Bäume in der Stadt gepflanzt In Lingen ist der Apfel Obst und Kunstobjekt zugleich

Von Christiane Adam

Beim Anpflanzen des ersten Apfelbaums pfiff der eisige Wind den Paten um die Ohren. Von links: Künstlerin Antje Majewski, Baumexperte Christian Wanning, Oberbürgermeister Dieter Krone und Peter Lütje von der Kunsthalle. Foto: Christiane AdamBeim Anpflanzen des ersten Apfelbaums pfiff der eisige Wind den Paten um die Ohren. Von links: Künstlerin Antje Majewski, Baumexperte Christian Wanning, Oberbürgermeister Dieter Krone und Peter Lütje von der Kunsthalle. Foto: Christiane Adam

Lingen. Am kommenden Freitag wird die Ausstellung: „Der Apfel. Eine Einführung (Immer und immer und immer wieder)“ von Antje Majewski und Paweł Freisler in der Kunsthalle Lingen eröffnet. Bereits am vergangenen Samstag sind die ersten Apfelbäume, die über den Lingener Stadtraum verteilt mit ihrem Obst den Bürgern zur Verfügung stehen sollen, vor der Kunsthalle gepflanzt worden.

Diejenigen Apfelbäume, für die sich Paten gefunden haben, werden nun an den anderen Orten eingesetzt. Antje Majewski ist Trägerin des Lingener Kunstpreises 1998. In der Kunsthalle selber hängen naturalistische Gemälde von Äpfeln. In Vitrinen sind Äpfel in unterschiedlicher Erscheinungsform zu sehen. „Einer der Ansprüche dieser Ausstellung ist, dabei zu helfen, die biologische Vielfalt der Apfelsorten zu erhalten“, erläuterte Meike Behm, Direktorin der Kunsthalle, den anwesenden Paten den Hintergrund dieser Aktion. Deshalb werden vorzugsweise alte Apfelsorten, aber auch aktuelle, dafür keine herkömmlichen, angepflanzt.

„Ein Apfelbaum ist ein lebendiges Wesen“

Die konzipierende Künstlerin dankte den Paten, dass sie die Verantwortung für die Bäume übernähmen. „Ein Apfelbaum ist ein lebendiges Wesen. Die ersten zwei bis drei Jahre muss man gucken, ob er genügend Wasser hat“. Bis zur Ernte, die allen Menschen frei zur Verfügung stehen soll, könne es mitunter durchaus sechs bis sieben Jahre dauern.

Hinweise zur richtigen Pflege eines Apfelbaums erhielten die Paten von Christian Wanning, Experte auf diesem Gebiet und tätig beim Klukkert Gartencenter. „Man kann sie kaum übergießen, da der Boden im Emsland mager ist“, war einer seiner Tipps. Die Schirmherrschaft dafür habe Oberbürgermeister Dieter Krone gern übernommen, betonte dieser. „Ich freue mich, dass nun mindestens 50 Apfelbäume im gesamten Stadtgebiet den Apfel ins Bewusstsein holen werden. Diese Aktion ist übrigens nicht zeitlich begrenzt“, wandte er sich an die Lingener, sich gerne noch weiter als Apfelbaumpaten zu melden. Eine Stadtkarte, demnächst auch digital, mit den Standorten werde erstellt.

Patenschaften

Baumpatenschaften können von Privatpersonen, aber auch von Institutionen wahrgenommen werden. Edeltraut Graeßner und Meta Scharf haben sich als Patinnen für den Standort Teichstraße entschlossen. Den Ausführungen zur Pflege von Wanning lauschten sie aufmerksam. Ebenso wie die beiden Frauen hatte Nils Hanraets vom Theaterpädagogischen Zentrum (TPZ) von der Aktion im Kulturausschuss gehört. „Ich finde, für uns als TPZ ist das ein tolles Projekt“, meint er. Mit der Übernahme einer Patenschaft sei das Versprechen, gut für den Baum zu sorgen, verbunden. „Unserer wird im Park beim Amtsgericht gepflanzt. Wir hoffen, dass er viele Früchte tragen wird!“

Bevor der Oberbürgermeister gemeinsam mit dem Baumexperten, der Künstlerin und Peter Lütje von der Kunsthalle bei eisigem Wind zur Tat schritt, unterstrich Majewski noch einmal: „Der Apfel soll so wahrgenommen werden, wie es seinem natürlichen Zyklus entspricht, nicht so wie im Handel, wo er ganzjährig in nur wenigen Sorten und als makellose Frucht verfügbar ist“.

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