Ausstellungseröffnung Kunsthalle Lingen thematisiert den Apfel

Antje Majewski Redlove® Era®, 2015 Öl auf Holz, 40 x 80 x 3 cm. Courtesy die Künstlerin und neugerriemschneider, Berlin. Foto: Jens ZieheAntje Majewski Redlove® Era®, 2015 Öl auf Holz, 40 x 80 x 3 cm. Courtesy die Künstlerin und neugerriemschneider, Berlin. Foto: Jens Ziehe

Lingen. Diese Ausstellung zum Thema Äpfel, die von den KünstlerInnen Antje Majewski und Paweł Freisler initiiert wurde, ist ein gleichermaßen ein künstlerisches wie auch wissenschaftlich-kulturhistorisches Projekt, das mit einer Pflanzaktion unter Beteiligung städtischer Gruppen eine Erweiterung in den Stadtraum hinein erfährt. Eröffnet wird sie am Freitag, 23. März 2018, um 19 Uhr in der Kunsthalle Lingen.

In der Kunsthalle sind Gemälde von alten und neuen Apfelsorten in der Tradition der Natura Morte, eine Eva mit dem Apfel und Videoarbeiten von Antje Majewski zu sehen; getrocknete und beschnitzte Äpfel von Paweł Freisler, die sowohl als Objekte und in der Form von Fotografien von Piotr Życieński erscheinen. Agnieszka Polskas Videoarbeit „Garden“ führt in den Garten des legendären Künstlers, in dem unter anderem ein perfektes Ei zu finden ist und Jimmie Durhams Apfelsaftflaschen, die er für die Documenta 13 produzierte, bei der auch zwei Apfelbäume gepflanzt wurden.

Apfel als Meditationsobjekt

Die Ausstellung lebt von überraschenden medialen und thematischen Erweiterungen. Paweł Freislers Äpfel wie Antje Majewskis Gemälde zeigen den Apfel als Meditationsobjekt, das uns über Natur, Zeit und Erscheinung nachdenken lässt. Der Apfel ist eingebunden in die natürliche Zeit des Vergehens und Neuentstehens, aber auch in die menschengestaltete historische Zeit seiner Züchtungsformen. Natürliche und künstliche Klone, die Äpfel selbst und ihre High-Tech-Repliken, bringen eine überraschende Parallele von Natur und Technologie ins Bewusstsein.

Freiheit der Äpfel

Antje Majewski unternimmt mit ihrem Film „Die Freiheit der Äpfel“ eine faszinierende Fallstudie zur Biodiversität: Sie deckt die Mechanismen hinter der genetischen Reduktion dieser Frucht auf, vergegenwärtigt dabei am Beispiel des Apfels die komplexen Beziehungen zwischen globaler Lebensmittelwirtschaft und technologischem Fortschritt und verweist auf Wissenschaften, Politik und kulturelle Normen der kapitalistischen Weltökonomie.

ökologisches Projekt

Ein sehr wichtiger Teil der Ausstellung findet nicht in der Kunsthalle selbst statt, sondern als künstlerisch-

ökologisches Projekt im Stadtraum. Im März 2018 werden bis zu 50 Bäume alter Apfelsorten an öffentlichen Orten in der Stadt gepflanzt. Ihre Äpfel werden allen BürgerInnen von Lingen zur Verfügung stehen.