Lässiger Gang auf die Bühne Ein Abend voller „Amore“ mit Wanda in Lingener Arena

Von Jessica Lehbrink

Ein Rock-Export aus Österreich gab sich am Freitagabend in der Lingener Arena die Ehre: Wanda, die Band rund um Sänger Marco, gab ein Konzert im Rahmen ihrer „Niente-Tour“. Foto: Jessica LehbrinkEin Rock-Export aus Österreich gab sich am Freitagabend in der Lingener Arena die Ehre: Wanda, die Band rund um Sänger Marco, gab ein Konzert im Rahmen ihrer „Niente-Tour“. Foto: Jessica Lehbrink

Lingen. Zwar lautet ihr aktuelles Album und somit auch der Name der derzeitigen Tour „Niente“ – zu Deutsch „nichts“. Jedoch hatten die fünf Österreicher von Wanda in Lingen eine Menge zu bieten. Am Freitagabend spielte die Band in der Emslandarena vor rund 1500 Besuchern.

Der Vorhang, auf dem in weißer Schrift groß „Amore“ stand, ließ es erahnen: Wanda hat Liebe im Gepäck. Unter großem Applaus fiel der schwarze Stoff zu Boden. Wohl kaum so lässig hat bislang eine Band den Gang auf die Bühne der Arena bestritten. Während die Zigarette unter anderem noch zwischen den Fingern von Sänger Marco glühte, legten Drums, Bass und Gitarre los. Mit „Amore meine Stadt“ schmetterten sie den ersten Song des Abends.

„Rüstige Rampensau„

Worte brauchte es bis zum vierten Lied nicht, denn die Musik sprach für sich – ebenso wie die Stimmung der Fans, die entweder klatschten und sangen, die Lücken nutzten, um ausgiebig zu tanzen oder auch beides zur gleichen Zeit taten. Schwer erklärbar ist die Aura, die Wanda umgibt. Es ist eine Mischung aus sympathischer Arroganz, Authentizität und dem absoluten Ausleben des Rockstar-Daseins, war die Bühne doch in vielen Ecken gespickt mit der ein oder anderen Flasche Bier. „Der Sänger ist schon eine rüstige Rampensau“, meinte Besucherin Anna aus Neuenhaus.

Rocker kennen keinen Schmerz

Damit hatte sie vollkommen Recht, denn trotz eines malträtierten und einbandagierten Armes ließ Marco nicht davon ab, die Bühne zu rocken, so wie er es bereits im Interview mit unserer Redaktion angekündigt hatte. „Wir werden um Leben Tod und spielen, so wie immer. Dafür sind wir – kann man schon sagen – mittlerweile berühmt berüchtigt“, sagte der Frontmann circa zwei Wochen zuvor.

Um 22.20 Uhr ergriff die Band noch einmal die Ekstase und Marco machte sich durch ein lautes „Hey“ noch bemerkbar. Die ebenso laute Antwort kam durch Klatschen und Zurufe der Besucher direkt zurück. Kurzzeitig griff der Sänger sogar zur Gitarre, packte diese aber schnell wieder beiseite. „Eigentlich kann ich gar nicht spielen. Es tut scheiße weh.“

„Es ist schön bei dir“

Mit „1,2,3,4“ legten die Österreicher noch einmal richtig los – und das Publikum machte mit. „1,2,3,4 – es ist so schön bei dir“, sangen sie immer wieder im Chor. Ein Satz, den das Lingener Publikum auch auf sich beziehen kann, denn Wanda hatte sichtlich Spaß mit den 1500 Gästen und verließ die Bühne auch nicht ohne eine Zugabe, nach der auch lautstark gefordert wurde. Es war halt ein Abend voller „Amore“.

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