Infoabend der FDP Koop: Innenstadt von Lingen darf kein Heimatmuseum werden

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Robert Koop, Fraktionsvorsitzender der Bürgernahen und Oberbürgermeisterkandidat 2018 in Lingen. Foto: FotoArt FeldkerRobert Koop, Fraktionsvorsitzender der Bürgernahen und Oberbürgermeisterkandidat 2018 in Lingen. Foto: FotoArt Feldker

Lingen. Ein Gesamtkonzept für die Stadt Lingen hat Oberbürgermeisterkandidat Robert Koop gefordert. Der Fraktionsvorsitzende der Bürgernahen war am 3. April 2018 in die Räume des Seniorenvereins Gelingen gekommen, um seine politischen Vorstellungen zu erläutern.

Die Resonanz war groß. Rund 70 Bürger drängten sich in den Saal. Knapp 20 waren es vergangene Woche beim Besuch von Oberbürgermeister Dieter Krone gewesen. Neben der innerstädtischen Entwicklung kamen unter anderem Themen aus den Bereichen Wohnraum, Pflege und Verkehrsentwicklung zur Sprache.

Innenstadt darf kein Heimatmuseum werden

„Wir müssen aufpassen, dass die Innenstadt nicht zu einem Heimatmuseum wird, wo man ab und zu hingehen kann“, meinte Koop mit Blick auf die geplante oder schon vollzogene Ansiedlung von Verbrauchermärkten an der Peripherie. Zurzeit gebe es „harte Verhandlungen“ im Bereich der Georgstraße, wo der nächste Supermarkt „die Axt an die Innenstadt“ anlegen könnte. Auch die Planungen des Einrichtungshauses BvL an der Lindenstraße würden nicht ohne Auswirkungen auf die Innenstadt bleiben: „Ich bin davon überzeugt, dass es der Stadt nicht guttut, wenn die Lokomotive Innenstadt auf das Abstellgleis kommt.“ Die Politik der Mehrheitsfraktion, auch die des Oberbürgermeisters, sehe nur das einzelne Projekt, nicht aber die Auswirkung auf andere.

Koop: Brauchen AST und können es uns leisten

Koop sprach sich für einen verbesserten ÖPNV aus und meinte damit nicht nur den „Lili“-Bus, sondern auch das vor Jahren abgeschaffte Anrufsammeltaxi (AST). „Wir brauchen es wieder und können es uns auch leisten“, sagte der Kandidat. 

Digitalisierung ein Schwerpunkt

Ein Schwerpunkt bei der Modernisierung der Stadt muss nach seiner Auffassung die Digitalisierung bilden. Diese Entwicklung dürfe Lingen nicht verschlafen. Da dürfe es zum Beispiel auch keine „weißen Flecken“ geben, was schnelles Internet in der Stadt anbelange. Handlungsbedarf sah der Kandidat außerdem bei der Stadtverwaltung selbst. „Wir brauchen eine engagierte, schlanke Stadtverwaltung“, meinte der Fraktionsvorsitzende der Bürgernahen. Wie dies funktioniert, hat nach seinen Worten der frühere Oberstadtdirektor Karl-Heinz Vehring gezeigt. Da sei nicht jedes Mal bei einer neuen Aufgabe auch eine neue Stelle geschaffen worden. Es gehe darum, Aufgaben neu zuzuschneiden, wenn zum Beispiel Mitarbeiter ausscheiden.

Koop: CDU als Bremser beim Wohnungsbau

Was die Bereitstellung von günstigem Wohnraum anbelangt, kritisierte Koop, dass die Gründung einer Wohnungsbaugenossenschaft in Lingen viel zu lange gedauert habe. Hier ist seinen Worten zufolge die CDU der Bremser gewesen.

„Es gibt nicht von überall her solche Beschwerden“

Deutliche Kritik übte der Kandidat aber auch am Oberbürgermeister und dessen bisheriger Amtszeit seit 2010. „Reicht es aus, was Dieter Krone in dieser Zeit auf den Weg gebracht hat?“ Der Fraktionsvorsitzende der Bürgernahen verneinte es. Zum Thema Pflege und hier insbesondere zur Diskussion über das Alloheim in Reuschberge forderte Koop, dass dieses Thema „Chefsache“ für den Oberbürgermeister sein müsse. Diesen Eindruck habe er nach dem gemeinsamen Aktenstudium über das Alloheim mit Fraktionskollegin Sabine Stüting nicht gewonnen. Der 66-Jährige distanzierte sich auch von Krones Einschätzung, dass das Alloheim nicht besser und nicht schlechter sei als alle anderen auch. „Es gibt nicht von überall her solche Beschwerden“, sagte er mit Hinweis auf eine Auszubildende dort, die an einem Tag allein auf einer Station mit 25 Pflegebedürftigen gewesen sei.

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