Ein Bild von Thomas Pertz
03.04.2018, 17:44 Uhr

Hartnäckigkeit ist gefragt

Von Thomas Pertz


Uta van Roje, Vorsitzende des Lingener Weltladens und Sprecherin der Fairtrade-Steuerungsgruppe. Foto: Stadt LingenUta van Roje, Vorsitzende des Lingener Weltladens und Sprecherin der Fairtrade-Steuerungsgruppe. Foto: Stadt Lingen

Lingen. Ob der gut gemeinte Vorschlag einer Befreiung von der Kaffeesteuer für fair gehandelten Kaffee realisiert werden kann, bleibt abzuwarten, meint der Kommentator.

Der Vorschlag einer Befreiung von der Kaffeesteuer für fair gehandelten Kaffee hat Charme. Denn bei aller Wertschätzung für die Produzenten von fair gehandeltem Kaffee ist die Entscheidung darüber, ob er gekauft wird, oft eine Preisfrage. Die Moral spielt dann nur noch eine untergeordnete Rolle: Dass der in anderen Geschäften günstiger erworbene Kaffee häufig nur durch Kinderarbeit und Raubbau an der Natur billiger ins Verkaufsregal gelangt, stört beim Genuss nicht sonderlich.

Die Befreiung von der Kaffeesteuer würde deshalb mehr Kaufanreize schaffen und den Produzenten im globalen Süden höhere Absätze ermöglichen. Und mehr Wertschätzung für ihre Arbeit bedeuten.

Dies gilt auch für das Engagement der zumeist ehrenamtlichen Mitglieder in den Weltläden und anderen Fairtrade-Organisationen. Die unermüdliche Überzeugungsarbeit, die dort über viele Jahre hinweg geleistet wird, ist die Basis für den Verkauf der Waren.

Offen ist, ob der gut gemeinte Vorschlag von CSU-Politiker Müller denn auch tatsächlich eine Realisierungschance hat. Da ist Hartnäckigkeit am Kabinettstisch gefragt – eine Eigenschaft, für die Weltläden wie der in der Großen Straße in Lingen jede Menge Beispiele liefern können.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN