Nur für einige Jahre Pestalozzischule in Lingen soll weitergeführt werden

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Die Pestalozzischule in Lingen ist derzeit im Gebäude der früheren Gebrüder-Grimm-Schule untergebracht. Die Förderschule Lernen soll noch einige Jahre bestehen bleiben und zum Schuljahr 2027/2028 auslaufen. Foto: Ludger JungeblutDie Pestalozzischule in Lingen ist derzeit im Gebäude der früheren Gebrüder-Grimm-Schule untergebracht. Die Förderschule Lernen soll noch einige Jahre bestehen bleiben und zum Schuljahr 2027/2028 auslaufen. Foto: Ludger Jungeblut

Lingen. Einstimmig hat sich der Schulausschuss der Stadt Lingen auf Antrag der CDU dafür ausgesprochen, dass die Pestalozzischule in Lingen als Förderschule Lernen für einige Jahre fortgeführt wird.

Das neue niedersächsischen Schulgesetz, das der Landtag am 27. Februar verabschiedete, hat diesen Beschluss möglich gemacht. Diese Förderschulen sollen allerdings nur übergangsweise erhalten bleiben und zum Ende des Schuljahres 2027/2028 auslaufen. Letztmalig dürfen diese Schulen zum Beginn des Schuljahres 2022/2023 Schüler in den fünften Jahrgang aufnehmen. Gegenwärtig werden in der Pestalozzischule, die sich im Gebäude der früheren Gebrüder-Grimm-Schule befindet, nach Angaben der Schulleitung 48 Kinder in den Jahrgängen sechs bis neun unterrichtet.

24 Kollegen arbeiten im Regionalen Förderzentrum

Mit Einführung der Inklusion in das Niedersächsische Schulgesetz zum 1. August 2013 war das Auslaufen der Förderschulen Lernen beschlossen worden. Seitdem hatten die Eltern keine Möglichkeit mehr, ihr Kind auf der Förderschule Lernen einschulen zu lassen. Nach Angaben von Schulleiterin Gerda Arens arbeiten insgesamt 24 Kollegen am Regionalen Förderzentrum, das an der Pestalozzischule angesiedelt ist. Von dort aus werden die Lehrkräfte zu Lingener Schulen entsandt, um sonderpädagogische Leistungen zu erbringen, beziehungsweise Hilfestellung bei der Inklusion zu leisten. Zehn dieser 24 Kollegen sind auch an der Pestalozzischule tätig.

„Es geht nicht darum, die Inklusion zurückzudrehen“

Für die CDU erläuterte Jürgen Herbrüggen kurz den Antrag der CDU. „Es geht nicht darum, die Inklusion zurückzudrehen, sondern um die Wahlmöglichkeit für die Eltern.“ Diese können ihre Kinder entweder an Regelschulen inklusiv unterrichten lassen oder für die fünfte Klasse der Pestalozzischule anzumelden. Nach Auffassung der CDU-Fraktion gibt es Schüler, deren Bedürfnissen man durch die Beschulung in der Förderschule Lernen aufgrund der deutlich kleineren Lerngruppen besser gerecht werden kann. Sein Fraktionskollege Werner Hartke schlug vor, an der Pestalozzischule künftig auch Kinder mit sozial-emotionalem Förderbedarf als „zweitem Standbein“ zu unterrichten.

„Neuregelung mit heißer Nadel gestrickt“

Susanne Janßen (SPD) unterstützte zwar grundsätzlich die Wahlmöglichkeit, vertrat aber die Auffassung, dass die Neuregelung mit heißer Nadel gestrickt sei und noch viele Fragen offen seien. Es fehle noch an einem Konzept, Sabine Stüting (Bürgernahe) zeigte sich skeptisch, ob genügend Sonderpädagogen für die begrenzte Fortführung der Pestalozzischule zur Verfügung stehen. Es sei Sache der Landesschulbehörde und nicht der Stadt, die Personalfrage zu lösen, meinte Fachbereichsleiterin Sandra Sollmann. Sie teilte mit, dass im April Beratungsgespräche für Eltern stattfinden. Nach Einschätzung der Lehrervertreterin Magdalene Voß ist der Markt für Sonderpädagogen derzeit leergefegt.

Schule legt großen Wert auf individuelle Förderung

Rektorin Gerda Arens und ihr Kollege Josef Gravel begrüßten das Votum des Schulausschusses. Unserer Redaktion sagte Arens: „Wenn sich die Eltern dafür entschieden haben, ihre Kinder in der Pestalozzischule unterrichten zu lassen, sind die Kinder herzlich bei uns willkommen.“ Großen Wert lege die Schule auf die individuelle Förderung. „Dafür werden für jeden Schüler Ziele definiert.“


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