Kabarettabend im Kulturforum Satirischer Rückblick in Lingen auf Frauenwahlrecht

Von Elisabeth Tondera

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Politisches Kabarett präsentierten Dorrit Bauerecker (links) und Gisela Elisabeth Marx anlässlich des 31. Lingener Frauenfestes im Kulturforum St. Michael. Foto: Elisabeth TonderaPolitisches Kabarett präsentierten Dorrit Bauerecker (links) und Gisela Elisabeth Marx anlässlich des 31. Lingener Frauenfestes im Kulturforum St. Michael. Foto: Elisabeth Tondera

to Lingen. Einen satirischen Rückblick auf 100 Jahre Frauenwahlrecht hat es bei einem Kabarettabend im Kulturforum St. Michael in Lingen gegeben.

100 Jahre Frauenwahlrecht, was hat sich in dieser Zeit in puncto Gleichberechtigung getan? Erstaunlich wenig, wenn man bedenkt, wie sich die Welt in den 100 Jahren gewandelt hat. So lautet das Fazit des Kabarettduos „Generationenkomplott“ in der Jahrhundertrevue „Frauen – (U)ungeheuer im Kommen“. Die Schauspielerin Gisela Elisabeth Marx und die Musikerin Dorrit Bauerecker aus Köln haben im Rahmen des Frauenfestes zum Internationalen Frauentag, das erstmalig im Kulturforum St. Michael stattgefunden hat, einen satirischen Rückblick auf die Geschichte des Frauenwahlrechts geliefert.

„Staatsbürgerliche Gleichstellung ist Frauen nicht geschenkt worden“

Im Vorfeld erinnerte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lingen Angelika Roelofs, dass die staatsbürgerliche Gleichstellung den Frauen nicht geschenkt wurde. „Über Generationen und viele Frauenleben hinweg musste sie dem Patriarchat abgerungen werden“, sagte Roelofs, die sich über die vielen Frauen freute, die gekommen waren, um das 31. Frauenfest des Lingener Frauenforums und des Gleichstellungsbüros der Stadt Lingen zu feiern. Sie dankte der Volksbank Lingen, die sich anlässlich ihres 125-jährigen Jubiläums an der Finanzierung des Abends beteiligt hatte und übergab das Mikrofon an die Vertreterin der Volksbank, Margret Thyes, die ein kurzes Grußwort sprach.

Mit „Brot und Rosen“ starke Akzente gesetzt

Den Hauptpart des Abends übernahm das Duo „Generationenkomplott“, das gleich zu Beginn mit dem Lied der Frauenbewegung „Brot und Rosen“ starke Akzente setzte. Damit begann die Zeitreise, die laut Kalender von 1918 bis 2018 dauerte, doch bereits viel früher begann. Marx zitierte die Schriftstellerin Hedwig Dohm (1831 – 1919), die sich vehement für die Frauenrechte einsetzte und 1876 einen Aufsatz mit dem Titel „Das Stimmrecht der Frauen“ verfasste, in dem sie u. a. die Gegenargumente der Männer zusammenfasste: „Die Frauen brauchen das Stimmrecht nicht, die Frauen wollen das Stimmrecht nicht, sie haben nicht die Fähigkeit, es auszuüben, ihr Geschlecht schließt die Frau selbstverständlich von jeder politischen Aktion aus.“

Revue in mehrere Zeitabschnitte gegliedert

Die Schauspielerin erinnerte an Dr. Annika Augsburg, die 1902 den Deutschen Verein für Frauenstimmrecht in Hamburg gründete, an die Initiatorin des Internationalen Frauentages Clara Zetkin, die „Mutter des Grundgesetzes“ Elisabeth Selbert und andere. Die Schauspielerin und die Musikerin gliederten ihre Revue in mehrere Zeitabschnitte.

Dorrit Bauerecker traf stets den richtigen Ton

Während die großartige, vor Energie sprühende 79-jährige Gisela E. Marx mithilfe weniger Requisiten typische Frauenbilder der jeweiligen Epoche heraufbeschwor (die kämpferische Suffragette, die selbstbewusste Politikerin, die nationalsozialistische Mutter, die Hippie-Frau) und mit Gedichten, Liedern und Zitaten aus Reden, Protokollen, Zeitschriften etc. die Frage nach dem Stand der Gleichberechtigung beantwortete, berührte die vielseitige und wandelbare Musikerin Dorrit Bauerecker die Emotionen. Ob Flügel, Akkordeon oder Gitarre – stets traf sie den richtigen Ton.

Tosender Applaus

Für die mitreißende Darbietung bekam das Duo tosenden Applaus von den Anwesenden, die anschließend die von Frauen aus verschiedenen Ländern zubereiteten kulinarischen Köstlichkeiten genossen und bis tief in die Nacht feierten – Fatima Wellnitz als Djane sorgte dafür, dass die Tanzbegeisterten nicht zu kurz kamen.


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