Mitglieder begrüßen Vorschlag Kaffee aus dem Lingener Weltladen von der Steuer befreit?

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Viele verschiedene Kaffeesorten haben Isabelle Caffier und Christopher Weller im Angebot. Weller macht zurzeit ein Praktikum im Weltladen. Foto: Thomas PertzViele verschiedene Kaffeesorten haben Isabelle Caffier und Christopher Weller im Angebot. Weller macht zurzeit ein Praktikum im Weltladen. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Ausdrücklich begrüßt haben die Mitglieder des Weltladens in Lingen den Vorschlag von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU), fair gehandelten Kaffee von der Kaffeesteuer zu befreien.

„Ich bin sehr dafür, weil der Vorschlag den Umsatz fördern und gleichzeitig eine Anerkennung der Arbeit darstellen würde“, sagte die Vorsitzende des Weltladens, Uta van Roje, am Montag auf Anfrage der Redaktion. Entwicklungsminister Müller hatte einen entsprechenden Vorschlag am Osterwochenende in der „Bild am Sonntag“ unterbreitet. „Das wäre ein deutlicher Preisanreiz, den der Finanzminister setzen kann“, zitiert das Blatt den CSU-Politiker. Der Fiskus nimmt dem Bericht zufolge jährlich rund eine Milliarde Euro mit der Kaffeesteuer ein. Sie beträgt 2,19 Euro pro Kilogramm Kaffee.

Kostendeckender Preis

Als „fair gehandelt“ gelten solche Produkte, bei denen den Produzenten ein bestimmter „Mindestpreis“ gezahlt wird. Er soll ihnen einen kostendeckenden Preis für ihre Waren garantieren. Fair-Trade-Organisationen versuchen außerdem, partnerschaftliche Beziehungen zwischen Erzeugern und Händlern aufzubauen.

Vorsitzende van Roje bezeichnete die verschiedenen fair gehandelten Kaffeesorten im Weltladen als „Vorzeigeprodukt“ im Geschäft an der Großen Straße. Dort befindet sich der Weltladen seit dem Herbst 2013. Die verkaufte Menge bezifferte sie auf rund 300 Kilo Kaffee im Jahr.

Auch größere Abnehmer von Kaffee

Neben den Privatkunden gibt es auch größere Abnehmer. Als Beispiel nennt sie das Baustoffzentrum Wessmann. Dort werde der „Ems-Kaffee“ aus dem Weltladen Kunden angeboten, sagte van Roje. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Nicaragua, Äthiopien und Indonesien – Kaffee aus drei Kontinenten. Auf der Verpackung glänzt das Alte Rathaus der Stadt Lingen.

Eine Geschenkidee

„Deshalb wird die Packung auch gerne weiterverschenkt“, erläuterte Isabelle Caffier. Sie ist eine von rund 25 ehrenamtlichen Kräften im Weltladen, die dort fair gehandelte Produkte verkaufen – längst nicht nur Kaffee, auch wenn es da vielfältige Geschmacksrichtungen und Herkunftsländer gibt. Eines gibt es dort nicht: Kaffeekapseln, weil die, so die Mitglieder, jede Menge Müll produzieren.

1000 Produkte im Weltladen

Vorsitzende van Roje schätzt die Zahl der fair gehandelten Waren, die im Weltladen angeboten werden, auf rund 1000. Neben Kaffee, Tee und anderen Lebensmitteln sind vom kleinen Schlüsselanhänger bis zum großen Einkaufskorb eine Vielzahl von Artikeln dabei. Außer der Stammkundschaft betreten nach ihren Angaben auch Bürger den Laden, die beim Blick ins Schaufenster neugierig geworden sind, was es dort so gibt. Neben den Produkten nämlich ebenfalls eine Vielzahl von Informationen über Lohn- und Arbeitsbedingungen in den Herkunftsländern, die zu verbessern sich der Weltladen auf seine Fahnen geschrieben hat. Deshalb wolle dieser auch seine Aufklärungs- und Bildungsarbeit weiter verstärken, betonte Vorsitzende van Roje.

Lingen ist „Fairtrade-Stadt“

Seit drei Jahren ist die Stadt Lingen übrigens „Fairtrade-Stadt“ und wirbt für entsprechend fair gehandelte und nachhaltige Produkte. In Deutschland gibt es rund 500 Fairtrade-Städte. Uta van Roje ist Sprecherin der Steuerungsgruppe in Lingen, die alle Aktivitäten rund um Fairtrade in der Stadt koordiniert.

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