Konkurrent für Amtsinhaber Dieter Krone Robert Koop überrascht mit OB-Kandidatur in Lingen

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Robert Koop, Fraktionsvorsitzender der Bürgernahen im Lingener Stadtrat, kandidiert um das Amt des Oberbürgermeisters. Foto: BürgernaheRobert Koop, Fraktionsvorsitzender der Bürgernahen im Lingener Stadtrat, kandidiert um das Amt des Oberbürgermeisters. Foto: Bürgernahe

Lingen. Bis kurz vor Ende der Meldefrist hatte es nach einer Wahl mit nur einem Kandidaten ausgesehen, nun kandidiert der lauteste Kritiker des Oberbürgermeisters gegen diesen: Robert Koop tritt am 22. April 2018 bei der OB-Wahl in Lingen gegen Amtsinhaber Dieter Krone an.

Noch am Wochenende wurde in Lingen viel gemutmaßt ob des nahenden Endes der Meldefrist für die OB-Kandidatur. Hinter vorgehaltener Hand wurde etwa am Rande des Festaktes zum 25-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Bielawa im Rathaus spekuliert: Steigt Jens Beeck trotz Bundestagsmandat doch noch für die FDP in den Ring? Und was planen die Bürgernahen? Sowohl die Liberalen als auch die Wählergemeinschaft hatten sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht öffentlich positioniert. Würde etwa der Fraktionsvorsitzende der Bürgernahen, Robert Koop, selbst nach vorne treten zur Kandidatur? Das konnte sich so recht niemand vorstellen.

Einstimmig als Kandidat benannt

Doch Koop überraschte: Das Urgestein im Lingener Stadtrat – diesem gehört der 66-Jährige nun beinahe 42 Jahre lang an, zunächst für die SPD, dann für die Bürgernahen – tritt selbst an. Am späten Sonntagabend meldeten die Bürgernahen, dass sie ihren Fraktionschef einstimmig bereits am vergangenen Donnerstag auf den Kandidatenschild gehoben hatten – an die Öffentlichkeit gelangt war bis zum Sonntagabend davon nichts.

Kandidat im November angekündigt

Offenbar wollen die Bürgernahen mit Koops Kandidatur einen Gegenpol setzen zur einmütigen Unterstützung des parteilosen Amtsinhabers: Bereits Ende November, unmittelbar nachdem Krone seine erneute Bewerbung bekannt gegeben hatte, sprachen sich sowohl die Mehrheitsfraktion von der CDU als auch SPD und Grünen für eine Wiederwahl des Oberbürgermeisters aus. Die FDP behielt sich die Aufstellung eines eigenen Kandidaten vor; die Bürgernahen kündigten an, einen eigenen aufstellen zu wollen.

Vorfreude auf direkte Debatten

Den Hauptgrund dafür hatte Koop im vergangenen Jahr schon benannt: Inhaltlich habe Krone zu wenig bewegt. Am Montag konnte Koop auf Anfrage unserer Redaktion selbst nicht Stellung nehmen zur eigenen Kandidatur: Der Rechtsanwalt war zu Gericht. Zuvor hatte Marc Riße von den Bürgernahen in der Mitteilung zur Kandidatur bereits erklärt: „Demokratie braucht Vielfalt. Die bieten wir mit unserem Kandidaten Robert Koop. Wir versichern dabei einen fairen Wahlkampf.“ Auf die direkten Debatten zwischen den beiden Kandidaten in den nächsten Wochen freue Koop sich jetzt schon, die sei man ja von vielen Ratssitzungen gewohnt, so Riße.

Kein Kandidat von der FDP

Und die zweite Stadtratsfraktion, die sich noch nicht geäußert hatte zur Oberbürgermeisterwahl? Die FDP? „Wir werden keinen eigenen Bewerber benennen“, sagte FDP-Ratsherr Dirk Meyer, gleichzeitig Vorsitzender des FDP-Ortsverbandes Emsland-Süd, am Montagmittag auf Anfrage unserer Redaktion. „Wir werden unseren Mitgliedern auch keine Wahlempfehlung geben“, ergänzte Meyer.

Einladung an beide Kandidaten

Sehr wohl habe man aber bereits Dieter Krone eingeladen, um den FDP-Mitgliedern Rede und Antwort zu stehen in Bezug auf seine erneute Kandidatur. Diese Einladung werde man natürlich nun auch an Koop richten, betonte Meyer und ergänzte: „Dann können unsere Mitglieder selbst entscheiden.“

Weitere Kandidaten neben Krone und Koop sind beim Wahlleiter, dem Ersten Stadtrat Stefan Altmeppen, am Montag nicht eingegangen.


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