Wieder träumen gelernt Bachelorarbeit als Kinderstück in der Alten Molkerei Freren

Von Peter Löning

Im Garten Der Pusteblume – Heinz Fischer als Schneider und Moritz Lang als Erzähler in einer Theaterproduktion zum Bachelor-Abschluss von Miriam Lang in der Alten Molkerei in Freren. Foto: Peter LöningIm Garten Der Pusteblume – Heinz Fischer als Schneider und Moritz Lang als Erzähler in einer Theaterproduktion zum Bachelor-Abschluss von Miriam Lang in der Alten Molkerei in Freren. Foto: Peter Löning

Freren. „Im Garten der Pusteblume“, ein zauberhaftes Märchen von Noelia Blanco, fand gleich mehrmals den Weg auf die Bühne in der Butterhalle der Alten Molkerei in Freren.

Miriam Lang inszenierte dieses so träumerische Kinderstück, womit sie einen Teil der Abschlussarbeit für ihr Studium der Theaterpädagogik erfüllte. Ihre Aufgabe dabei sei es gewesen, eine Theaterproduktion herzustellen, wobei sie weitgehend freie Hand hatte. Einzige Einschränkung, es musste außerhalb der Hochschule und seiner Ressourcen stattfinden. Da bot sich Frerens Alte Molkerei mit seiner geräumigen Bühne offensichtlich an und für die Macher dort boten sich interessante Einblicke bei den Vorbereitungen zu dieser Produktion, die am Ende insgesamt vier Aufführungen haben sollte. Wichtig war es der Studentin, bei der Realisation mit Laiendarstellern zu arbeiten. „Das ist sehr anders, hat aber großen Spaß gemacht“.

Wünschen verlernt

Die Geschichte: Im Tal der Windmühlen haben die Bewohner das Wünschen verlernt, denn sie besitzen Maschinen, die ihnen auf Knopfdruck perfekte Momente vorgaukeln. Nur der Schneider (Heinz Fischer), hat sich das Träumen bewahrt. Und so glaubt er ganz fest daran, dass er dem sogenannten Vogelmann seinen Herzenswunsch erfüllen kann, denn der möchte fliegen! Er muss ihm einen Fluganzug nähen, wozu er die Fäden des Windes benutzt. Am Ende sprudeln die Wünsche nur so aus den Bewohnern heraus.

Geräusche, die faszinieren

Die Bühne zeigt eine große Leinwand, die mal von vorn mal von hinten angestrahlt schattenspielend eine selbst erzählende Kulisse bietet. Davor sitzt linkerhand der Schneider zumeist träumend an seinem Tisch. Rechterhand erzeugt der Erzähler (Moritz Lang kurzfristig eingesprungen) sehr schön nachvollziehbar allerlei dekorative Hintergrundgeräusche: Wind, Rauschen und auch ein wenig Musik. Ein Prozess, der Zeit braucht und dabei mit einiger Faszination zu verfolgen ist.

Fantasie gefordert

Überhaupt scheint Zeit ein zentraler Aspekt in diesem Stück zu sein, das in seiner spärlichen Handlung sehr aufgeräumt daher kommt. Es passiert nicht viel auf der Bühne auch gibt es sehr viel stille Momente. Hier wird die Fantasie der Zuschauer sehr gefordert, so beispielsweise bei dem recht ausgedehnten Marsch des Schneiders auf dem Weg zum Pusteblumengarten (es ist eben ein weiter Weg).

Dem Konsumgedanken entgegen

Dem Perfekten trotzend stellt Miriam Lang betont Handgemachtes entgegen, stellt sich durch Langsamkeit jedem Konsumgedanken entgegen und zwingt so die Zuschauer sich eigene Bilderwelten zu begeben, selbst zu träumen.

Am Ende jedenfalls kann der Vogelmann glücklich fortfliegen. Happy End. Zu hoffen bleibt, dass dieses Stück von Miriam Lang auch ihre Prüfer überzeugen konnte, sodass ihr Bachelor-Abschluss eine gute Note bekommt.