Behelfsbrücke geplant Emsbrücke bei Lingen-Schepsdorf muss erneuert werden

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Die Emsbrücke in Lingen-Schepsdorf muss erneuert werden. Foto: Wilfried RoggendorfDie Emsbrücke in Lingen-Schepsdorf muss erneuert werden. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Die Emsbrücke im Lingener Ortsteil Schepsdorf muss erneuert werden. Dies hat Stadtbaurat Lothar Schreinemacher auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigt. Der Verkehr soll während der Bauzeit über eine Behelfsbrücke geführt werden.

Grund für den erforderlichen Neubau sei, dass in der vorhandenen Spannbetonkonstruktion Stahlseile verlaufen würden, die anfingen, zu korrodieren, erläuterte der Stadtbaurat. Bei einer Überprüfung habe die Stadt festgestellt, dass die Stahldrähte zwar ankorrodiert seien, aber noch keine Risse aufweisen würden. „Hätten wir Risse festgestellt, hätten wir die Brücke sofort sperren müssen. So ist sie aber derzeit noch verkehrssicher“, versicherte Tiefbauamtsleiter Georg Tieben.

Sanierung ergibt keinen Sinn

Schreinemacher erklärte, dass eine Sanierung der vorhandenen Brücke keinen Sinn ergebe. „Die Widerlager entsprechen nicht mehr den durch den heutigen Verkehr entstehenden Schubspannungen“, sagte Schreinemacher. Die Brücke werde heute stärkeren Belastungen ausgesetzt, als für die sie beim Bau berechnet worden sei. Zudem gebe es für eine reine Sanierung keine Fördermittel. „Eine Sanierung ergibt auch wirtschaftlich keinen Sinn“, betonte der Stadtbaurat.

Anfang der Planungen

Die Verwaltung stehe für einen Neubau erst am Anfang der Planungen, für die im Haushalt 2018 der Stadt 100.000 Euro eingestellt seien, erklärte Schreinemacher. Bis Ende März werde ein Antrag auf Fördermittel des Landes eingereicht. Im Herbst solle dann ein Antrag auf Aufnahme in das Bauprogramm folgen. „Parallel sind technische Details zu klären“, sagte Schreinemacher.

Schreinemacher: Bau einer Behelfsbrücke ist gesetzt

Bei einer geschätzten Bauzeit von rund anderthalb Jahren könne es den Schepsdorfer Bürgern und den dort ansässigen Unternehmen nicht zugemutet werden, von der Stadt abgeschnitten zu sein. „Der Bau einer Behelfsbrücke ist daher für uns gesetzt“, versicherte Schreinemacher. Über diese solle der Pkw- und Busverkehr fließen können. Auch Radfahrer und Fußgänger könnten die Behelfsbrücke nutzen. Lediglich der Schwerlastverkehr müsse umgeleitet werden. Offen sei aber, auf welcher Seite der vorhandenen Brücke die Behelfsbrücke entstehen soll und wie groß sie werde.

Ziel ist Baubeginn im Sommer 2019

Die Planungen für den Brückenneubau würden nun fortgeführt, sagte der Stadtbaurat. Ziel sei ein Baubeginn im Sommer 2019. Dies hänge aber von dem Fortgang der rechtlichen Genehmigungsverfahren ab. „Wir werden die verschiedenen politischen Gremien der Stadt und den Ortsrat Schepsdorf in die Planungen einbinden“, versicherte der Stadtbaurat.

Sandsteinelemente und Stahlgeländeraufbauten wieder herzustellen

Schepsdorfs Ortsbürgermeister Hermann Krone sagte, dass er sich dafür einsetzen würde, bei der Gestaltung der neuen Brücke die vorhandenen Sandsteinelemente und Stahlgeländeraufbauten wieder herzustellen. Der Ortsrat Schepsdorf habe sich zudem für den Bau der Behelfsbrücke stark gemacht.


Die Emsbrücke in Lingen-Schepsdorf

Bis 1824 gab es bei Schepsdorf nur einen Furt- und Fährverkehr. Dann wurde eine erste Holzbrücke gebaut. 1906 wurde eine stählerne Brücke errichtet. 1945 wurde diese kriegsbedingt gesprengt. Die Briten schlugen eine Behelfsbrücke vom Typ „Balley-Bridge“ aus vormontierten Einzelbauteilen. 1954/55 wurde die heute noch vorhandene Spannbetonbrücke gebaut. Sie hat eine Länge von 77,20 Metern und ist zwischen den Geländern 12,50 Meter breit. 2001 wurde die Brücke saniert und die historische Ansicht rekonstruiert.

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