Live-Musik gleicht Schwächen aus Standing Ovations für Musical Footloose in Lingen

Von Meike Blunk

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Das Broadway- Musical „Footloose“, in der Inszenierung der Seberg-Showproduktion sorgte für ein  begeistertes Publikum im ausverkauften Theater an der Wilhelmshöhe. Foto: Meike BlunkDas Broadway- Musical „Footloose“, in der Inszenierung der Seberg-Showproduktion sorgte für ein begeistertes Publikum im ausverkauften Theater an der Wilhelmshöhe. Foto: Meike Blunk

Lingen. Die Seberg-Showproduktion inszenierte mit 18 jungen Musical-Darstellern und Tänzern sowie einer vierköpfigen Band das legendäre Broadway-Musical „Footloose“, mit dem sie nun auf Tournee sind. In Lingen gastierten sie im ausverkauften Theater an der Wilhelmshöhe und hinterließen, trotz vorhandener Schwächen, ein begeistertes Publikum.

Das Musical basiert auf den gleichnamigen Kult-Tanzfilm aus dem Jahr 1984. Es beschert eine Menge fetziger Musik, die die Band, unter der Leitung von Michael Nündel und Bartholomew Berzonsky, dem Ensemble als voluminösen und Sicherheit spendenden Klangteppich zur Verfügung stellte. Das tat der Produktion insgesamt sehr gut, da die Choreografien (Lorant Koncz und Saba Horvath) teilweise wuselig und eher laienhaft wirkten, so, als seien sie noch nicht ganz fertiggestellt. Ihnen fehlte, speziell in der ersten Hälfte, eine gewisse Struktur und Synchronizität.

Übersteuerter Klang

Darüber hinaus sorgte ein übersteuerter Klang dafür, dass die Texte vielfach nicht zu verstehen waren. Dennoch begeisterte die Inszenierung die Zuschauer. Und das lag zum großen Teil mit an den versierten Musikern (Sebastian Horn am Keyboard, Luca Dechert am Tenor-Saxophon, Emanuel Abanto an der Gitarre und Florian Toma am Bass), die den Darstellern und Tänzern auf souveräne Weise ein wunderbares musikalisches Fundament boten.

Tanzen als Therapie

In der Geschichte geht es um den Jugendlichen Ren, der ein leidenschaftlicher Tänzer ist und mit seiner Mutter von Chicago in die Kleinstadt Bomont gezogen ist. Er leidet unter dem Weggang des Vaters. Das Tanzen verleiht ihm eine Stabilität und ist für ihn zum unentbehrlichen Ausdrucksmittel seines Lebens geworden. Doch in Bomont hat der Pfarrer Shaw, der einer streng protestantischen Bewegung angehört, ein Tanzverbot verhängt. Der Anlass dieses Verbotes ist ein vor fünf Jahren geschehener Autounfall, bei dem vier junge Menschen gestorben sind. Sie befanden sich auf dem Heimweg nach einer Tanzparty. Der Sohn des Pfarrers zählt auch zu den Opfern. Für Shaw ist der Unfall die direkte Folge der vorausgegangenen Party.

Rebellion gegen Tanzverbot

Ren möchte dieses Verbot nicht hinnehmen und insgesamt empfindet er die spartanische Lebensweise der Gemeinde als befremdlich und einengend. Doch er findet auch Verbündete, allen voran in der widerspenstigen Ariel, der Tochter von Shaw und seiner Frau Vi, die stets Verständnis für Ariels rebellisches Verhalten hat. Ferner stellt sich auch der schüchterne Willard hinter Ren. Dieser sorgt mit seiner enthusiastischen Rede im Gemeinderat dafür, dass Shaw erkennt, dass das Verbot keinen Schutz für die Jugendlichen darstellt. Daher löst er das Verbot wieder auf.

Fetzige Songs

Die bekannten und auch fetzigen Songs wie „Holding Out for a Hero“ von Bonnie Tyler oder „Let’s Hear It for the Boy“ von Deniece Williams versetzte das Publikum in eine klatschfreudige Stimmung. Der Titelsong „Footloose“ von Kenny Loggins hatte Einheizcharakter und sorgte in der zweiten Darbietung, beim Finale, für große Begeisterung und Standing Ovations.


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