Am 23. März in Lingen Morrison und Lennon als Vorbilder: Wanda-Sänger im Interview

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Wanda will am 23. März die Emslandarena in Lingen rocken. Vorab hatte unsere Redaktion Sänger Marco Michael Wanda (im Vordergrund) im Interview. Foto: Wolfgang SeehoferWanda will am 23. März die Emslandarena in Lingen rocken. Vorab hatte unsere Redaktion Sänger Marco Michael Wanda (im Vordergrund) im Interview. Foto: Wolfgang Seehofer

Lingen. Der Rock-Import Wanda aus Österreich will am 23. März in Lingen im Rahmen der „Niente-Tour“ um Leben und Tod spielen. Dies kündigt Marco Michael Wanda, Sänger der Band an. Im Interview erzählt er unter anderem von seiner Beziehung zur Musik.

Hast du je daran gedacht, einen „normalen“ Beruf zu ergreifen?

Ich habe nie daran geglaubt, dass ich irgendetwas anderes kann als das. Ich habe schon immer – wie sagt man – Konzentrationsstörungen gehabt und habe zu heftigen, visionsartigen Tagträumen geneigt, vor allem in jungen Jahren. Ich glaube, ich bin viel zu unkonzentriert und träumerisch für irgendeinen anderen Beruf. Mein einziges Los war das Musikmachen.

Hat euch der Erfolg in den vergangenen Jahren auch verändert?

Mit Sicherheit. Also, wenn ich mir anschaue, wie wir noch vor drei Jahren ausgeschaut haben und wie wir heute ausschauen; das fühlt sich an wie ein Jahrzehnt. Wir schauen aus wie Kinder in den ersten Videos. Das ist wirklich unglaublich. Er hat irgendetwas mit uns gemacht, ja. Mich hat er ein wenig glücklicher gemacht, muss ich sagen, weil ich so, über das Musikmachen, auch eine Position in der Gesellschaft gefunden habe, die, meiner Ansicht nach, Sinn macht. Auf der anderen Seite hat es mich in eine Art Erfahrungsabhängigkeit getrieben. Es passiert phasenweise so viel, zum Beispiel auf Tour oder im Studio, und dann passiert so wenig. Also leide ich ständig unter einer Art Entzug von Sensationen (schmunzelt).

Das gewohnte Scheinwerferlicht spiegelt sich also auch privat wider?

Natürlich. Wenn man jetzt beispielsweise Menschen trifft, erscheint vieles einfach langweilig. Nichts hat den selben Kick, wie diese Erfahrung auf der Bühne mit fremden Menschen und mit dieser Ekstase. Das ist eigentlich der Idealpunkt in meinem Leben. Dagegen sieht alles andere erschreckend langweilig aus.

Wann ist für dich ein Konzert ein gutes Konzert?

Sagen wir es mal so: Ich habe noch nie ein schlechtes Konzert gespielt, glaube ich. Ich nehme das schon sehr ernst und ich merke, dass das Publikum es auch sehr ernst nimmt und sich auch lange darauf freut. Ein wirkliches schlechtes Konzert habe ich noch nie erlebt – vielleicht dann, wenn die Securitys unhöflich zu den Leuten sind. So etwas passiert alle 100 Shows ein Mal. Das ärgert mich, passiert aber so selten. Meistens sind die eh sehr nett. Aber wenn so etwas passiert, springe ich schon rein und dann fliegen die Fetzen (lacht).

Also bist du eine kleine Rampensau?

Ich weiß nicht. Wenn es zu einer Rampensau passt, dass ich nur dafür lebe, dann passt es, ja (lacht). Ich sehe es vielmehr als einen Auftrag, Menschen zusammenzuführen, als mich zu beweihräuchern. Ich habe ein absolut lückenloses Selbstbewusstsein – schon immer gehabt – und brauche keine Aufwertung anderer Menschen, auf die ich, ehrlich gesagt, insgeheim mein halbes Leben herabblicke (schmunzelt). Als Musiker sehe ich es, als meine Verantwortung, Menschen zusammenzuführen.

Hast du dir diese Verantwortung auch bei anderen Musikern abgeschaut, sprich, besuchst du oder besucht ihr auch andere Konzerte?

Also, alle Musiker, die leben, finde ich ziemlich langweilig, weil die einfach Cashmoney machen, Drogen nehmen und mehr nicht. Wo ich wirklich genau hingehört habe, war immer das, was Jim Morrison gesagt hat, über seine Musik oder über dieses Konzert als Ritual, als Ort der Überwindung von Grenzen zwischen Menschen. Auch Dinge, die John Lennon gesagt hat ... Das sind meine Theoretiker, meine Vorbilder. Diejenigen, die heute leben, finde ich relativ flach – auch intellektuell gesehen.

Am 23. März seid ihr in Lingen. Warum sollten die Leute zu eurem Konzert gehen?

Um Gottes Willen... Dieses Bewerben pack ich irgendwie überhaupt nicht (lacht). Wenn sie etwas Besseres zu tun haben, dann sollen sie bitte etwas Anderes machen (kichert). Wir werden um Leben Tod und spielen, so wie immer. Dafür sind wir – kann man schon sagen – mittlerweile berühmt berüchtigt.

Also erwartet sie eine richtige Rock-Show?

Auf jeden Fall.


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