Heizstrahler für Obst und Gemüse Im „Zwiebellook“ gegen die Kälte auf dem Lingener Wochenmarkt

Von Nina Hoegen

Meine Nachrichten

Um das Thema Lingen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Lingen. Bei klirrender Kälte den ganzen Vormittag im Freien zu verbringen – das erfordert eine gute Vorbereitung. Auf dem Lingener Wochenmarkt haben sich die Händler am 28. Februar 2018 nicht unterkriegen lassen. Allerdings kamen weniger Kunden und Händler als sonst.

Hinter abgedeckten Gemüsekisten und eingepackt in winterliche Kleidung standen bei bitterkalten Minus zehn Grad zwei Frauen vom Gemüsebau Hörtemöller. „Ich habe beheizbare Socken an“, sagte Silvia Hermeling und lachte. „Es helfen auch mehrere Schichten Klamotten, die kalten Temperaturen auszuhalten. Außerdem haben wir hier einen Teppich liegen, um nicht direkt auf dem kalten Pflaster zu stehen“. „Normalerweise bin ich die Hälfte“, scherzte Doris Sebastian über die vielen Kleidungsschichten, die sie trug.

Das Gemüse auf dem Stand stammt aus eigenem Anbau aus Holthausen-Biene. „Leider ist uns bei dieser Kälte der Brokkoli und Romanesco auf dem Feld kaputt gefroren“, berichtete Hermeling. Damit das Gemüse die Kälte auf dem Wochenmarkt unbeschadet übersteht, war es mit dicken Decken abgedeckt und Teppiche lagen unter den Kisten.

Heizstrahler unter dem Stand

„Wir haben Heizstrahler unter dem Stand, damit uns das Obst und Gemüse nicht einfriert. Erst nachdem der Stand aufgebaut war, haben wir die Ware aus dem beheizten Transporter geholt“, berichtete Josie Schmit vom Obst- und Gemüsestand Kruse. Empfindliches wurde gar nicht erst ausgepackt, sondern blieb in den Kisten. Von hinten und von den Seiten wurde der Stand von Planen geschützt. Um selbst nicht zu frieren, hatte Schmit etliche Schichten Kleidung im Pellverfahren angezogen.

Keine Nüsse, Blumen und Pflanzen

Nüsse, Blumen und Grünpflanzen haben Besucher des Wochenmarktes vergeblich gesucht. Denn diese Produkte sind so kälteempfindlich, dass sich eine Anreise für die Händler nicht lohnte. Am Wärmsten war es bei der Bioland-Gemüsegärtnerei Krüßel. Heizstrahler und Planen rund um den Stand verhinderten, dass die Wärme verflog.

„Unsere Ware schützen wir mit Luftpolsterfolie und für die Bananen gibt es zum Beispiel einen eigenen Heizstrahler. Die vertragen schon Temperaturen von unter zehn Grad plus nicht mehr gut“, sagte Alfred Kosse. Auch der Wagen für die Kartoffeln müsse extra isoliert werden. „Weil diese sonst süß werden“, erklärte er weiter.

Anders als beim Obst und Gemüse war es bei Backwaren Heitkönig. „Wir haben hier Plusgrade, weil wir eine richtige Heizung haben“, freute sich Klemens Heitkönig. Den Backwaren machte die Kälte nichts aus. Sie brauchten keinen besonderen Schutz an dem eiskalten Mittwoch.

Im Kühlschrank ist es wärmer als draußen

„Ich lege das Fleisch in den Kühlschrank, damit es nicht einfriert. Da drin ist es heute ja wärmer als draußen“, berichtete Marion Wendt von Frischgeflügel Kruse und schmunzelte. Sie war am Mittwochmorgen schon um zwei Uhr aufgestanden, um die Waren vorzubereiten. „Das Fleisch friert jetzt ein und ich kann nichts mehr schneiden“, begründete Wendt die frühe Vorbereitung. Die Kühlung für die Theke brauchte sie am Mittwoch natürlich nicht mehr einzuschalten. „Wenn es so kalt ist, dann gefriert bei den Eiern das Eiweiß und sie platzen“, erläuterte Wendt.

Nebenan verkaufte Viktoria Schröder die frischen Eier. Hinter ihr stand noch ein Heizstrahler, der Wärme spendete und auch die Eier vor dem Platzen schützen sollte. Außerdem waren diese noch zusätzlich in Pappe eingepackt. „Trotzdem sind heute schon ungefähr acht kaputt gegangen“, sagte Schröder. Das sei schon mehr, als an wärmeren Tagen. Wie die anderen Verkäufer auch, trug Schröder mehrere Schichten Kleidung: „Ich habe zwei Hosen, drei paar Socken und zwei Pullis an und friere eigentlich nicht“, sagte sie.

Tempo beim Einkaufen

An dem frostigen Markttag kamen weniger Kunden als sonst auf den Marktplatz. Diejenigen, die trotzdem einkauften, huschten schnell von Stand zu Stand, um nicht all zu lange in der Kälte zu sein. Am Samstag ist wieder Wochenmarkt in Lingen. Mit bis zu drei Grad sollen die Temperaturen etwas milder werden. Dann reicht vielleicht auch wieder eine Schicht weniger Kleidung und die Eier kommen ohne Heizstrahler aus.

Mehr aus Lingen lesen Sie in unserem Ortsportal.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN