Zahl der Anflüge gestiegen Luftwaffe erläutert Zwischenfall auf Nordhorn-Range im Januar 2018

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Sie informierten über die Situation auf Nordhorn-Range: (von links) Oberst Marco Meyer, Major Sascha Greuel, Brigadegeneral Andreas Henne und Hauptmann Andre Büchi. Foto: Wilfried RoggendorfSie informierten über die Situation auf Nordhorn-Range: (von links) Oberst Marco Meyer, Major Sascha Greuel, Brigadegeneral Andreas Henne und Hauptmann Andre Büchi. Foto: Wilfried Roggendorf

wrog Nordhorn. Die Bundeswehr hat nach einer Sitzung der Fluglärmkommission für den Luft-Boden-Schießplatz Nordhorn („Nordhorn Range“) über einen Zwischenfall dort am 24. Januar 2018 informiert.

Brigadegeneral Andreas Henne, General Standortaufgaben Berlin und für alle deutschen Übungsplätze zuständig, erklärte, dass es an diesem Tag zu einem „schweren Foul“ durch Piloten der niederländischen Luftwaffe gekommen sei. Major Sascha Greuel vom Luftwaffenamt in Köln erläuterte näher, was passiert war: Die Niederländer seien über Klausheide in unter 600 Meter Höhe mehrfach tiefer in einen Bereich eingeflogen, als dort erlaubt. Insgesamt habe es wegen dieses Vorfalls 31 Beschwerden gegeben. Viele weitere Anrufer seien am Beschwerdetelefon wohl nur deshalb nicht durchgekommen, weil die Technik versagt habe. „Die Weiterleitung auf einen Anrufbeantworter hat nicht funktioniert, während beide Bearbeiter am Telefonieren waren. Dies ist bedauerlich“, erklärte der Major.

In „scharfer Form“ Niederlande um Stellungnahme gebeten

Das Bundesverteidigungsministerium habe bereits fünf Tage nach dem Vorfall die niederländische Botschaft „in scharfer Form“ um eine Stellungnahme gebeten. Eine Antwort stehe jedoch noch aus. Um einen solchen Zwischenfall in Zukunft verhindern zu können, solle der Range Control Officer, der den Flugbetrieb regelt, die Möglichkeit bekommen, den Anflug der Maschinen in Echtzeit elektronisch zu überwachen und somit die genaue Position zu erkennen. Mit der derzeitigen rein visuellen Überwachung sei dies nicht möglich.

Regelwerk war Piloten bekannt

Oberst Marco Meyer vom Luftwaffentruppenkommando in Köln fliegt selber Tornado. Er betonte: „Den Niederländern war das für Nordhorn geltende Regelwerk bekannt.“ Erfolge ein Verstoß, werde dieser geahndet. Oberstleutnant Thomas Schuster vom Bereich Truppenübungsplatzkommandantur Nord ist seit 2010 auch für Nordhorn-Range zuständig. „Seitdem ist es das erste Mal, dass Piloten so eklatant gegen die Regeln verstoßen haben“, versicherte der Stabsoffizier.

Beschwerden haben zugenommen

Insgesamt wurde Nordhorn-Range 2017 an 60 von 98 geplanten und 185 möglichen Flugtagen ausschließlich von Maschinen der Bundesluftwaffe angeflogen. 175 Jets führten dabei insgesamt 1450 Zielanflüge durch. Die Zahl der Zielanflüge ist damit im Vergleich zu 2016 um 180 gestiegen. Eine Spitze habe der Flugbetrieb im September 2017 mit 48 Luftfahrzeugeinsätzen wegen einer Übung erreicht. Zugenommen hat auch die Zahl der Beschwerden. 2016 gab es 58 Beschwerden von 32 Bürgern. 2017 waren es 72 Beschwerden von 42 Bürgern. Allerdings beschwerte sich ein Bürger gleich 14 mal, was 19 Prozent aller Beschwerden 2017 ausmacht. General Henne erklärte, die Bundeswehr empfinde die Beschwerdeanrufe nicht als Anschwärzen, sondern als Hinweis auf einen möglichen Fehler, der gemacht worden sei.


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