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07.03.2018, 17:58 Uhr PESTALOZZISCHULE BEKOMMT GNADENFRIST

Ein fauler Kompromiss für Schule in Lingen

Kommentar von Ludger Jungeblut

Einstimmig votierten die Mitglieder des Lingener Schulausschusses am Dienstag für die vorläufige Fortführung der Pestalozzischule in Lingen. Hier werden Kinder mit dem Förderschwerpunkt Lernen unterrichtet. Foto: Ludger JungeblutEinstimmig votierten die Mitglieder des Lingener Schulausschusses am Dienstag für die vorläufige Fortführung der Pestalozzischule in Lingen. Hier werden Kinder mit dem Förderschwerpunkt Lernen unterrichtet. Foto: Ludger Jungeblut

Lingen. Bei der Möglichkeit des Gesetzgebers, für einige Jahre die Pestalozzischule als Förderschule Lernen in Lingen fortzuführen, handelt es sich um einen faulen Kompromiss. Ein Kommentar.

Derartige Kompromisse sind nicht geeignet, das Vertrauen der Bürger in die Landespolitik zu erhöhen. Die im neuen niedersächsischen Schulgesetz geschaffene Möglichkeit, für einige Jahre die Förderschulen Lernen fortzuführen, ist weder Fisch noch Fleisch. Es fehlt die klare Perspektive.

Da die Pestalozzischule in Lingen anerkannt gute Arbeit leistet, wie auch Oberbürgermeister Dieter Krone im Juni 2012 aus Anlass des 60-jährigen Bestehens der Bildungseinrichtung feststellte, konnten Verwaltung und die Mitglieder des Schulausschusses der Verlockung nicht widerstehen, einer Fortführung der Schule zuzustimmen. Doch schon 2022/2023 dürfen Kinder letztmalig in die Schule aufgenommen werden; nach Ende des Schuljahres 2027/2028 soll endgültig Schluss sein. Ist es wirklich motivierend, an einer Schule zu sein, die nur eine Gnadenfrist bekommen hat?

Natürlich mag es Eltern geben, die ihre Kinder aus guten Gründen gerne auf die Pestalozzischule schicken würden. Die Verlässlichkeit politischen Handelns muss aber in diesem Fall dem Elternwillen übergeordnet sein. Trotz aller Probleme ist jetzt Konsequenz bei der Umsetzung der Inklusion gefragt.


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