Anschlüsse bis Ende Mai? Verärgerung in Lingen-Biene über Deutsche Glasfaser

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An der  Außenwand des Hauses von Hajo Wiedorn in Holthausen-Biene liegt das Glasfaserkabel. Bis EndeMai soll der Glasfaseranschluss fertiggestellt sein. Foto: Thomas PertzAn der Außenwand des Hauses von Hajo Wiedorn in Holthausen-Biene liegt das Glasfaserkabel. Bis EndeMai soll der Glasfaseranschluss fertiggestellt sein. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Auf das Unternehmen Deutsche Glasfaser ist der Lingener Hans-Joachim Wiedorn nicht gut zu sprechen.Das versprochene schnelle Internet hat er immer noch nicht. Geärgert hat sich Wiedorn, der im Ortsteil Holthausen-Biene wohnt, auch über die Art und Weise der Leitungsverlegung. Nun soll es „bis voraussichtlich spätestens Ende Mai“ so weit sein, teilte das Unternehmen auf Anfrage der Redaktion mit.

Deutsche Glasfaser ist eine Unternehmensgruppe, die als Netzbetreiber Marktführer im Bereich Glasfaserausbau in Deutschland werden möchte. Ziel ist der massive Ausbau der FTTH-Technologie. Der Begriff steht für „Fibre to the Home“, auf Deutsch übersetzt: „Glasfaser bis ins Haus“. Auch in den Kommunen im südlichen Emsland haben viele Bürger Verträge mit dem Unternehmen geschlossen.

Hajo Wiedorn ist einer von ihnen. Die Schnelligkeit, mit der er nach Abschluss aller Arbeiten demnächst auf der Datenautobahn unterwegs ist, hätte er sich aber auch im Verfahren selbst gewünscht.

„Die Realität sieht allerdings anders aus“, kritisiert der Rentner. Vor mehr als einem Jahr, im Januar 2017, sei die Deutsche Glasfaser auf dem Plan erschienen. Mit einem Empfehlungsschreiben aus dem Lingener Rathaus sei dafür geworben worden, einen Glasfaseranschluss zu bestellen, zitiert Wiedorn aus seinen Unterlagen.

Durch den frisch angelegten Rasen

Im Juni oder Juli war es dann tatsächlich soweit. Die geforderten 40 Prozent der Anlieger hatten Anträge bestellt. Im August kam die Auftragsbestätigung, im September erfolgte bei Wiedorn eine Hausbegehung. „Es wurde festgelegt, wo der Anschluss gelegt und wo die Leitungen verlegt werden sollten“, erläutert der Biener.

Anfang November wurde der Binsenweg, wo Wiedorn wohnt, aufgegraben und Leitungen zu den Häusern verlegt. „Allerdings nicht so, wie vereinbart“, kritisiert der Rentner die Vorgehensweise der vom Unternehmen Deutsche Glasfaser beauftragten Firma. Gerade noch so eben habe er verhindern können, dass die Firma die Leitung mitten durch den gerade frisch angelegten Rasen im Vorgarten verlegte, sondern etwas mehr seitwärts, wie vorher auch abgesprochen worden war.

Nur „Polnisch“ verstanden

Eine Verständigung mit dem Vorarbeiter sei nur sehr schwer möglich gewesen. „Er und die weiteren Mitarbeiter der niederländischen Baufirma sprachen leider nur Polnisch“, beschrieb Wiedorn die Kommunikationsbarrieren.

Im Dezember 2017 sei dann das Gerücht in der Nachbarschaft umgegangen, dass „nächste Woche die Hausanschlüsse hergestellt werden“. Stattdessen sei kurz vor Weihnachten 2017 per Mail die Mitteilung gekommen, dass die Hausanschlüsse erst Mitte Februar erfolgen könnten.

Funkstille seit Februar

Seither herrsche Funkstille. Auch aus dem Rathaus sei nichts mehr zu vernehmen, so Wiedorn weiter. Mittlerweile sei es Mitte März und immer noch nichts passiert. Nach den vollmundigen Versprechungen der Deutsche Glasfaser GmbH sei dies schon sehr enttäuschend. „Da kann man nur hoffen, dass der Service nach Fertigstellung des Hausanschlusses von besserer Qualität ist als die bisherige Bausausführung“, meint der Biener.

Genehmigungen liegen noch nicht alle vor

Auf Anfrage der Redaktion drückte ein Sprecher des Unternehmens sein Bedauern darüber aus, dass sich die Leitungsverlegung in Holthausen-Biene weiter verzögert habe. Bis voraussichtlich spätestens Ende Mai würden die anzuschließenden Haushalte einen Glasfaseranschluss erhalten. Als Grund für die Verzögerungen führte er an, dass die für den Ausbau notwendigen Genehmigungen teilweise noch nicht vorlägen. Entsprechende Anträge habe Deutsche Glasfaser frühzeitig bei den zuständigen Stellen eingereicht.

Schäden werden behoben

Was die von Wiedorn angeführte Vorgehensweise bei der Leitungsverlegung anbelangt, sagte der Sprecher, dass Schäden bei der Verlegung vorkommen könnten. Diese würden auch vom Generalunternehmer behoben. Betroffene Grundstückseigentümer sollten mögliche Schäden fotografieren und ein Schadensformular auf der Homepage des Unternehmens verwenden, riet der Sprecher.

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