Seit Januar 2017 zu Eltern protestieren wegen geschlossener Turnhalle in Lingen-Bramsche

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Rund 50 Eltern und ungezählte Kinder haben jetzt vor der seit dem 19. Januar 2017 geschlossenen Turnhalle in Lingen-Bramsche demonstriert. Sie fordern einen möglichst schnellen Neubau. Foto: Wilfried RoggendorfRund 50 Eltern und ungezählte Kinder haben jetzt vor der seit dem 19. Januar 2017 geschlossenen Turnhalle in Lingen-Bramsche demonstriert. Sie fordern einen möglichst schnellen Neubau. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Seit dem 19. Januar 2017 ist die Turnhalle im Lingener Ortsteil Bramsche wegen Einsturzgefahr geschlossen. Nun fordern viele Einwohner des Ortes, endlich mit einem Neubau zu beginnen.

Rund 50 Eltern und ungezählte Grundschul- und Kindergartenkinder haben sich vor der Halle versammelt, in die sie jetzt schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr hinein können. „Unser Maß an Verständnis ist voll“, sagt Volker Hüsing, Elternratsvorsitzender der Grundschule Bramsche. Die Eltern wollten, dass schnell etwas geschehe. „Wir möchten mit unserer Aktion auf Missstände aufmerksam machen und ins Bewusstsein rufen, was Eltern wegen der geschlossenen Halle leisten müssen“, erklärt Hüsing.

Großer Transportaufwand

Um die Jugendfußballer von der C-Jugend bis zu den Minikickern zum Training in über ganz Lingen verteilte Sporthallen zu fahren, würden 34 Autos in der Woche benötigt, schildert Hüsing auch die Probleme der Eltern, die ihre Kinder in der Sportgemeinschaft (SG) Bramsche angemeldet haben. Hinzu würden zwölf weitere Autos für das Training der Basketballer kommen. „Und dann müssen auch noch Kleingruppen wie Tischtennis und Eltern-Kind-Turnen zum Sport in auswärtige Hallen fahren“, erläutert Hüsing den Aufwand.

Mutter-Kind-Turnen rückläufig

Ein Aufwand, der Daniela van Werde langsam nervt: Ihren siebenjährigen Sohn fährt sie jede Woche zum Fußballtraining nach Lingen, die zwei Jahre ältere Tochter zum Basketball. Wegen ihrer beiden anderthalb Jahre alten Zwillingssöhne überlegt van Werde, in den Sportverein Lünne einzutreten. „Wir haben eine Hallenzeit für das Eltern-Kind-Turnen um 14 Uhr in Messingen bekommen“, sagt sie. Eine Zeit, zu der ihre jüngsten Söhne aber Mittagsschlaf halten würden. Jürgen Brüning, Vorsitzender der SG Bramsche, ist das Problem bekannt: „Beim Mutter-Kind-Turnen fehlen uns die Eintritte in den Verein. Das ist ziemlich rückläufig.“

Kürzere Sportstunden

Grundschulleiterin Anika Feldmann erklärt sich mit den Eltern solidarisch. „Zwar kann der Sportunterricht in der Turnhalle Darme stattfinden, wohin die Stadt Lingen die Schüler mit Bussen transportieren lässt. Aber durch die Fahrtzeiten sind die Sportstunden kürzer und es fallen Pausen aus“, beklagt die Lehrerin. Auch Birgit Hennig, Leiterin des Kindergartens St. Gertrudis Bramsche, findet es schade, dass die Turnhalle schon so lange geschlossen ist.

Verständnis für Unmut

Ortsbürgermeister Martin Koopmann (CDU) versteht den Unmut seiner Mitbürger, als aktiver Tischtennisspieler der SG Bramsche ist er auch selbst betroffen. „Ein Förderantrag an das Land wurde am 15. September 2017 eingereicht“, erklärt Koopmann. Bei einem positiven Bescheid könnten für einen Neubau der 50 Jahre alten Bramscher Turnhalle 500.000 Euro fließen. Zunächst habe es geheißen, eine Entscheidung solle bis Anfang 2018 fallen. „Warum das jetzt schon sechs Monate dauert, weiß ich nicht und es stört mich“, betont Koopmann.

Schreinemacher: Fertigstellung „irgendwann 2019“

Auch Lingens Stadtbaurat Lothar Schreinemacher hätte sich gewünscht, dass eine Entscheidung eher gefallen wäre. „Jetzt gehen wir von Anfang April aus“, sagt Schreinemacher. Ob es einen Zuschuss gebe, könne er nicht sagen. Die Stadt habe ihre Hausaufgaben gemacht. „Wir mussten eine komplette Entwurfsplanung mit dem Förderantrag vorlegen“, erläuterte der Stadtbaurat. Aber die Ausführungsplanung weiter voranzutreiben oder gar die Ausschreibungen für einen Neubau zu machen wäre förderungsschädigend gewesen. „Wenn wir die Gelder kriegen, können und müssen wir sofort loslegen“, sagt Schreinemacher.

Unter der Maßgabe, dass die 500.000 Euro kommen, sei der 1,5 Millionen teure Neubau der Turnhalle im Haushaltsplan 2018 der Stadt komplett durchfinanziert. Auf einen Zeitpunkt der Fertigstellung eines möglichen Neubaus möchte Schreinemacher sich nicht festlegen: „Irgendwann 2019“, beantwortet der Stadtbaurat die entsprechende Frage – wenn denn der Zuschuss kommt.


Schließung wegen Einsturzgefahr

Am 16. Januar 2017 wurde in der Turnhalle der Lingener Johannesschule eine Durchbiegung der Dachträger festgestellt. Daraufhin untersuchte die Stadt Lingen alle baugleichen Hallen. Dabei wurde zwei Tage später auch in der Bramscher Halle eine Verformung der Dachkonstruktion entdeckt. Die Halle wurde sofort gesperrt und das Dach mit Stützen gegen einen möglichen Einsturz gesichert. Seitdem kann die Halle nicht mehr genutzt werden. Das Dach der Turnhalle an der Johannesschule stürzte am 19. Januar 2017 ein. Die ebenfalls überprüften Hallen an der Bäumerstraße, in Baccum und in Brögbern zeigten hingegen keinerlei Auffälligkeiten,

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