Besonders schwerer Raub Überfall mit Spritzen: Lingener müssen in Haft

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Wegen besonders schweren Raubes hat jetzt das Landgericht Osnabrück zwei Lingener zu Haftstrafen und der Unterbringung in einer Suchtklinik verurteilt. Symbolfoto: dpaWegen besonders schweren Raubes hat jetzt das Landgericht Osnabrück zwei Lingener zu Haftstrafen und der Unterbringung in einer Suchtklinik verurteilt. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Mit Haftstrafen von fünfeinhalb und viereinhalb Jahren sowie die Unterbringung der beiden Angeklagten in einem Suchtkrankenhaus ist jetzt vor dem Landgericht Osnabrück der Prozess gegen zwei Lingener wegen besonders schweren Raubes beendet worden.

Der 27-jährige Mann und seine 30-jährige Komplizin hatten im Spätsommer vergangenen Jahres in Lingen mehrere Passanten am Willy-Brandt-Ring und der Wilhelmshöhe überfallen und sie mit einer angeblich mit AIDS-Viren infizierten Spritze bedroht. Die Angeklagten seien in allen vier ihnen vorgeworfenen Fällen gleich vorgegangen, fasste der Vorsitzende der Strafkammer das Geschehen noch einmal zusammen. Abwechselnd hätten sie sich in den Abendstunden Radfahrern in den Weg gestellt und mit einer Spritze, die angeblich HIV-infiziertes Blut enthielt, die Herausgabe von Wertsachen gefordert. Wie sich im Laufe des Verfahrens herausgestellt hatte, war das Blut, dass sich der 27-Jährige vor den Taten selbst aus einer Arterie aus der Leiste gezapft hatte, zwar nicht mit dem Virus infiziert gewesen, dafür aber mit Hepatitis C, einer ansteckenden und chronisch verlaufenden Lebererkrankung.

„Große Angst vor einer Ansteckung“

Die auf diese Weise Bedrohten waren in großer Angst vor einer Ansteckung gewesen. Auch wenn sie sich, bis auf eine Ausnahme, der Forderung nach Herausgabe ihrer Wertsachen hatten entziehen können, habe das Erlebnis sie noch lange Zeit belastet gehabt. In einem Fall hatte der Angeklagte mit der Spritze in Richtung des Bauches einer Frau gestochen, in einem anderen war ein Stoß gezielt auf das Handgelenk eines Überfallenen verübt worden. Die beiden drogensüchtigen Angeklagten hätten für ihre Taten „eine erhebliche kriminelle Energie aufgebracht“ und diese nicht etwa in ihrem Milieu verübt, sondern wären „willkürlich ahnungslose Passanten angegangen“, so der Vorsitzende in seiner Begründung weiter.

„Gefährliches Werkzeug“

Die Kammer des Landgerichtes bewertete das Vorgehen der beiden als besonders schweren Raub mit einem gefährlichen Werkzeug. Dafür verhängte sie gegen den 27-Jährigen eine Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren, seine drei Jahre ältere Komplizin erhielt viereinhalb Jahre. Die Angeklagten sind seit langer Zeit drogensüchtig und in der Vergangenheit bereits wegen anderer Delikte, die der Beschaffungskriminalität zuzuordnen sind, gerichtskundig geworden. Aus diesem Grund sprach die Kammer deren Unterbringung in einem Suchtkrankenhaus aus. Die Therapie wird vor Antritt der Haftstrafe erfolgen, was die Verurteilten unter Umständen vor der Verbüßung rettet. Denn wenn die Therapie von Erfolg gekrönt ist, könnte der verbleibende Rest der Haft zur Bewährung ausgesetzt werden.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


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