Start am 2. April 1968 Ulla Arens ist seit 50 Jahren bei Juwelier Neuhaus in Lingen

Meine Nachrichten

Um das Thema Lingen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Lingen. Bernhard Neuhaus kann sich noch gut daran erinnern, wie Agnes Kaß vor 50 Jahren in seinem Uhren- und Schmuckgeschäft am Markt in Lingen vor ihm stand, die 15-jährige Ulla neben sich. „Ich wollte dir meine Tochter in die Lehre bringen“, äußerte sich Mutter Kaß ziemlich direkt.

Der inzwischen 85-jährige frühere Lingener Oberbürgermeister schmunzelt bei der Wiedergabe des Satzes, der nicht ohne Folgen für sein Geschäft bleiben sollte.

Am 2. April ist die 65-jährige Ulla Arens, wie der junge Azubi von einst inzwischen heißt, seit 50 Jahren in dem Familienunternehmen beschäftigt – ein glänzender beruflicher Erfolg und deshalb ganz passend zu dem Glanz, den das Uhren- und Schmuckgeschäft ohnehin versprüht.

Ihr eigentlicher Berufswunsch sei Kinderkrankenschwester gewesen, erzählt Ulla Arens. Doch eine Voraussetzung dafür war in den 60er-Jahren das vollendete 18. Lebensjahr. Diese Zeit habe sie dann mit einer Lehre zur Einzelhandelskauffrau überbrücken wollen. Aus diesem „Überbrücken“ sind im Geschäft am Markt nun 50 Jahre geworden.

Ein „Lingener Kind“

Sehr zur Freude auch von Stefanie Neuhaus-Richter, die das jetzt bereits 90 Jahre alte Familienunternehmen in der dritten Generation führt. „Was Ulla Arens ausmacht, ist ihre Begeisterungsfähigkeit für Neues“, beschreibt sie die langjährige Mitarbeiterin. Die sei ein „Lingener Kind“, das viele Bürger in der Stadt kenne. Oft genug würden Kunden den Kopf zur Tür reinstecken und speziell nach Ulla Arens Ausschau halten – oder gleich telefonisch einen Termin mit ihr vereinbaren.

Sehr schöne Dinge sind es, die die 65-Jährige in ihrer Arbeitswelt bei Neuhaus umgeben, Ringe, Halsketten, Uhren. Es mache ihr einfach viel Freude, Kundinnen und Kunden dafür zu begeistern und zu beraten, erzählt sie. Dabei ist nicht nur viel Fach- sondern auch Menschenkenntnis gefordert. Ob sie auch mal „schwierige“ Kunden habe? Das Wort „schwierig“ lächelt Ulla Arens einfach weg. Unsichere Kunden gebe es schon mal. Die nimmt sie dann quasi an die Hand – und verabschiedet sich oft genug mit Handschlag von ihnen.

Viele Veränderungen

Im Laufe der Jahrzehnte hat Ulla Arens nicht nur viele Veränderungen rings um das Geschäft Neuhaus wahrgenommen – vom großen Autoparkplatz auf dem Markt bis zum heutigen „Gesicht“ der „guten Stube“ Lingens. Verändert haben sich auch die Wünsche derer, die das Geschäft betreten. „Früher wurde sich mehr in den Geschäften informiert, heute oft genug bereits vorher im Internet“, berichtet Chefin Stefanie Neuhaus-Richter. Manche Kunden kommen deshalb bereits mit ganz konkreten Vorstellungen – bis hin zu einem Foto auf dem Handy - herein. „Trauringe können bereits am Computer individuell konfiguriert werden“, berichtet Ulla Arens. Sie weiß, wovon sie spricht, hat sie sich doch im Laufe der Zeit auch den Umgang mit dem PC als Beratungsmöglichkeit angeeignet.

Das alte Gehaltsbuch liegt auf dem Tisch. Fein säuberlich hat dort Bernhard Neuhaus 1968 das erste Lehrgehalt von Ulla Arens eingetragen: 100 DM. 3,80 DM wurden abgezogen – als Beitrag für die Krankenkasse. „Ein Drittel musste ich an die Eltern abgeben“, erinnert sich die 65-Jährige noch gut an die Höhe des Kostgeldes. Keinen einzigen Tag habe sie ihre Berufsentscheidung bereut, betont Arens. Die Zusammenarbeit und die gute Atmosphäre im Team bereite ihr ebenfalls viel Freude.

Daran wird sich auch künftig nichts ändern. Ulla Arens möchte zwar ab Herbst ihre Arbeitsstunden etwas reduzieren, aber gerne weiter im Geschäft aktiv sein. Stefanie Neuhaus-Richter und ihr Team freuen sich darüber und wollen am Mittwochvormittag bei einem kleinen Empfang im Geschäft mit Familie, Freunden und Kunden von Ulla Arens mit einem Glas Sekt darauf anstoßen.

Mehr aus Lingen lesen Sie in unserem Ortsportal.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN