Kurden erheben Stimme Demo gegen Erdogan erregt Aufsehen in Lingen

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„Biji Kurdistan, biji Efrin“ (zu Deutsch: „lang lebe Kurdistan, lang lebe Afrin“): Dies riefen die Beteiligten des Aktionsbündnisses Rojava bei ihrer Demonstration gegen den türkischen Machthaber Erdogan am Samstagnachmittag in Lingen. Foto: Jessica Lehbrink„Biji Kurdistan, biji Efrin“ (zu Deutsch: „lang lebe Kurdistan, lang lebe Afrin“): Dies riefen die Beteiligten des Aktionsbündnisses Rojava bei ihrer Demonstration gegen den türkischen Machthaber Erdogan am Samstagnachmittag in Lingen. Foto: Jessica Lehbrink

Lingen . „Solidarität mit Rojava – weg mit dem Verbot der PKK“ steht auf dem Banner, welches Demonstranten am Samstagnachmittag in den eisigen Wind halten. Geschätzt 50 Menschen, darunter viele kurdischer Abstammung, machen ihrer Wut gegen den türkischen Machthaber Erdogan Luft.

Ibrahim Hassan, der für die Grünen im Lingener Stadtrat sitzt, wurde im irakischen Teil Süd-Kurdistans geboren. Das, was derzeit unter Erdogan passiere, ist für ihn eine Schande. Laut Hassan streifen die Türken wie Barbaren durch das Land. Sie würden Menschen töten und Frauen versklaven. „Er tötet Zivilisten. Er tötet Kinder – und so etwas nennt man NATO-Partner“, sagt Hassan über Erdogan.

Unter den Demonstranten befinden sich laut Hassan auch einige Menschen, die aus Afrin nach Deutschland geflohen sind. Die türkische Armee greift die Region derzeit an.

Große Beteiligung

Die Demonstration des Aktionsbündnisses Rojava, an der sich unter anderem auch die Antifaschistische Aktion Lingen, die Antirassistische Initiative Nordhorn, die Kurdistan Kulturgemeinschaft und Anhänger der Kurden-Miliz YPG beteiligten, zielte aber nicht nur gegen die türkische Obrigkeit. Auch die deutsche Regierung, so sind sich die Demonstranten einig, unterstützt mit der Lieferung von Waffen das Töten von Menschen in dem Krisengebiet. „Die Bundesregierung schweigt zu diesem Thema – und dieses Schweigen heißt für mich Zustimmung“, meint Hassan.

Inbrünstige Rufe

Die Rufe der Demonstranten durch die Lingener Innenstadt waren laut und voller Inbrunst: „Biji Kurdistan, biji Efrin“ (zu Deutsch: „lang lebe Kurdistan, lang lebe Afrin“), „Erdogan – Kindermörder“ oder „Erdogan – Frauenmörder“. Die Polizei begleitete die Demonstranten vom Bahnhof als Treffpunkt aus, entlang der Lindenstraße, bei einem kurzen Halt am Lookentor und auf dem Marktplatz, wo die Aktion endete.

Dabei tummelten sich, besonders am Haupteingang der Einkaufspassage zahlreiche Schaulustige.

Wie von Herbert Greiten, dem Einsatzleiter der Polizei, erwartet, verlief die Demonstration aber ohne Vorfälle. Noch vor dem Auftakt am Bahnhof hatte er gesagt: „Wir haben ein Kooperationsgespräch mit den Demonstranten geführt und gehen davon aus, dass alles friedlich abläuft.“

Keine Aussicht auf Frieden

Hassans Meinung nach kann es für den derzeitigen Konflikt zwischen der türkischen Regierung und den Kurden nur dann eine Lösung geben, wenn die Türkei die Existenzrechte der Kurden anerkennen würde. Doch daran glaubt er zunächst nicht und erinnert sich an ein Zitat Erdogans: „Im Himmel und in Afrika werden wir Kurdistan zerstören.“ Diese Aussage sei für Hassan Grund genug zur Annahme, dass die Angriffe auf Kurdistan seitens der Türkei nicht nachlassen würden und der Krieg noch größere Ausmaße annehmen werde.


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