Siebenfacher Betrug Amtsgericht Lingen verurteilt Handwerksmeister zu elf Monaten Haft

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Das Amtsgericht in Lingen verurteilte einen selbstständigen Handwerker wegen siebenfachen Betrugs zu einer elfmonatigen Haftstrafe ohne Bewährung. Foto: Manuel GlasfortDas Amtsgericht in Lingen verurteilte einen selbstständigen Handwerker wegen siebenfachen Betrugs zu einer elfmonatigen Haftstrafe ohne Bewährung. Foto: Manuel Glasfort

Lingen Die berufliche Selbstständigkeit hat einen 41-jährigen Mann aus dem südlichen Emsland in den Ruin geführt. Das Schöffengericht des Amtsgerichts Lingen verurteilte ihn wegen siebenfachen Betrugs, davon in sechs Fällen gewerbsmäßig, zu elf Monaten Haft ohne Bewährung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der erheblich einschlägig vorbestrafte Angeklagte räumte voll umfänglich ein, im Dezember 2015 und Januar 2016 wiederholt Heizungs- und Sanitärinstallationsmaterial im Wert von fast 8000 Euro bestellt zu haben, obwohl er bereits im März 2015 eine eidesstattliche Versicherung abgegeben hatte und nicht zahlungsfähig war.

Schlechter Kaufmann

Nachdem der 41-Jährige über viele Jahre als Geselle gearbeitet hatte, hat er 2014 seinen Meister in Haustechnik gemacht und mit vier Angestellten den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Bei guter Auftragslage habe er hohe Außenstände angehäuft, unter anderem auch, weil einer seiner Großkunden nicht bezahlt habe. „Daran bin ich kaputt gegangen“, unterstrich der Angeklagte. Da er noch in der Pflicht von Kunden gestanden habe, die in Vorleistung gegangen waren, habe er die Waren bestellt, aber sie nicht bezahlen können. „Ich habe nur noch versucht, Löcher zu stopfen“, zeigte sich der 41-Jährige, der sich mittlerweile in der Privatinsolvenz befindet, reuig.

Rehabilitationstherapie angestrebt

Derzeit verbüßt der Angeklagte bereits in anderer Sache eine Haftstrafe. In der JVA arbeitet er im haustechnischen Dienst und nimmt dort eigenen Angaben zufolge auch zahlreiche Hilfsangebote in Anspruch. Für die Zeit nach der Haft strebt er eine Rehabilitationstherapie an. Das Thema Selbstständigkeit sei für ihn endgültig abgehakt, versicherte der 41-Jährige abschließend.


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