Ein Fall für das Landgericht Prozess um Überfall auf Pizzabotin in Lingen

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Der Überfall auf eine Pizzabotin in Lingen ist jetzt Thema vor dem Landgericht Osnabrück. Symbolfoto: Michael GründelDer Überfall auf eine Pizzabotin in Lingen ist jetzt Thema vor dem Landgericht Osnabrück. Symbolfoto: Michael Gründel

Osnabrück. Vor dem Landgericht Osnabrück hat jetzt das Verfahren gegen drei Männer aus dem mittleren Emsland begonnen, die für den Überfall auf eine Pizzabotin in Lingen verantwortlich gemacht werden.

Hauptangeklagter ist ein 22-Jähriger, seinen beiden 17-jährigen Mitangeklagten wird vorgeworfen, im Vorfeld von der Tat gewusst und diese nicht angezeigt zu haben.

Geldbörse mit 170 Euro Inhalt abgenommen

Der Raubüberfall hat sich am 17. September vergangenen Jahres im Bereich der Pestalozzischule ereignet. Gegen 19.30 Uhr hatte ein Anrufer in einem Lokal in Lingen telefonisch eine Pizza bestellt. Lieferort war die Bushaltestelle an der Schule, den eine Botin des Lokals dann auch eine halbe Stunde später angesteuert hatte. Dort war von einem einzelnen Mann erwartet worden, der ihr plötzlich eine, wie später festgestellt werden konnte, ungeladene Pistole mit den Worten „Gib mir dein Geld, sofort“ an die Schläfe gehalten hatte. Dann hatte er der Frau die Geldbörse mit 170 Euro Inhalt abgenommen und war geflüchtet.

Dunkle Basecap

Den Überfall soll der 22-Jährige allein geplant und durchgeführt haben, so die Anklage. Im Verlauf des Tattages soll er zwei 17-Jährige in sein Vorhaben eingeweiht und zur Mitwirkung aufgefordert haben, was diese jedoch abgelehnt hatten. Sie waren mit zum späteren Tatort gefahren, wollen aber im Wagen sitzen geblieben sein, während der andere den Überfall beging. Ganz so eindeutig, wie die Anklageschrift es formuliert, ist die Sache augenscheinlich aber erst einmal nicht. Denn am ersten Verfahrenstag hat der 22-Jährige einen der beiden anderen Männer als Haupttäter bezichtigt. Er habe beim Überfall ausschließlich als Fahrer fungiert, während einer der anderen die Tat begangenen haben soll. Das bestreitet der so Beschuldigte allerdings, wobei er Rückendeckung vom dritten Angeklagten erhält. Bei der Aufklärung, wer nun der wirkliche Täter gewesen ist, wird eine dunkle Basecap noch eine wesentliche Rolle im Verfahren spielen.

Fortsetzung am Donnerstag

Bei einer Verurteilung drohen den jungen Männern nicht unerhebliche Haftstrafen. Bei schwerem Raub sieht der Gesetzgeber eine Mindeststrafe von drei Jahren vor, für die Nichtanzeige kann Gefängnis bis zu fünf Jahren verhängt werden. Das Verfahren wird am Donnerstag fortgesetzt.


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