Am 16. März in Lingen Parov Stelar will sich bei Konzerten überraschen lassen

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Ausgestattet mit neuer Bühnenshow und aufwendiger Lichttechnik kommt Parov Stelar nach Lingen Foto: Jan KohlruschAusgestattet mit neuer Bühnenshow und aufwendiger Lichttechnik kommt Parov Stelar nach Lingen Foto: Jan Kohlrusch

Lingen. Mit seiner Tour „The Burning Spider“ kommt DJ Parov Stelar am 16. März nach Lingen. Vorab erzählt der Österreicher im Interview von musikalischen Anfängen und Erwartungen.

Parov Stelar klingt zunächst etwas polnisch. Woher stammt dieser Künstlername und warum hast du ihn ausgewählt?

Dazu gibt es eigentlich keine richtige Story. Das ist ein Fantasie-Name – so langweilig, wie es ist (schmunzelt). Wie es dazu gekommen ist? Ich habe keine Ahnung mehr. Es ist nun fast 20 Jahre her. Ich kann keine Erklärung mehr dafür abgeben.

Warum hast du dich dafür entschieden als DJ aufzulegen und nicht etwa beispielsweise Pop-Musik zu machen?

Naja… Ich glaube, es war jetzt nicht unbedingt eine Entscheidung in dem Sinne. Es ist einfach ein Prozess, in den man hinein wächst. Ich war im früheren Leben Werbegrafiker und habe damals, als die Rave-Szene groß geworden ist, begonnen dafür Flyer und Poster zu machen. Dadurch hatte ich immer freien Eintritt – und irgendwie fand ich das toll: Da oben steht ein Typ, kriegt Freibier, wird super bezahlt und kriegt die ganzen hübschen Mädels. Da dachte ich: Der Job wäre es doch eigentlich und nicht der Grafiker-Job (lacht). Dann habe ich begonnen, die ersten House- und Techno-Beats zu machen und bin irgendwie in diese Szene herein gerutscht. Pop war da überhaupt kein Thema. Das war uncool zu der Zeit. Cool war eher elektronischer Underground-Sound.

DJs erleben derzeit einen regelrechten Hype. Woran liegt das deiner Meinung nach?

Ich muss sagen, die DJ-Kultur, die ich noch von damals kenne, hat mit dem DJ, den wir jetzt kennen, sehr wenig zu tun. Damals haben eher die technischen Skills gezählt, sprich: Kann derjenige zwei oder drei Platten ineinander mixen und wie lange läuft das Ganze? Die DJs, die wir jetzt kennen, sind eigentlich Produzenten oder teilweise Figuren, für die produziert wird – und die sind dann zu Pop-Stars geworden. Ich glaube, es hängt sehr viel damit zusammen, dass elektronische Musik in den USA lange ein Schattendasein hatte. Plötzlich war EDM da [Hinweis der Redaktion: EDM steht für „Electronic Dance Music“, zu Deutsch „Elektronische Tanzmusik]. Die Kraft der Superhits, die dann von den USA rüber schwappt, hat das Ganze natürlich angeheizt. Man weiß ja auch nie, warum etwas in Mode ist. Wenn man das wüsste, hätte man, wie im Lotto, nur Sechser. Wer weiß schon, was es im nächsten Jahr ist? Jetzt sind es zumindest die DJs.


Worauf freust du dich am meisten, wenn du die Bühne betrittst?

Wenn es gut wieder vorbei ist (lacht). Nein… Natürlich freue ich mich aufs Spielen, aber ich bin schon ein kleiner Kontroll-Freak und möchte, dass erst einmal nichts passiert, weil wir doch sehr viel Technik dabei haben. Das ist der große Unterschied: Ich bin nicht alleine mit einer Gitarre, bei der vielleicht mal die Saite reißen kann. Wir haben Laptops, viele Leitungen und Video-Equipment. Deshalb habe ich meistens ein bisschen Angst. Aber nach der ersten oder zweiten Nummer merke ich dann – wenn das Publikum mitgeht – dass es alles zusammenwächst. Diese Bühnenwelt und Publikumswelt wird dann eins. Das ist der Moment, auf den ich mich immer sehr freue.

Normalerweise frage ich zum Abschluss, was das Lingener Publikum von dir und deiner Show erwarten kann. Aber was wünschst du dir denn von den Lingenern?

Weißt du... Ich habe mir angewöhnt, zu Konzerten zu gehen und versuche nichts zu erwarten. Das ist eigentlich die beste Voraussetzung. Ich möchte mich immer überraschen lassen und denke nicht zu viel darüber nach, ob es allen gefällt oder wie das Publikum sein wird. Die Erfahrung hat gezeigt, dass man so gut fährt. Ich versuche immer die Klassiker und die Sachen, die man kennt, einzubringen. Aber es muss auch mit neuen Songs gemischt werden. Es wird bestimmt eine große Party – und darauf freue ich mich.


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