Grippewelle in Lingen Boni: Patienten über das Einzugsgebiet hinaus werden abgelehnt

Meine Nachrichten

Um das Thema Lingen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die Grippewelle in Deutschland hat ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Symbolfoto: dpaDie Grippewelle in Deutschland hat ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Symbolfoto: dpa

Lingen. Die Grippewelle in Deutschland hat ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Im Bonifatius-Hospital in Lingen werden Anfragen über das Einzugsgebiet hinaus abgelehnt, um die Versorgung der Patienten zu gewährleisten. Und auch andernorts sieht es nicht besser aus.

Hohes Fieber, Husten, Gliederschmerz: Wer die typischen Grippesymptome spürt, ahnt aktuell nichts Gutes. Die Influenzawelle hat ihre vorläufige Spitze in Deutschland erreicht. Allein Anfang Februar steckten sich deutschlandweit rund 35.000 Menschen mit dem Virus an, wie das Robert-Koch-Institut in Berlin mitteilte – und das seien nur die offiziell gemeldeten Fälle. Im Landkreis Emsland sind in diesem Winter bisher mehr Menschen an Influenza erkrankt als zum gleichen Zeitpunkt 2017 und auch 2016. Besonders schlimm betroffen ist der Südkreis. Anfang Februar lagen insgesamt 195 gemeldete Influenza-Infektionen für die Saison 2017 bis 2018 vor. (Weiterlesen: Niedersachsen: Grippewelle nimmt immer mehr Fahrt auf)

Bonifatius Hospital derzeit nahezu voll ausgelastet

Das Bonifatius Hospital in Lingen ist derzeit nahezu voll ausgelastet, heißt es auf Anfrage. Viele Patienten seien in Isolierzimmern unter Beachtung besonderer Hygienemaßnahmen untergebracht, da sie mit ansteckender Influenza oder hochinfektiösen Noroviren aufgenommen wurden. „Dank der neuen, renovierten und erweiterten Stationen 1 bis 4 stehen überdurchschnittlich viele Zimmer zur Einzelnutzung für gerade solche Erkrankungsspitzen zur Verfügung“, sagt Pflegedirektor Ludwig Kerschbaum.

Stationär aufgenommen werden vor allem Risikofälle: ältere Menschen oder Patienten mit Vorerkrankungen, bei denen die Viruserkrankungen besonders gefährlich werden können.

Deutschland niest und hustet. Grafik: dpa

Patienten aus anderem Einzugsgebiet werden abgelehnt

Zwar ist die Versorgung von Notfallpatienten aus dem Einzugsgebiet Lingen und Bereich Emsland im Bonifatius Hospital laut Pflegedirektor Ludwig Kerschbaum bislang nicht eingeschränkt, dennoch werden Anfragen über das Einzugsgebiet hinaus abgelehnt – „um diese Versorgung weiterhin zu gewährleisten“. Laut Kerschbaum nehmen in anderen Landkreisen Kliniken kaum noch hochinfektiöse Patienten auf und fragen in umliegenden Kreisen an. „Nicht akute Behandlungen werden im Bonifatius Hospital teilweise verschoben, um so genug Betten und Zimmer für Notfall- und Isolierpatienten vor zu halten“, betont Ludwig Kerschbaum.

Grippewelle in Osnabrück

Auch den Raum Osnabrück hat die Grippe zur Zeit fest im Griff. Im Osnabrücker Marienhospital verzichten Mitarbeiter auf freie Tage, um bei der Patientenversorgung auszuhelfen. Die Grippewelle führe zu „einer Belastungsspitze auf den Stationen“, gleichzeitig seien viele Mitarbeiter aus den Ärzte- und Pflegeteams ebenfalls krank gemeldet, sagt Michael Schiffbänker, Sprecher des Krankenhausträgers Niels-Stensen-Kliniken. (Weiterlesen: Grippewelle: „Zahl der Patienten ist kaum noch zu bewältigen“)


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN