Interessante Ausstellungseröffnung Der Apfel im Fokus der Lingener Kunsthalle

Von Peter Löning

Die kulturelle Bedeutung des Apfels stand im Mittelpunkt der Ausstellungseröffnung. Auf dem Foto von links: Stadtkämmerin Monika Schwegmann, Tabea Golgath von der Stiftung Niedersachsen, Direktorin der Kunsthalle Lingen Meike Behm, Antje Majewski, Künstlerin und „Hobby-Pomologin“, Peter Leuschner, Erster Vorsitzender des Lingener Kunstvereins sowie Oberbürgermeister Dieter Krone. Foto: Peter LöningDie kulturelle Bedeutung des Apfels stand im Mittelpunkt der Ausstellungseröffnung. Auf dem Foto von links: Stadtkämmerin Monika Schwegmann, Tabea Golgath von der Stiftung Niedersachsen, Direktorin der Kunsthalle Lingen Meike Behm, Antje Majewski, Künstlerin und „Hobby-Pomologin“, Peter Leuschner, Erster Vorsitzender des Lingener Kunstvereins sowie Oberbürgermeister Dieter Krone. Foto: Peter Löning

Lingen. Alles is(s)t gerade Apfel in der Lingener Kunsthalle. Am vergangenen Freitag wurde dort die aktuelle Ausstellung eröffnet und sie trägt den so rätselhaften wie vielsagenden Titel: „Der Apfel“.

Die Direktorin der Kunsthalle Lingen, Meike Behm, sprach in ihrer aufschlussreichen Einleitung von einem politisch-ökologischen Projekt. Die Künstlerin Antje Majewski, sie bekam 1998 den Lingener Kunstpreis zugesprochen, ist inzwischen Professorin für freie Kunst in Kiel. Sie hat in Lingen eine Ausstellung inszeniert mit Werken recht unterschiedlicher Künstler, bei denen sich alles um den Apfel dreht.

Getrocknete Äpfel

So liegt in großem Ausmaß eine komplexe symmetrische Figur aus ‚echten‘ Äpfeln am Boden. In Vitrinen-Tischen findet man getrocknete Äpfel in unterschiedlichsten Formen, die großenteils ausgesprochen filigrane und kunstvolle Verzierungen tragen. Einige dieser Äpfel, so heißt es, seien aber gar nicht echt, sondern am 3-D-Drucker produziert worden.

Anregende Fotos

Der Künstler ist hier Paweł Freisler. Sehr anregende Fotos eben dieser Exponate, erstellt von Piotr Zyycieski, schimmern in großem Maßstab vor einem aufgehängten Monitor. Ausgestellt werden Apfelsaftflaschen des Künstlers Jimmie Durham. Eine Reihe von gemalten Porträts verschiedenster Apfelsorten, darunter historische Sorten, wie auch die ersten genmanipulierten Erzeugnisse.

Selbstbewusstsein

Ein riesig vergrößerter, quer durchgeschnittener Apfel prangt vor blauem Hintergrund. Und „Ewa mit dem Apfel“ zeigt in Nachahmung des biblischen Motivs die polnische quer-feministische Philosophin Ewa Majewski nackt, einen Apfel in der Hand und mit beinahe provokantem Selbstbewusstsein im Blick. Einige Videoarbeiten mit Reportagen rund um den Apfel sind zu sehen, wie auch einige Apfelbilder aus dem „Atlelier Farbenfroh“ einer Kooperation von Kunstschule und Christophoruswerk. Aber auch eine Leseecke mit Büchern zum Apfel ist hier eingerichtet, sowie eine Fotodokumentation der dieser Ausstellung vorausgegangenen Apfelbaum-Pflanzaktion, bei der so manche alte Apfelsorte mittels Paten seine Wurzeln in Lingener Böden versenken konnte.

Symbolische Bedeutung

Genau hier setzt das Lob an von der Gastrednerin Tabea Golgath von der Stiftung Niedersachsen. Sie unterstreicht bei diesem Projekt das Spartenübergreifende, das bis zu den Apfelbauern und Gartencentern hier verschiedene Kräfte einbeziehe, „Kunst und Kultur ist Teil unseres Lebens.“Die ewig auch symbolische Bedeutung des Apfels, der sich als Objekt auch in der ganzen Kunstgeschichte wiederfindet, betont auch der erste Vorsitzende, Peter Leuschner. Oberbürgermeister Dieter Krone nennt es ein sinnlich wie schmackhaftes Objekt und mahnt an die Biodiversität, welche in der Ausstellung immer wieder thematisiert wird. „Das Projekt vereint Kunst und Kultur mit Artenpflege“.