Ende dieses Monats Hussein Mossa schließt seinen „Basar Said“ in Lingen

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Fast 30 Jahre lang hat Hussein Mossa das Lederwarengeschäft am Markt geführt. Ende April schließt er. Rechts im Bild Ehefrau Christiane Mossa. Foto: Thomas PertzFast 30 Jahre lang hat Hussein Mossa das Lederwarengeschäft am Markt geführt. Ende April schließt er. Rechts im Bild Ehefrau Christiane Mossa. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Irgendwie gehört er zum Lingener Marktplatz wie das Glockenspiel zum Alten Rathaus: Hussein Mossa und sein Lederwarengeschäft „Basar Said“. Dass er sein Geschäft zum Ende des Monats schließt, fällt dem 61-jährigen gebürtigen Ägypter deshalb nicht leicht – im Gegenteil.

„Ich mag Lingen sehr“, erzählt er. Hier habe er seine Frau Christiane kennengelernt. Die Stadt gefalle ihm einfach, deshalb wolle er hier auch nicht weg. Auch wenn der Ägypter das Geschäft an der Ecke des Marktes schließt, bleibt er doch in der Innenstadt. Mossa wird künftig als Angestellter im Medina-Markt in der Bauerntanzstraße nur wenige Meter weit entfernt arbeiten. „Meine Gürtel nehme ich auch dorthin mit“, verweist er auf die Stände im Geschäft und draußen vor der Tür – und lacht nun auch wieder.

Zuvor hat er ziemlich mit der Fassung gerungen, als er von der fast 30-jährigen Geschichte von „Basar Said“ erzählt, die auch seine persönliche Geschichte ist. Am 1. April 1989 hatte Mossa das Geschäft eröffnet. Er war der zweite Mieter an diesem Standort nach Fertigstellung des Baukomplexes auf dem Marktplatz. In Lingen wohnt er seit 1983. Mossa hatte zuvor einen Stand mit Lederwaren und Modeschmuck vor dem Kaufhaus Brackmann und anschließend in einem kleinen Geschäft in der Lookenstraße. Bis sich dann die Möglichkeit ergab, den Geschäftsraum am Markt anzumieten.

Nicht nur Lederwaren verkaufte er dort, auch Textilien wie Jeans und anderes mehr.

Was es kostenlos bei ihm gab und bis Ende April auch noch gibt, ist Zeit für ein Gespräch oder zum Zuhören. Er möge einfach den Kontakt mit den Kunden, erzählt Mossa. Im Laufe der Jahre habe er viele Erwachsene in seinem Laden getroffen, die er schon bedient habe, als diese noch Kinder gewesen seien. Bei denen, die ihn kennen, ist deshalb auch das Bedauern über das bevorstehende Ende des Geschäftes groß.

„Ich möchte mich bei allen meinen Kunden bedanken“, betont der Geschäftsmann. Einen neuen Mieter hat er bereits gefunden, ohne aber mehr zu verraten. „Mit unserem Vermieter haben wir uns immer sehr gut verstanden, sagt Mossa. Er sei inzwischen 61 Jahre und wolle auch etwas mehr Zeit für seine Frau und seine Familie haben, erklärt er. Viel Zeit, um in Urlaub zu fahren, sei in den letzten Jahren nicht gewesen.

Ein Kunde betritt das Geschäft - oder ist es ein Bekannter? Oder beides? Es scheint, dass der Händler alle und jeden in der Innenstadt kennt. In den wärmeren Monaten des Jahres, wenn der Marktplatz vor seinem Geschäft belebter ist als in diesen Tagen, ist er auch Gesprächspartner für junge Geflüchtete. Mossa kann ihnen einen Rat geben aus der Sicht eines Ausländers, der bereits in großem Maße „Inländer“ geworden ist.

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