Tragfähige Kooperation gewürdigt Zehn Jahre Netzwerk Frühe Hilfen in Lingen

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Sie freuen sich über das seit zehn Jahren bestehende Netzwerk Frühe Hilfen in Lingen: (v. l.) SKF-Geschäftsführerin Marita Theilen, Dezernentin Monika Schwegmann, Koordinatorin Martina Krummen, Erster Stadtrat Stefan Altmeppen, SKF-Mitarbeiterin Daniela Kaß, Chefarzt Dr. Henry Bosse und der Leiter des Fachdienstes Jugendhilfe, Franz Hüer. Foto: Sebastian von MelleSie freuen sich über das seit zehn Jahren bestehende Netzwerk Frühe Hilfen in Lingen: (v. l.) SKF-Geschäftsführerin Marita Theilen, Dezernentin Monika Schwegmann, Koordinatorin Martina Krummen, Erster Stadtrat Stefan Altmeppen, SKF-Mitarbeiterin Daniela Kaß, Chefarzt Dr. Henry Bosse und der Leiter des Fachdienstes Jugendhilfe, Franz Hüer. Foto: Sebastian von Melle

Lingen. Mit einem Festakt und Akademieabend im IT-Zentrum würdigten Vertreterinnen und Vertreter von Stadt Lingen, Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und Bonifatius-Hospital das seit zehn Jahren bestehende Netzwerk „Frühe Hilfen“.

Der Lingener Präventionsrat beschäftigt sich seit 2007 intensiv mit dem Thema „Früherkennung bei Kindeswohlgefährdung“. 2008 entstand aus diesem Engagement heraus die Koordinierungsstelle „Guter Start für Familien“ im Bonifatius-Hospital, wo Fachberatung geschieht für alle Professionen, die Familien und Kinder beraten, behandeln, betreuen und begleiten.

Der Vorsitzende des Präventionsrates, Erster Stadtrat Stefan Altmeppen, schilderte die Genese dieser Initiative, bei der Kinderärzte, Gynäkologen, Hebammen, Kindertagesstätten und Beratungsstellen in vorbildlicher Weise kooperierten. Während es vorher schon eine gute Abstimmung bei Angeboten für Familien mit Kindern über drei Jahren gab, habe das Netzwerk „Frühe Hilfen“ insbesondere Säuglinge und Kleinkinder in den Blick genommen, so Altmeppen.

Die von Martina Krummen geleitete Koordinierungsstelle fungiere als Schnittstelle zwischen Gesundheitswesen und Jugendhilfe, erläuterte der Erste Stadtrat. „Im Rahmen der Frühen Hilfen konnten viele Angebote zusammen mit dem SkF entwickelt werden. Auch Akademieabende für die Akteure der Jugendhilfe werden vom Präventionsrat regelmäßig angeboten.“

Vermittlung im Hintergrund

Vernetzung bedeute ständige Vermittlung im Hintergrund, betonte Martina Krummen, bei der die Fäden zusammenlaufen. „Jedes Kind soll die Möglichkeit bekommen, sich körperlich, geistig und seelisch adäquat zu entwickeln“, so Krummen. Es sei Aufgabe der Eltern, ihr Kind in dieser Entwicklung zu begleiten, anzuleiten und zu unterstützen. Häufig jedoch seien Eltern aus unterschiedlichen Gründen mit dieser Aufgabe überfordert oder allein gelassen. „Eine Reihe von Institutionen unterstützt Familien bei dieser Problematik. Frühe Hilfen setzen an dieser Stelle präventiv ein“, so die Sozialpädagogin.

Partnerschaft über Lingen hinaus

Der Chefarzt der Kinderklinik am Bonifatius-Hospital, Henry Bosse, nannte es eine große Hausnummer, was Lingen im Bereich der Frühen Hilfen geleistet habe. Wenn Familien Hilfe suchten, sei oft Gefahr im Verzug, so Bosse, von daher sei Prävention wichtig. Die Partnerschaft zwischen dem Hospital und der Stadt geht nach seiner Erfahrung weit über Lingen hinaus. „Die Qualität der Genetik, die pränatale Entwicklung und die Fürsorge unter der Geburt prägen die Persönlichkeit“, so der Pädiater. Auch im Blick auf die Praxis anderer Länder sei daher für die frühe Kindheit noch viel zu tun.

Dank für gute Kooperation

SkF-Geschäftsführerin Marita Theilen freute sich, fast nur bekannte Gesichter zu sehen. Dazu zählten viele Fachkräfte wie Hebammen und Familien-Gesundheits- und Kinder-Krankenpflegerinnen, die neben etlichen Gruppenangeboten aufsuchende Unterstützung in der Schwangerschaft und bis zum ersten Lebensjahr des Kindes leisteten, so Theilen. „Dabei nehmen sie das gesamte Familiensystem mit seiner individuellen Situation in den Blick, um den Aufbau tragfähiger Strukturen zu unterstützen. Sie nutzen das hohe Vertrauen der Eltern, um sie zu weiteren Hilfen zu motivieren“, meinte sie. In einem für eine Zusatzqualifikation gemeinsam erstellten Curriculum der Stadt und des SkF Lingen werde den Fachkräften im Rahmen Früher Hilfen ein Zugewinn an Kenntnissen über das regionalspezifische Netzwerk ermöglicht, betonte Theilen, die den Familien, Fachkräften, Kommunen und Netzwerkpartnern für die gute Kooperation dankte.

„Väterlichkeit braucht Priorität“

Zum anschließenden Akademieabend begrüßte Altmeppen den Leiter der Psychologischen Beratungsstelle, Christoph Hutter, der für den erkrankten Referenten Kemal Bozay eingesprungen war. Hutter sprach über „Männer zwischen beruflichem Anspruch und Familie“ und vertrat die These, Väterlichkeit brauche Priorität. „Väter, lasst euch von euren Kinder stören“, so der promovierte Pädagoge.


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