In Schepsdorf SPD: Beim Brückenneubau in Lingen Hochwasserschutz berücksichtigen

Die Emsbrücke in Lingen-Schepsdorf muss erneuert werden. Foto: Wilfried RoggendorfDie Emsbrücke in Lingen-Schepsdorf muss erneuert werden. Foto: Wilfried Roggendorf

pm/pe Lingen. Der geplante Brückenneubau in Schepsdorf darf den Hochwasserschutz nicht aushöhlen. Dies haben die beiden Ortsratsmitglieder Bernhard Bendick und Stefan Wilken in einer Mitteilung unterstrichen. Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage der Redaktion mitteilte, werde das Thema Hochwasser in jedem Fall berücksichtigt.

Die Erneuerung der Emsbrücke in Schepsdorf stelle nicht nur ein Problem für den Verkehr dar, sondern habe auch Auswirkungen auf den Hochwasserschutz, so die SPD in der Mitteilung. Dabei sei die SPD davon ausgegangen, dass das Thema Hochwasserschutz mit dem Abschluss der Maßnahmen abgeschlossen sei. Der mitten im Flussbett der Ems stehende Brückenpfeiler sei bei allen Gesprächen im Ortsrat über den Hochwasserschutz in Schepsdorf als Nadelöhr von den Fachleuten beschrieben worden, erläuterten die Sozialdemokraten.

Da der Neubau der Brücke nicht in Frage gekommen sei, seien im Bereich der Brücke besondere Hochwasserschutzmaßnahmen durchgeführt worden. So wurden nach Angaben der SPD neben der Erhöhung der Deiche Flutmulden gebaut, die Ems an der Brücke verbreitert und eine Flussbettvertiefung vorgenommen. „All diese Maßnahmen hätte man sich ersparen können, wenn uns bereits damals die Fakten über den Zustand der Brücke bekannt gewesen wären“, stellten die SPD-Ortsratsmitglieder fest. Die neue Brücke dürfe auf keinen Fall einen Brückenpfeiler mitten in der Ems mehr haben.

Stadt: Schäden erst jetzt erkennbar

Die Stadtverwaltung verweist darauf, dass bereits 2007 und 2008 im Zuge der Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz in Lingen zwei Flutmulden direkt an der Ems ausgegraben, die Emssohle vertieft und auf circa 13.000 Quadratmeter Steinschüttung und Geotextfilter eingebracht worden seien. Zu diesem Zeitpunkt sei die Brücke noch ohne Korrosionsschäden gewesen. Erst jetzt – zehn Jahre später – sei bei einer Überprüfung festgestellt worden, dass die Stahldrähte ankorrodiert seien und die Brücke somit erneuert werden müsse. Der Brückenentwurf für den Neubau werde derzeit erarbeitet, heißt es vonseiten der Stadt. Das Thema Hochwasser werde aber in jedem Fall berücksichtigt.

Die Schepsdorfer Brücke ist nicht nur der einzige Verbindungsweg der Schepsdorfer von und in die Innenstadt von Lingen, sondern sie dient als Zubringer für die Berufspendler und für die Emsland-Arena. Eine Behelfsbrücke müsse, so die SPD, für ein Verkehrsaufkommen von mehreren tausend Autos pro Tag gerüstet sein. Die SPD-Ortsratsmitglieder fragen sich aber auch, ob sich durch den Neubau der Brücke die Verkehrsberuhigungsmaßnahmen auf der Nordhorner Straße, die in 2019 durchgeführt werden sollen und für die 200.000 Euro im städtischen Haushalt stehen, verzögern. Diese Sorge ist unbegründet, geht aus der Stellungnahme der Verwaltung hervor. Darin heißt es: „Unabhängig von dem Neubau der Brücke werden die Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung auf der Nordhorner Straße wie geplant durchgeführt. Dafür sind in diesem und im nächsten Jahr jeweils 100.000 Euro im städtischen Haushalt eingestellt.“

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