Mint-Projekt Mädchen in Lingen löten, fräsen und lackieren

Über das Mint-Projekt informierten sich die unterstützenden Institutionen bei einem Rundgang während der Projektwoche. 70 Schülerinnen nahmen daran teil. Foto: WirtschaftsverbandÜber das Mint-Projekt informierten sich die unterstützenden Institutionen bei einem Rundgang während der Projektwoche. 70 Schülerinnen nahmen daran teil. Foto: Wirtschaftsverband

Lingen. Rund 70 Mädchen der Klassen 7 der Gesamtschule Emsland, der Friedensschule Lingen und des Schulzentrums Lohne haben beim Mint-Projekt (Mädchen in Technik) in den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Lingen einen Einblick in die praktische Ausbildung in gewerblich-technischen Berufen bekommen.

Die Koordination der Mint-Praxistage erfolgte einer Mitteilung zufolge durch Studiendirektorin Anja Windus, tätig für die Leitstelle Region des Lernens. Vorbereitet wurden die Schülerinnen von den Mint-Koordinatoren der teilnehmenden Schulen. So standen den Mädchen an drei Projekttagen gleich sechs Techniksparten zur Auswahl. Gefördert wird das Mint-Projekt mit Mitteln aus dem Regionalen Bildungsfonds der Bildungsregion Emsland, durch die Agentur für Arbeit Nordhorn und den Wirtschaftsverband Emsland.

Bei einem Rundgang informierten sich die Förderer, der Erste Kreisrat Martin Gerenkamp, die Vorsitzende des Wirtschaftsverbandes Emsland, Maria Borgmann, Projektleiterin Mechtild Weßling sowie Michael Jacob und Angelika Laupenmühlen von der Agentur für Arbeit Nordhorn, Christoph Exeler, Leiter des Fachbereichs Bildung im Landkreis Emsland und Jörg Vollbrecht von der Bildungsregion Emsland, über das Projekt.

Elektronisches Geschicklichkeitsspiel

Im Bereich Elektrotechnik bestand für die Mädchen die Aufgabe darin, ein elektronisches Geschicklichkeitsspiel zu bauen. Hier mussten ein geschlossener Stromkreis hergestellt und Platinen verlötet werden. Mit einer Öse mussten die Mädchen dem elektrisierten Draht ohne Berührung folgen, andernfalls ertönt ein akustisches Signal. Im Fach Bautechnik erstellten die Schülerinnen in Eigenregie ein Vogelhäuschen. „Hier müssen die Bauteile bearbeitet, montiert und lackiert werden“, gab Hans-Peter Stein, Lehrer für Fachpraxis Bautechnik, die Aufgabe vor. Schülerin Nicoletta von der Friedensschule kann sich eine zukünftige Arbeit in dieser Richtung vorstellen: „Es macht Spaß, mit Holz zu arbeiten und zu sehen, wie etwas fertig wird.“

Vielseitige Berufsbilder

Die Arbeit mit einer CNC-gestützten Fräsmaschine sowie Lackier- und Holzarbeiten erlernten die Schülerinnen bei der Herstellung eines Mensch-ärgere-Dich-nicht Brettspiels. Im Fachbereich Metalltechnik durften die Mädchen Metallteile einer Uhr bearbeiten und zusammensetzten. Das Auseinander- und Zusammenschrauben eines Fahrrades sowie das Auswechseln des Reifenschlauchs waren Aufgaben, welche die Schülerinnen im Bereich Fahrzeugtechnik meisterten. Die Herstellung von Seife, Lippenbalsam, Wunderkerzen und Kleber mit Gummibärengeschmack lernten die Mint-Mädchen im Fachbereich Chemietechnik.

Borgmann freute sich über die große Bereitschaft der Schülerinnen, sich über die „klassischen“ Männerberufe zu informieren. „Das Mint-Projekt ist ein wichtiger Baustein zur Deckung des zukünftigen Fachkräftebedarfs“, lobte Gerenkamp und war sich mit dieser Einschätzung mit allen Projektpartnern einig.

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