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„Leuchtturm“ an der Lindenstraße In Lingen entsteht Emsland-Arena

Als „Blaupause“ für die Emsland-Arena in Lingen dient die „Vittal-Arena“ im hessischen Wetzlar, die Vertreter der Stadt besichtigten.  Foto: Stadt WetzlarAls „Blaupause“ für die Emsland-Arena in Lingen dient die „Vittal-Arena“ im hessischen Wetzlar, die Vertreter der Stadt besichtigten. Foto: Stadt Wetzlar

Lingen. Dieter Krone und die Emsland-Arena – zwischen dem neuen Lingener Oberbürgermeister und dem aktuell wichtigsten Strukturprojekt der wirtschaftsstärksten Kommune des Emslandes gibt es eine besondere Beziehung.

Die über zwei Jahre hinweg kontrovers geführte Debatte über Standort und Finanzierung der Multifunktionshalle hatte den Oberstudienrat erst in Lingen bekannt gemacht und dann ins OB-Amt katapultiert. Von dort aus hat Krone es nun in der Hand, den Neubau an der Lindenstraße gegenüber den alten Emslandhallen zu organisieren. Ausgestattet mit einer Ratsmehrheit von 31 zu 6 Stimmen und 20 Millionen Euro.

Krone war 2009 Mitglied der Bürgerinitiative „Arenawahn“, ein Name, den er heute als „eher unglücklich gewählt“ bezeichnet. Damals ging es darum, die Ablehnung eines möglichen Standortes an der B214 im Ortsteil Laxten zu organisieren. Dem ehemaligen Lehrer und weiteren Mitstreitern gelang es – und nicht nur das. Mithilfe eines selbst in Auftrag gegebenen Gutachtens konnten sie auch den Beweis antreten, dass der Bau einer neuen Multifunktionshalle gegenüber den 20 Jahre alten Emslandhallen gelingen kann. Aus lärmschutztechnischen Gründen hatte dies die Verwaltung anders gesehen.

Nach der eindeutigen Ratsentscheidung stehen nun die Rahmendaten fest: erster Spatenstich im März 2012, Fertigstellung im Herbst 2013, Fassungsvermögen 2500 Sitzplätze, variabel erweiterbar auf bis zu 5000 Zuschauer, wenn der Innenraum mitgenutzt wird, VIP-Bereiche mit zusätzlichen Vermarktungsmöglichkeiten.

Ob Sportveranstaltungen, Konzerte oder Firmenpräsentationen: Die Emsland-Arena bietet der Stadt Lingen neue Optionen auf dem Veranstaltungssektor, der Wirtschaft eine Plattform für Unternehmenskontakte und Fachkräften einen weiteren Grund, nach Lingen zu ziehen. Da die Emslandhallen gegenüber parallel genutzt werden können und wegen ihrer Großflächigkeit vor allem bei Messeveranstaltungen punkten, verbreitern sich die Möglichkeiten für die Stadt zusätzlich.

Florian Krebs, Leiter der Emslandhallen, ist deshalb zuversichtlich, dass es gelingen wird, auch in Zukunft interessante Veranstaltungen nach Lingen zu holen. Die Emslandhallen genießen in der Branche einen hervorragenden Ruf, betont Krebs. „Jan Delay, Fettes Brot, Unheilig – wo haben die alle gespielt? Nicht in Osnabrück, sondern in Lingen“, unterstreicht Krebs selbstbewusst.

20 Millionen Euro stehen für die Realisierung der Emsland-Arena zur Verfügung. Jeweils fünf Millionen steuern Land und Landkreis hinzu. Die Fördergelder für das „Leuchtturmprojekt“ des Landkreises Emsland stammen noch aus Töpfen zur Konjunkturbelebung im Zuge der Wirtschaftskrise 2008/2009. Die Krise ist längst vorbei, das Geld steht noch bereit, ist fest zugesichert. Zehn Millionen Euro hat die Stadt selbst auf der „hohen Kante“.

Am Finanzrahmen und den Folgekosten beim parallelen Betrieb von zwei Veranstaltungshallen hat sich in der politischen Debatte in Lingen heftige Kritik entzündet. Es gibt Stimmen im Rat und in der Bürgerschaft, die befürchten, dass sich die Stadt mit dem Projekt überhebt. Wenn es Krone gelingt, die Arena 2013 zu realisieren, ohne ständig nachfinanzieren zu müssen, hat der bis 2018 gewählte frühere Gymnasiallehrer ein prima Zwischenzeugnis abgeliefert. Wenn nicht, dann hat der Misserfolg nur einen Vater…

Die „Emsland-Arena“ ist keine „Lingen-Arena“, betont Krone immer wieder. Davon profitieren werde die ganze Region. Vor allem aber die Stadt Lingen selbst, wie schon jetzt unschwer zu erkennen ist. Auf dem Areal des Alten Hafens direkt gegenüber nimmt bereits eine städtebauliche Entwicklung unter dem Motto „Wohnen am Wasser“ Gestalt an. Erste Eigentumswohnungen sind entstanden, ein Hotel soll folgen, außerdem Gastronomie an einer Uferpromenade. „Die Emsland-Arena ist wie eine Initialzündung für ein ganz neues Stadtviertel“, sagt der OB.


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