6,2 Millionen Euro Investitionen In Lingen sind 2018 nahezu alle Kitaplätze belegt

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Mittagessen wird auch in den Lingener Kitas immer häufiger nachgefragt.Symbolfoto: Waltraud Grubitzsch/dpaMittagessen wird auch in den Lingener Kitas immer häufiger nachgefragt.Symbolfoto: Waltraud Grubitzsch/dpa

Lingen. Die Planbarkeit des Betreuungsbedarfs in den Kitas wird auch in der Stadt Lingen immer schwerer. Bei aktuell bereits nahezu voll ausgelasteten Kitas geht die Stadt von einer weiter steigenden Nachfrage nach Betreuung aus. 2017 bis 2020 werden daher rund 6,2 Millionen Euro investiert.

Gründe sind neben dem ausgeweiteten Elternwillen bei der Einschulung, die künftige Gebührenfreiheit im ersten und zweiten Kitajahr sowie erst kurz vor Beginn des Kitajahres getroffene Entscheidungen zu heilpädagogischem oder Sprachförderbedarf einzelner Kinder. Und dies vor dem Hintergrund des stetig zunehmenden Platzbedarfs für Kinder unter als auch über drei Jahren und bereits aktuell schon nahezu komplett ausgelasteter Kitas.

2151 Kitaplätze

So verfügt die rund 57000 Einwohner zählende Stadt Lingen aktuell über 25 Kindertagesstätten mit 1415 Plätzen für über dreijährige (Ü3) und 746 Plätzen für unter dreijährige Kinder (U3). „Bis auf Einzelplätze sind nahezu alle Einrichtungen derzeit auch voll belegt“, erklärte der in der Stadtverwaltung für diesen Bereich zuständige Horst Flachmann in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Auch die in der vergangenen Woche noch angegebenen freien Plätze im U-3-Bereich seien nur aus statistischen Gründen als frei benannt worden, real seien sie „bis auf wenige Plätze“ alle belegt.

„Förderbedarf ein Dauerthema“

So ist nach Angaben von Flachmann der bei Kindern oft erst kurz vor Beginn des jeweiligen Kitajahres festgestellte Förderbedarf „ein Dauerthema“, da sich dadurch einzelne Gruppengrößen deutlich reduzieren und Plätze recht kurzfristig nicht mehr zur Verfügung stehen. „Wir gehen bei unseren Berechnungen aufgrund unserer Erfahrungen aus den Vorjahren schon von reduzierten durchschnittlichen Gruppengrößen aus“, erklärte der Fachmann. Gingen die tatsächlichen Zahlen aber auch über diese Erfahrungswerte noch hinaus, müsste schnell noch nach weiteren Lösungen gesucht und eventuell Plätze geschaffen werden. Gerade ein festgestellter Förderbedarf bei einem Kind in einem Ortsteil führe laut Flachmann häufiger auch zu einer Einzelmaßnahme: „Wir wollen, dass ein Kind aus einem Ortsteil auch dort im gewohnten Umfeld zur Kita geht und nicht etwas eine Einrichtung in der Stadt besuchen muss.“

Volle Kompensation der Gebührenfreiheit?

Die Kita-Planungen erschwert unter anderem auch die ab dem kommenden Kitajahr 2018/19 geltende Gebührenfreiheit für die ersten beiden Kita-Jahre. Wobei für Lingens Ersten Stadtrat Stefan Altmeppen dabei im Vordergrund steht, dass die Stadt für diese Gebührenbefreiung auch eine entsprechende finanzielle Kompensation vom Land erhält: „Alle Kommunen im Land sollten auch die gleiche Summe erhalten. Die Kommunen im Emsland sollten dabei nicht benachteiligt werden, nur weil sie bisher schon immer im Vergleich geringe Elternbeiträge festgelegt haben.“ Diese Verhandlungen würden derzeit aber niedersachsenweit einheitlich von den Kommunalverbänden mit dem Land geführt.

Flexiblere Einschulung

Auch die neuen Regelungen zur Ausweitung des Elternwillens bei der nun flexibleren Einschulung von zwischen dem 1. Juli und dem 30. September sechs Jahre alt werdenden Kindern könnten in Lingen zu einem Problem werden – Eltern können nun bis zum 1. Mai entscheiden, ob ein Kind in die Schule wechselt oder noch ein Jahr in der Kita bleibt.

Kritik an spätem Stichtag

Vor allem der späte Stichtag bereitet den in Lingen zuständigen Mitarbeitern Sorge. „Ein früherer Stichtag würde unsere Planungen deutlich vereinfachen und alle Eltern hätten auch früher Sicherheit beim gewünschten Krippen- oder Kita-Platz“, betonte Altmeppen. Derzeit werden die Kita-/ Krippenanmeldungen bei der Stadt bearbeitet, nach den Osterferien sei klarer, ob alle Betreuungswünsche auch erfüllt werden können.

Mehr Mittagessen in der Kita

Um den erwarteten weiteren Anstieg der Nachfrage nach Betreuung weiter gerecht werden zu können, werden laut dem Ersten Stadtrat in Lingen von 2017 bis 2020 rund 6,2 Millionen Euro investiert – auch für Umbauten, da gleichzeitig auch die Nachfrage nach Mittagessen in der Kita steigt.


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