Mit den Lustigen Musikanten Brögbern Flotte Melodien im Lingener Theater

Von Peter Löning

„Die kleine Kneipe in unserer Straße, da, wo das Leben noch lebenswert ist ..“ Ein musikalischer Gruß der„Lustigen Musikanten Brögbern anlässlich ihres Konzertnachmittags im Theater an der Wilhelmshöhe. Foto: Peter Löning„Die kleine Kneipe in unserer Straße, da, wo das Leben noch lebenswert ist ..“ Ein musikalischer Gruß der„Lustigen Musikanten Brögbern anlässlich ihres Konzertnachmittags im Theater an der Wilhelmshöhe. Foto: Peter Löning

Lingen. Mit flotten Melodien den gefühlt arktischen Temperaturen des Vorfrühlings entwischen, das konnte man vorzüglich am im gut besuchten Lingener Theater an der Wilhelmshöhe. Da nämlich feierten, wie in jedem Jahr, die Lustigen Musikanten Brögbern einen volkstümlichen‘ Konzertnachmittag.

Während draußen eisiger Wind den so sonnigen Tag trübte, ließ sich das Publikum drinnen überaus unterhaltsam durch geblasene Melodienwelten tragen. Locker und kurzweilig moderiert wurde das ganze von Annette Koop, die verschiedentlich ihre Kostüme passend zu dem nun Folgenden wechselte. Eines ließ sie außer Frage und versprach gleich zu Beginn: „Musikalisch läuft das hier heute!“ Und damit versprach sie nicht zu viel. So spielten die rund 60 Brögberner Blasmusiker ihre Eingangsnummer „Wann fangt denn endlich d’Musi an“ (inkl. Trompetenecho) direkt aus den Gängen des Theaters, bevor sie die Bühne erklommen.

Beliebte Melodien

Was folgte, war ein sehr abwechslungs- und umfangreicher Katalog an Medleys aus zumeist bekannten und beliebten Melodien des letzten Jahrhunderts. ABBA waren hier zu hören, ebenso wie Cole Porter, die größten Hits der Flower-Power-Bewegung der 70er-Jahre. Es gab Einblicke in Frederick Loewes Musical „My Fair Lady“ und echten alten Rock ‚n‘ Roll und Dixieland. Und – immerhin war es ein Konzertnachmittag – durfte natürlich ein „Tea for Two“ dabei nicht fehlen.

Lust am Mitklatschen

Es erklangen zudem böhmisch Traumhaftes, Österreichisches, der „Bozener Bergsteiger Marsch“ und Waidmannsmelodien wie „Ein Jäger aus Kurpfalz“. Nicht selten übermannte einen dabei die Lust am Mitklatschen. Sehr besonders ließ das Orchester seine fünf jüngsten Nachwuchsmusiker ihren allerersten Auftritt auf der Bühne feierlich begehen. Mit großer Spannung verfolgt, spielten die Mädchen einige kleine Stücke. Dabei waren sie intensiv angeleitet von ihren Ausbilderinnen, sodass auch „Der Kuckuck und der Esel“ (den spielten alle fünf zusammen) ein Erfolg werden musste. Hier summten sogar einige Leute im Publikum leise mit. Später, zu einem Kinderfernseh-Medley, durften sie erneut und in Kostümen der Serienhelden auftreten. So sah man Pippi Langstrumpf, Maja und Willi, Lukas und Jim in der flotten Lokomotive und natürlich auch Tom und Jerry. Eine sehr süße Idee.

Klangvolle Arrangements

Dieses Programm mit seinen spürbar gründlich gearbeiteten sehr klangvollen Arrangements konnte am Ende niemanden unberührt lassen. Michael Stach (mal dirigierte er zum Orchester mal zum Publikum, einmal auch überhaupt nicht) hat hier mit seinen Leuten ein wahrlich unterhaltsames Konzert gestaltet, das so manchem einen Ohrwurm mit auf den Weg gab. Nicht aber ohne eine gehörige Zugabe mit Udo Jürgens Schlagern und natürlich: „Aber bitte mit Sahne“.Toll gemacht!