Philosophieren über das Böse Ferienakademie des Cusanuswerks in Lingen

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Lingen. Wovon sprechen wir, wenn wir über das Böse sprechen? Das ist eine jener Fragen, auf die es unzählige Antworten gibt. In den letzten zwei Wochen haben über 70 Studenten aus ganz Deutschland in Lingen nach Antworten gesucht. Sie alle sind Stipendiaten der Bischöflichen Studienförderung des Cusanuswerks.

Etwa 1600 katholische Studierende aller Fachrichtungen kommen derzeit in den Genuss einer finanziellen und ideellen Förderung, die ihnen nicht nur das Studium erleichtern soll, sondern auch den Austausch mit Studierenden anderer Fächer ermöglicht. Einen Schwerpunkt bilden hier die Ferienakademien. Dabei finden sich 50 bis 80 Stipendiaten für zwei Wochen zusammen, um sich einem gemeinsamen Oberthema zu widmen.

Aktuelles Thema

Eine dieser Ferienakademien endete am Freitag im Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen . Das Motto: „Der Geist, der stets verneint – Philosophieren über das Böse“. Die Faszination für Böses und Abgründiges ist so alt, wie der Mensch selbst. Angesichts der aktuellen weltpolitischen Situation ist sie auch ungebrochen aktuell.

Fachvorträge

Das akademische Programm der ersten Woche bestand aus Gastvorträgen namhafter Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen, die von Literaturwissenschaft bis Psychologie ihre Blickwinkel auf das Böse präsentierten. Einige Aspekte wurden in kleineren Gruppen vertieft, wobei die Ergebnisse am Ende der Woche in einer großen emotionsgeladenen Abschlusspräsentation vorgestellt wurden. Am Wochenende besuchte die Gruppe Groningen in den Niederlanden.

Eigene Aktivitäten

Die zweite Akademiewoche war bestimmt von Aktivitäten, die die Stipendiaten selbst anboten. In diesen Open Spaces kann jeder seine persönliche Leidenschaft vorstellen, wie etwa Yoga oder Tango Argentino, oder von eigenen Erfahrungen erzählen. Zum Cusanuswerk gehört neben einem interdisziplinären Bildungsprogramm auch die geistliche Komponente: Jeden Tag hatten die Stipendiaten die Möglichkeit, an einem Morgen- und einem Abendgebet teilzunehmen, das von Susanne Wübker, Pastoralreferentin auf Langeoog, und einigen Stipendiaten liebe- und stimmungsvoll gestaltet wurde.

Musikalische und künstlerische Beiträge

Zwei Abende der zweiten Woche waren gefüllt mit musikalischen und künstlerischen Beiträgen vieler Stipendiaten der hochkarätigen Künstlerförderung des Cusanuswerks.

Das Besondere für die Stipendiaten war besonders die ungewöhnliche Art der Gemeinschaft. Viele von ihnen meinten, sie hätten selten so viele Gleichaltrige um sich gehabt, die einander auch wirklich kennenlernen wollten und ganz vorbehaltlos miteinander ins Gespräch kamen. Dem recht abgeschiedenen Tagungsort hatten sie zu verdanken, dass sich diesem Kontakt quasi nicht entziehen konnten. Die Begegnungen waren intensiver, die Stille erholsamer, als dort, wo ständig Ablenkung herrscht. Der Abschied fiel nicht leicht. Aber es blieb die Vorfreude auf das nächste Mal.


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