Ausstellung eröffnet Emslandmuseum erzählt Geschichte eines Lingener Soldaten

Von Jessica Lehbrink

Die Geschichte des Lingener Soldaten Heinrich Lagemann, der im Ersten Weltkrieg sein Leben ließ, ist seit Sonntag im Emslandmuseum ausgestellt. An der Eröffnung nahmen (von links) Monika Schwegmann (zweite Museumsvorsitzende), Martin Gerenkamp (Kulturdezernent des Landkreises), Edelgard Reinwald (Verwandte von Lagemann), Friedhelm Gleiss (untersuchte den Lagemannschen Nachlass), Willi Bundiers (Vorsitzender des Museumsvereins) sowie Andreas Eiynck (Leiter des Emslandmusems) teil. Foto: Jessica LehbrinkDie Geschichte des Lingener Soldaten Heinrich Lagemann, der im Ersten Weltkrieg sein Leben ließ, ist seit Sonntag im Emslandmuseum ausgestellt. An der Eröffnung nahmen (von links) Monika Schwegmann (zweite Museumsvorsitzende), Martin Gerenkamp (Kulturdezernent des Landkreises), Edelgard Reinwald (Verwandte von Lagemann), Friedhelm Gleiss (untersuchte den Lagemannschen Nachlass), Willi Bundiers (Vorsitzender des Museumsvereins) sowie Andreas Eiynck (Leiter des Emslandmusems) teil. Foto: Jessica Lehbrink

Lingen. Wer war Heinrich Lagemann aus Lingen, der als Soldat im Ersten Weltkrieg seinen Dienst geleistet hat und dabei ums Leben gekommen ist? Seine Geschichte ist eindrucksvoll aufgearbeitet worden und seit Sonntag im Emslandmuseum zu sehen.

Über Landesgrenzen und Meere wurde der Erste Weltkrieg von 1924 bis 1918 geführt. Rund 17 Millionen Menschen verloren dabei ihr Leben. Auch die Familie Lagemann aus Lingen beklagte den Verlust ihres geliebten Sohnes Heinrich, der kurz vor Kriegsende im Gefecht im belgischen Flandern im Alter von nur 22 Jahren an der Front getötet wurde.

„Gerade der Erste Weltkrieg hat gezeigt, wohin ein übersteigerter Nationalismus, gepaart mit Militarismus und Imperialismus, führen kann“, sagte Willi Bundiers, Vorsitzender des Museumsvereins, in seiner Eröffnungsansprache. 100 Jahre liegt die Beendigung des Ersten Weltkrieges nun zurück. Doch Brundiers merkte an, dass „Krieg, Gewalt und Bevormundung in vielen Teilen der Welt gerade wieder salonfähig werden“.

Fotos, Dokumente und Briefe gesammelt

Bereits vor vier Jahren hatte das Emslandmuseum eine Ausstellung zur Thematik des Ersten Weltkrieges angeboten. Die jetzige Ausstellung seDie jetzige Ausstellung sei ganz anders, meinte Brundiers. „Sie zeigt am Beispiel einer Person und einer Familie aus Lingen, was Krieg bedeutet.“ Über etliche Jahre hat die Familie Reinwald – als Nachfahren der Verwandten Lagemanns – Fotos, Dokumente, insbesondere aber hunderte Briefe aufbewahrt. Diese wurden von Friedhelm Gleiss mit viel Sorgfalt gesichtet, registriert und ausgewertet. Er war als Teilnehmer des Projektes „Musealog“ acht Monate lang im Emslandmuseum eingesetzt. „Ohne Ihre Arbeit, Herr Dr. Gleiss, wäre die jetzige Ausstellung in dieser Form nicht möglich gewesen“, bedankte sich Brundiers. Dank galt aber auch der Emsländischen Landschaft, die das Projekt aus Mitteln der regionalen Kulturförderung des Landes Niedersachsen unterstützt hat.

Eiynck fasst Geschichte zusammen

Eine Zusammenfassung des Schicksals Lagemann gab Museumsleiter Andreas Eiynck, der zusätzlich weitere Quellen zur Zeit des Ersten Weltkrieges im Lingener Land recherchierte. Woher genau stammt der 1896 geborene Lagemann? Was sind seine Wurzeln? Und wie kam es dazu, dass er ein Leben als Soldat führte? Diese Details und viele weitere Aspekte aus Lagemanns Leben stellte Eiynck – anhand einiger Bilder – eindrucksvoll dar. Ein Schicksal, das von Leid, Liebe, Hungersnot und der innigen Beziehung einer Familie erzählt.

Ausstellung bis zum 8. Juli zu sehen

Nach dem Tode Heinrich Lagemanns wurde sein Leichnam, zusammen mit 91 Kameraden, zunächst in einem Massengrab verscharrt. Später aber, fand er einen ehrenhaften Platz auf einem Soldatenfriedhof in Frankreich, wo er noch heute begraben liegt. Es sei schwer, nach der Erzählung eines solch emotionalen Schicksales, nun wieder auf einen normalen Museumsbetrieb umzusteigen, hob Eiynck hervor.

Die Ausstellung „Heinrich Lagemann – Ein Soldat aus Lingen“ ist noch bis zum 8. Juli im Emslandmuseum zu sehen.