Besuch der Raffinerie Weil: Maßnahme der BP Bekenntnis zum Standort Lingen

Von Thomas Pertz


pe Lingen. Als „klares Bekenntnis zum Standort“ hat Ministerpräsident Stephan Weil die aktuellen Baumaßnahmen der BP-Raffinerie in Lingen bezeichnet. Der Regierungschef hatte am 4. April 2018 , das Unternehmen und auch die Baustelle an der Waldstraße besucht.

Bis Ende 2019 wird auf dem etwa sechs Hektar großen Gelände ein Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum entstehen, das künftig die Werkstätten, Werkfeuerwehr, das Labor, die Kantine sowie die Verwaltung der BP Lingen beherbergt. Weil äußerte sich im Gespräch mit unserer Redaktion beeindruckt von der Anlage, die jährlich rund fünf Millionen Tonnen Rohöl zu Kraftstoffen, Heizöl und chemischen Vorprodukten verarbeitet.

Der Ministerpräsident hatte die Raffinerie zuletzt im November 2015 besucht. Damals war unter anderem der Abbau von rund 100 Stellen im Werk ein Gesprächsthema. Hintergrund war die Entscheidung von BP Europa SE, an ihren Standorten in Deutschland einen sozialverträglichen Abbau von 580 Stellen durchzuführen, darunter die 100 Stellen in der Raffinerie in Lingen.

Power-to-Gas-Technologie

Inzwischen sind die Themen andere, was den Regierungschef bei seinem Besuch am Mittwoch gefreut haben dürfte. Bei dem Treffen mit Geschäftsführung und Betriebsrat ging es Angaben der Raffinerie zufolge auch um den Einsatz von „grünem Wasserstoff“ bei der Produktion von Kraftstoffen durch den Einsatz der sogenannten „Power-to-Gas“-Technologie. Bislang wird Wasserstoff, der in der Raffinerie unter anderem zur Entschwefelung von Dieselkraftstoff genutzt wird, aus fossilen Quellen produziert. Mittels der „Power-to-Gas“-Technologie kann aus erneuerbarer Energie erzeugter Strom genutzt werden, um Wasser durch Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff zu zerlegen. So produzierter erneuerbarer Wasserstoff könne dann in der Kraftsoff-Herstellung verwendet werden, teilte das Unternehmen mit. „Um für die Zukunft gut gerüstet zu sein, ist es wichtig, dass wir neben unserem Kerngeschäft heute schon in moderne und energieeffiziente Technologien investieren“, erklärte der Geschäftsführer der BP Lingen, Bernhard Niemeyer-Pilgrim. Derzeit werde die technische und wirtschaftliche Machbarkeit einer solchen Power-to-Gas-Anlage am BP Standort in Lingen geprüft.

Ein Thema war deshalb auch die nach Darstellung der Raffinerie „überfällige Anpassung“ rechtlicher Rahmenbedingungen, um eine solche Anlage wirtschaftlich betreiben zu können.

Bei der anschließenden Besichtigung der Baustelle an der Waldstraße konnte sich Weil vom Baufortschritt des Verwaltungs- und Dienstleistungszentrums überzeugen. Auf dem Gelände neben der Raffinerie entsteht derzeit ein hochmodernes Gebäude, das schon bald der Arbeitsplatz für rund 360 Mitarbeiter der Raffinerie werden wird. Der Regierungschef zeigte sich hiervon beeindruckt. Diese Investition sende ein sehr positives Signal für die Region und die Menschen hier vor Ort, so der Ministerpräsident.

„Ich bin ein Verfechter der erneuerbaren Energien, aber wir werden auf Jahrzehnte hinaus noch auf fossile Kraftstoffe angewiesen sein“, sagte Weil im Gespräch mit unserer Redaktion. Deren Verarbeitung müsse aber auf möglichst umweltschonende Art und Weise geschehen. „Da geht BP in Lingen voran mit ihrer ‚grünen‘ Raffinerie“, betonte der Ministerpräsident.

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