle Wortspiele herniederprasseln („Schlamm drüber“) oder ob der Witz, wie man so schön sagt, bereits einen langen Bart trägt. Auch verträgt das Programm einige Sprünge in einer Geschichte, die es nicht wirklich gibt. Es ist seine handfeste und kumpelhafte Art sowie eine herzliche und auch authentische Ausstrahlung, die Markus Krebs, wie auch seine Gags liebenswert werden lassen. Mit etwas rauer Stimme.

Gags ohne Pause

„Darf ich das Kleid im Schaufenster probieren? – Ja, aber wir haben auch Kabinen!“ Einige seiner flotten Sprüche aus der Kategorie „den kann man auch mal auf der Arbeit erzählen“, hätte man sich gern für später gemerkt. In der hier dargebotenen Gag-Dichte aber schien das aussichtslos. „Ich nehme Margherita-Pizza mit alles“.

Ratgeber für Witze

Ein Highlight des Programms war sicherlich sein kleiner Ratgeber zu richtig und falsch erzählten Witzen. Der Brüller aber ist Krebs, der begonnene Sätze in unverständlichem Gebrabbel enden lässt. Urkomisch von der Idee und hochvirtuos die Präsentation. Schön auch sein Kampf mit vermeintlich schadhafter Tontechnik.

Tipps für das Publikum

Noch ein paar Tipps für das Publikum: „Die Zahnfee kommt im Alter wieder, genießen Sie die Zeit zwischen den Windeln.“ Auch ein Tipp für die nicht anwesende Jugend: „Alles was ihr lernen müsst, lernt ihr inne Kneipe. Lasst euch nicht sonne Scheiße erzählen.“

Wem dieser Abend nicht genügte, der hat eine zweite Chance am Samstag, denn da wiederholt Markus Krebs seinen Auftritt „Permanent panne“.