79-Jährige verabschiedet Margot Reich hat der Alten Backstube in Lingen viel gegeben

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Lingen. Einen rührenden Abschied haben am Freitag zahlreiche Gäste der „Alten Backstube“ in Lingen Margot Reich bereitet. Die 79-Jährige, die seit fast 30 Jahren in der Einrichtung der Diakonie ehrenamtlich gearbeitet hat, ist nun in den Ruhestand getreten.

Im Jahr 1988 hatte die Diakonie Emsland-Bentheim die Räumlichkeiten in einer ehemaligen Bäckerei in der Baccumer Straße eröffnet. Ziel war es, einen alkoholfreien Treff mit Gesprächs- und Beratungsangeboten zu schaffen, fachlich angebunden an die Geschäftsstelle der Diakonie in der Bögenstraße. Bereits 1990 kam Margot Reich dazu - und blieb. Für dieses langjährige Engagement drückten ihr am Freitag viele Bürger Dank und Anerkennung mit guten Worten und schönen Geschenken aus.

„Margot Reich hat die Alte Backstube geprägt“, würdigte die Geschäftsführerin der Diakonie, Dorothea Währisch-Purz, den Einsatz der Seniorin über einen so langen Zeitraum hinweg. Ein Engagement, das seinen Ausdruck nicht nur im Belegen ungezählter Brötchen, im Kuchen- und Plätzchenbacken und der Zubereitung von Mittagessen in der Backstube fand. „Sie haben darüber hinaus ganz andere wichtige Dinge getan: Sie haben den Besuchern zugehört, haben sie getröstet, auch einmal aufgerüttelt und an die Beratungsstelle des Diakonischen Werkes vermittelt“, betonte Währisch-Purz. Mit Margot Reich gehe eine Ära in der Alten Backstube zu Ende. Die Geschäftsführerin sprach ihr den Dank der Diakonie aus, verbunden mit einem Blumenstrauß und einem Gutschein.

„Es gibt Menschen, die sind einfach da“

„Es gibt Menschen, die sind einfach da, ohne Wenn und Aber“, beschrieb Lingens Sozialdezernentin Monika Schwegmann die Rentnerin. Welche Lücke Menschen wie Margot Reich hinterlassen, wird den Worten von Schwegmann zufolge oftmals erst dann klar, wenn sie nicht mehr in ihrem Wirkungskreis wie der Alten Backstube aktiv seien. „Die Alte Backstube und Sie gehörten über viele Jahre zusammen wie das Mehl zum Teig“, schmunzelte Schwegmann. Auch sie sprach im Namen von Rat und Verwaltung ihren Dank aus für deren ehrenamtlichen Arbeit – auch in schwerer Zeit. Damit spielte die Dezernentin auf die Jahre 2015/2016 an, als die Schließung der Alten Backstube im Raum stand. Konzeptionelle Veränderungen führten zu kontroversen Diskussionen, auch zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen der Diakonie und der Alten Backstube. Schwegmann wünschte Reich alles Beste – und weitere Zeit in der Einrichtung, dann aber als Gast.

In weiteren Grußworten von Vertretern der Kirchengemeinden und des Ökumenischen Friedensgebetes wurde die große Wertschätzung deutlich, die Margot Reich bei den Gästen der Alten Backstube genießt. Ihr sei immer der Blick auf die Menschen wichtig gewesen, hieß es. „Ich bin hier aufgefangen worden“, berichtete eine Frau unter Tränen über eine schwierige Lebensphase.

Im Namen der Ehrenamtlichen, die weiter in der Alten Backstube aktiv bleiben, dankte Elke Bühner der ausscheidenden Kollegin. „Sie haben uns sehr viel gegeben“, sagte Michael Lökes im Namen der regelmäßigen Besucher der Alten Backstube.

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