„Tag der Archive“ Geschichte der Burgstraße in Lingen aufgezeigt

Von Johannes Franke

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Ludwig Nottbeck beim Tag der Archive im Lingener Stadtmuseum vor dem „Haus Nottbeck“ in der Burgstaße 13. Foto: Johannes FrankeLudwig Nottbeck beim Tag der Archive im Lingener Stadtmuseum vor dem „Haus Nottbeck“ in der Burgstaße 13. Foto: Johannes Franke

Lingen. Die Entwicklung der Burgstraße stand jetzt im Mittelpunkt des Tages der Archive im Lingener Stadtmuseum. Auf Fotos und Tafeln wurden die Baugeschichteder Häuser zwischen Markt und Promenade beleuchtet und ehemalige Bewohner vorgestellt.

„In Zusammenarbeit mit dem Emslandmuseum Lingen entstand die Ausstellung und wurde so aufgebaut, wie die Burgstraße auch heute aussieht“, sagte Stadtarchivar Mirko Crabus im einführenden Vortrag. Zurückliegende Quellen bis ins 17. Jahrhundert seien untersucht worden, um die Ausstellung zu rekonstruieren.

Spaziergang

Jörn Meyers, Museologe im Emslandmuseum, erläuterte den 45 Besuchern seine Power-Point-Darbietung als Spaziergang vom Marktplatz kommend durch die historische Burgstraße. Postkarten, Zeitungsartikel, Bildmaterialien, Melderegister, Bewohnerlisten oder Baubegehungen dienten als klassische Archivquellen und ließen als „Spuren der Vergangenheit“ die Gebäude von Nummer eins bis 28 „lebendig“ werden.

Facettenreich

Wer wohnte wo, welchen sozialen Hintergrund gab es, welche Berufe wurden ausgeübt, waren es Handwerker, Geschäftsleute, was machte das Schwergewicht in der Burgstraße, Lingens Hauptstraße, aus? Jörn Meyers beantwortete sehr facettenreich und anschaulich die unterschiedlichsten Themen anhand von einzelnen Gebäuden. Unter anderem am „Palais Danckelmann“, dem heutigen Amtsgericht, an ehemaligen Hotels, „Haus Wiechmann Nr. 7“, Sitz der alten „Holländisch-Hamburgischen Post“, am „einzigartigen Haus Hellmann Nr. 13 von 1642 mit seinen reichhaltigen Verzierungen und Inschriften“, „Haus Nottbeck Nr. 17 mit unterschiedlichen Baustilepochen, an Gebäuden des norddeutschen Backsteinexpressionismus vom Architekten Hans Lühn, dem ehemaligen Reichsbankgebäude oder der Bonifatiuskirche.

Bauepochen

Während der großen Bauepochen gab es Baustile der Antike, des Klassizismus, Historismus bis zum Jugendstil. Anfang und Mitte des 19. Jahrhunderts wurden umfangreiche Umbau- und Neubaumaßnahmen vorgenommen. Um das historische Erbe zu erhalten, erfolgte bei den jüngeren Restaurierungen ein Umdenken, um der Burgstraße das „alte Gesicht“ wiederzugeben. Meyers verdeutlichte dies am „Torwärterhaus“ Nr. 27, dem Geschäft Dlugay, und an der Sanierung des „Hauses Diepenbrock“ Nr. 23.

Durchgangsverkehr

Problematisch wurde der Durchgangsverkehr, sodass die Burgstraße zur Fußgängerzone umgebaut wurde. Familiengeführte und mittelständische Unternehmen siedelten sich an, die es zum Teil heute noch gibt. Volkskundliche Alltagsgegenstände und Sammlungen wie geschnitzte Holzvitrinen, Porzellan, Stövchen, Kessel oder Löffel aus Silber, Messing und Kupfer stammen aus Schenkungen verschiedener Burgstraßenbewohner und werden im Emslandmuseum ausgestellt.

Ahnenforschung

Der Arbeitskreis Lingener Familienforscher beantwortete am „Tag der Archive“ Fragen zu Verwandtschaftsverhältnissen und zur Herkunft von Familiennamen. In den Geburtsregistern (1874 bis 1905), Heiratsregistern (1874 bis 1935) und Sterberegistern (1874 bis 1985) konnten die Namen recherchiert werden.


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