In Bezug auf Alloheim Lingener Sozialausschuss diskutiert Thema Heimaufsicht

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Wegen Beschwerden gegen das Alloheim in Lingen diskutierte der Sozialausschuss der Stadt das Thema Heimaufsicht. Foto: Wilfried RoggendorfWegen Beschwerden gegen das Alloheim in Lingen diskutierte der Sozialausschuss der Stadt das Thema Heimaufsicht. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Auf Antrag der Bürgernahen (BN) hat sich der Sozialausschuss der Stadt Lingen in seiner jüngsten Sitzung mit dem Thema Heimaufsicht, insbesondere in Bezug auf das Alloheim im Emsauenpark, beschäftigt.

„Wir haben in den letzten vier Wochen deutliche Kritik an der Situation im Alloheim vernommen“, erklärte Sozialdezernentin Monika Schwegmann. Ihre für die Heimaufsicht zuständigen Mitarbeiter Erwin Heinen und Karin Krieger beschäftigten sich im Moment mit fast nichts anderem. „Sie führen unangemeldete Kontrollen am Tag und in der Nacht, auch am Wochenende, durch.“ Dabei würden unter anderem die Personalstärke und die Fachkraftquote überprüft.

Betrieb untersagen ist letztes Mittel

Die Heimaufsicht prüfe laut Schwegmann, ob die acht Einrichtungen mit mehr als 600 Plätzen in Lingen die gesetzlichen Vorgaben erfüllen würden. Festgestellte Mängel würden mit den Betreibern besprochen. Falls diese nicht abgestellt würden, könne die Stadt einen Belegungsstopp verhängen. „Dies bedeutet, dass ein frei werdender Platz nicht wieder belegt werden darf“, erläuterte Schwegmann. Falls die Mängel weiter bestehen blieben, könne ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet oder als letztes Mittel der Betrieb untersagt werden.

Heiner Rehnen, sachkundige Person im Ausschuss, hielt es im Bezug auf das Alloheim für problematisch, Mängel mit dem Betreiber zu besprechen. „Es ist schwierig, aufeinander zuzugehen, wenn alles abgestritten wird“, nahm Rehen Bezug auf eine Stellungnahme der Alloheim-Gruppe zu unserer Berichterstattung über vermeintliche Missstände dort. In dieser hatte das Unternehmen alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Abhängigkeitsverhältnis zu einem Heim

Tanja Christiansen-Hamdi, ebenfalls sachkundige Person im Ausschuss, kritisierte, dass bei Kontrollen nicht die reale Situation dargestellt werde. Sie halte es für Angehörige und Bewohner für schwierig, sich mit Beschwerden an die Heimaufsicht zu wenden, da die Bewohner in einem Abhängigkeitsverhältnis zu einem Heim stünden. Auch das Personal dürfe sich wegen der Schweigepflicht nicht beschweren. „Wir müssen deutlich sagen, dass wir zu wenig Pflegepersonal in Deutschland haben. Die Mitarbeiter sind am Ende ihrer Kräfte“, erklärte Christiansen-Hamdi.

Lippert: Probleme werden sich verschärfen

Martina Lippert (SPD) sagte, das Personal habe die Möglichkeit, sich mit einer Überlastungsanzeige an seine Vorgesetzten zu wenden. Sie bemerkte, dass nicht erst seit gestern und heute über Pflegekräftemangel geklagt würde. „Die Probleme werden sich in vielen Einrichtungen verschärfen“, sagte die Betreiberin eines ambulanten Pflegedienstes.

Stüting: Viele Mitarbeiter gesucht

Werner Hartke (CDU) warnte davor, wegen „ein bis zwei Beschwerden“ das ganze Alloheim schlechtzureden. Sabine Stüting (BN) entgegnete, dass es nicht darum gehe, das Heim schlechtzureden. Die Ratsdame konnte nicht nachvollziehen, dass Mitarbeiter aus Sorge um ihren Arbeitsplatz Missstände nicht melden. „Die Pflege hat ihre Arbeitsmarktsituation noch nicht verstanden. Es werden viele Mitarbeiter gesucht. Sie finden auch nach einer Anzeige wieder Arbeit“, sagte Stüting.

Schwegmann kündigte an, konkrete Feststellungen der Heimaufsicht aus Datenschutzgründen in nicht-öffentlicher Sitzung zu erläutern.


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