Ein Soldat aus Lingen Schicksal einer Familie im Ersten Weltkrieg im Emslandmuseum

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Lingen. Über das Leben und Schicksal Heinrich Lagemanns berichtet ab Sonntag, 18. März, eine neue Ausstellung im Lingener Emslandmuseum.

Bereits vor vier Jahren hatte das Museum in einer großen historischen Übersicht das Kriegsgeschehen an den Fronten und in der Heimat darstellt. Dabei kam auch der Nachlass Heinrich Lagemanns mit mehreren hundert Briefen, Fotos und Dokumenten zum Vorschein. Dieses Vermächtnis gibt einen einzigartigen Einblick in das Schicksal einer ganz normalen Lingener Familie im Ersten Weltkrieg.

Feldpostbriefe

Da ist der Vater Ludwig Lagemann, der wegen Arbeitskräftemangel im Eisenbahnwerk bis zum Umfallen schuften muss und schließlich einen Herzinfarkt erleidet. Da ist Mutter Lagemann, die trotz großem Garten und kleiner Landwirtschaft nicht weiß, wie sie ihre Kinder satt bekommen soll, denn in den Lingener Geschäften gibt es nichts mehr zu kaufen und die Preise steigen unaufhaltsam.

Unterdessen treffen fast täglich die Feldpostbriefe des Sohnes Heinrich ein. Sie berichten von Einsätzen unter ständiger Lebensgefahr an allen Fronten des Ersten Weltkriegs in Europa – in Russland, auf dem Balken, in Flandern und in Frankreich. Und da sind die Briefe seiner Freundin Mimi, die ihn durch vier Kriegsjahre begleiten.

Verlobung wegen Urlaubssperre verschoben

Weihnachten 1917 ist die Verlobung in Lingen geplant, muss aber wegen einer Urlaubssperre auf das nächste Jahr verschoben werden.

Dann kommt die Frühjahrsoffensive 1918 an der Westfront. Nachdem der Sohn Heinrich schon fünf Jahre an allen Fronten Europas gekämpft hat, erhält die Familie Lagemann im April die Nachricht von seinem Tod bei der letzten großen Offensive der Deutschen an der Westfront in Frankreich. Heinrich Lagemann erleidet den tödlichen Treffer und alle Hoffnungen und Zukunftspläne sind dahin.

Eröffnung am Sonntag

Die Ausstellung wird am Sonntag um 16 Uhr mit einem Einführungsvortrag von Museumsleiter Andreas Eiynck eröffnet. Das Museumscafé im historischen Kutscherhaus ist ab 14 Uhr für die Gäste geöffnet und lockt mit Kaffee und Kuchen. Zur Ausstellungseröffnung lädt der Museumsverein alle Interessierten in das Emslandmuseum ein.


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