„Dicke Bretter bohren“ Dehoga-Kreisverband Lingen fordert bessere Bedingungen

Von pm

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Bei der Mitgliederversammlung des DEHOGA-Kreisverbands Lingen im Gasthaus Sperver in Bawinkel wurde positiv in de Zukunft geblickt. Gleichzeitig wurden Arbeitsbedingungen im Gastro-Gewerbe kritisiert. Foto: HilkmannBei der Mitgliederversammlung des DEHOGA-Kreisverbands Lingen im Gasthaus Sperver in Bawinkel wurde positiv in de Zukunft geblickt. Gleichzeitig wurden Arbeitsbedingungen im Gastro-Gewerbe kritisiert. Foto: Hilkmann

Lingen. Auf ein erfolgreiches Jahr kann der DEHOGA-Kreisverband Lingen nach eigenen Angaben zurückblicken. „Wir sind für die Zukunft gut aufgestellt“, betonte der Kreisvorsitzende Heinrich Neerschulte bei der jüngsten Mitgliederversammlung im Gasthaus Sperver in Bawinkel.

Ein Höhepunkt, so Neerschulte, sei der mit mehr als 150 Gästen besuchte Wirteball gewesen. Mit Blick auf die Nachwuchsgewinnung sei auch die Teilnahme an den Berufsausbildungstagen in Lingen und Spelle wichtig gewesen. Die Gastro-Branche müsse schon in den Schulen positiv auf sich aufmerksam machen, um auch künftig genügend Fachkräfte gewinnen zu können, führte der Kreisvorsitzende weiter.

Gutes finanzielles Polster

Lob für das vorbildliche Teamwork gab es von dem Bezirksvorsitzenden des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, Hans Klute. Der aktuell rund 80 Mitglieder strake Kreisverband Lingen zähle mit seiner stabilen Entwicklung zu den Leistungsträgern des Berufsverbands. Besonders erfreulich sei dank soliden Wirtschaftens das finanzielle Polster, mit dem der Kreisverband auch 2018 etwas für seine Mitglieder tun möchte. Klute empfahl dem Vorstand, hier vor allem an die Auszubildenden und jungen Fachkräfte zu denken.

„Wer fleißig ist, wird bestraft“

Als problematisch nannte Klute neben der neu eingeführten Dokumentationspflicht und dem Fachkräftemangel vor allem die Arbeitszeitbestimmungen. Die dort geltenden Regelungen seien zugleich realitätsfern und schädlich für die Betriebe. So sind insbesondere Abendveranstaltungen mit dem verfügbaren Personal vielfach einfach nicht mehr durchführbar. Viele Arbeitnehmer, die sich mit einigen Überstunden etwas dazu verdienen möchten, werden vom Gesetzgeber daran gehindert, berichtete Klute. „Wer fleißig ist, wird bestraft. Das kann nicht richtig sein“.

Lösungen finden

Der Berufsverband DEHOGA werde auf allen Ebenen versuchen, verträglichere Lösungen zu finden. Dass der Einsatz durchaus erfolgreich sein kann, habe zum Beispiel die vor einigen Jahren erreichte Senkung der Mehrwertsteuer für Übernachtungen von 19 auf sieben Prozent gezeigt. Das Gleiche müsse nun auch für den Restaurantbereich erreicht werden. Ob das mit der neuen Bundesregierung gehen wird, werde die Zukunft zeigen, sagte Klute. „Einfach wird das nicht. Auch da werden wir noch dicke Bretter bohren müssen“.


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