Hubert Ull Ehrenvorsitzender Führungswechsel bei der Jägerschaft Lingen

Von Heinz Krüssel


Lingen. Die Jägerschaft Lingen hat einen Führungswechsel vollzogen. Bei der Mitgliederversammlung ist jetzt Jochen Roling aus Spelle einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt worden. Der bisherige Amtsinhaber Hubert Ull hatte auf eine weitere Kandidatur verzichtet und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Für seine Verdienste um Jagd, Umwelt und Natur wurde Norbert Reker aus Varenrode mit der DJV-Hegespange geehrt. Das „Goldene Rebhuhn“ wurde an Rudolf Kamprolf aus Holthausen überreicht, der sich beispielhaft um den Schutz des Wildes vor dem Mähtod eingesetzt habe.

Afrikanische Schweinepest

Große Sorgen bereitet den Landwirten ebenso wie den Jägern in der Region die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Aus diesem Grund hatte die Jägerschaft Kreisveterinär Dieter Brunklaus zu einem Vortrag eingeladen. Die Infektionskrankheit ASP bedrohe Haus- und Wildschweine gleichermaßen. Menschen könnten dagegen nicht infiziert werden. Es gebe derzeit noch keine wirksamen Impfstoffe. Die ASP habe sich in den vergangenen Jahren vom Osten her in Richtung Westen (Polen/Tschechien) ausgebreitet. Derzeit seien in 95 Prozent der Infektionen Wildschweine betroffen. Brunklaus machte die Gefahren für das Emsland deutlich. Hier würden empfängliche Wildschweinebestände rasant zunehmen, sodass eine Übertragung auf Hausschweine nicht auszuschließen sei. „Die wirtschaftlichen Folgen einer Infektion wären katastrophal“, so der Tiermediziner. Fachleute hätten den volkswirtschaftlichen Schaden für Deutschland mit rund 100 Milliarden Euro beziffert.

Rückgang beim Rehwild

Den Streckenbericht für das Jagdjahr 2017/2018 und die Hegeschau erläuterte Kreisjägermeister Heiner Hüsing. Das Damwild zeichne sich durch zahlreiche imposante Schaufler aus. Beim Rehwild sei ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen; das gelte auch für das Fallwild durch den Straßenverkehr. Die Schwarzwildabschüsse hätten sich leicht erhöht. Angesichts der Afrikanischen Schweinepest (ASP) müsse aber noch wesentlich intensiver in die Bestände eingegriffen werden. Rückläufig seien die Zahlen bei den Füchsen ebenso wie bei Hasen und Kaninchen. Auf die Bejagung der Rebhühner werde nach wie vor verzichtet. Die Fasanenbesätze seien weiterhin rückläufig.

Jagdsteuer

In seinem letzten Tätigkeitsbericht wies Hubert Ull besonders auf die Abschaffung der Jagdsteuer im Landkreis Emsland hin. Zahlreiche Gespräche seien dazu im Vorfeld mit den Verantwortlichen des Landkreises erforderlich gewesen. Josef Schröer, Vizepräsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, informierte über aktuelle jagdliche Themen, insbesondere zur Jagdgesetzgebung auf Bundes- und Landesebene.

Grußworte

Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone dankte den Jägern für das Engagement zum Wohle von Natur und Umwelt. Er betonte, dass es darum gehe, die Lebensgrundlagen des Wildes zu erhalten. Hegerische und naturschützende Maßnahmen sollen auch weiterhin zu den Schwerpunkten der Jagd gehören, forderte der CDU-Landtagsabgeordnete Christian Fühner, der auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Politik und Verwaltung hinwies. Für Dezernent Marc-André Burgdorf ist die Jagd nicht nur Hobby, sondern auch eine Frage der Lebenseinstellung. Rund 5000 Jägerinnen und Jäger leisteten im Emsland wertvolle Arbeit.


Streckenbericht

Rehwild Böcke 827 (927) (in Klammern die Zahlen des Vorjahres 2016/2017); Rehwild Ricken 832 (958); Schwarzwild 178 (127); Feldhasen 1653 (1703); Wildkaninchen 1048 (1460); Füchse 710 (937); Steinmarder 324 (284); Baummarder 121 (77); Iltisse 194 (191); Dachse 55 (58); Marderhunde 3 (7); Nutrias 2015 (2002); Waschbären 3 (2); Fasane 2083 (2649); Ringeltauben regulär 5754 (4679); Graugänse 170 (144); Nilgänse 38 (143); Stockenten 2175 (3182); Rabenkrähen 3069 (2565); Elstern 786 (689).