Beleidigungen im Netz Lingener Gericht schickt 20-Jährige zum Antiaggressionstraining

Von Anne Bremenkamp

Die vermeintliche Geliebte ihres Freundes hat eine 20-Jährige per Sprachnachrichten beleidigt. Das steht für das Amtsgericht Lingen fest, das die junge Frau nun neben weiteren Auflagen zu einem Antiaggressionstraining schickte.Foto: Sebastian Gollnow/dpaDie vermeintliche Geliebte ihres Freundes hat eine 20-Jährige per Sprachnachrichten beleidigt. Das steht für das Amtsgericht Lingen fest, das die junge Frau nun neben weiteren Auflagen zu einem Antiaggressionstraining schickte.Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Lingen  Die vermeintliche Geliebte ihres Freundes hat eine 20-Jährige per Sprachnachrichten beleidigt. Das steht für das Amtsgericht Lingen fest, das die junge Frau nun neben weiteren Auflagen zu einem Antiaggressionstraining schickte. Vom Vorwurf der Körperverletzung wurde die 20-Jährige jedoch freigesprochen.

Wegen Beleidigung und unter Einbeziehung zweier vorangegangener Urteile hat das Jugendschöffengericht des Amtsgerichts die Frau nach zwei Verhandlungstagen zu einer Einheitsjugendstrafe von acht Monaten auf Bewährung und damit verbundenen Auflagen verurteilt. Vom Vorwurf der zweifachen Körperverletzung sprach das Gericht die vorbestrafte Angeklagte hingegen frei. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Angeklagte bestreitet Schläge

Keine Klarheit hatten die widersprüchlichen Zeugenaussagen innerhalb der Beweisaufnahme bezüglich der beiden angeklagten Körperverletzungsdelikte gebracht, denen zufolge die junge Frau im Mai 2017 in Lingen eine Mutter und deren Tochter aus Eifersucht geschlagen haben soll. Diese ihr zur Last gelegten Tatvorwürfe hatte die Angeklagte bestritten, sie wurden ihr letztlich auch nicht mit der für eine Verurteilung erforderlichen Sicherheit nachgewiesen.

Auf einer zweifelsfreien Beweislage hingegen beruhte der Schuldspruch wegen der Beleidigung. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die 20-Jährige, ebenfalls im Mai 2017 und damit unter laufender Bewährung, eine vermeintlich Geliebte ihres damaligen Freundes per Sprachnachrichten über Facebook übel beschimpft hatte. Die Geschädigte hatte daraufhin Strafanzeige erstattet.

Sozialer Trainingskurs

Zu dem Beleidigungsvorwurf hatte die Angeklagte keine Angaben gemacht, der Vorsitzende Richter bezeichnete die nachgewiesenen Diffamierungen im Netz als „widerlich und unterste Schublade“.

Eine gute Kooperation, eine derzeit positive Entwicklung und ein zuverlässiges Ableisten der bisher ausgesprochenen Bewährungsauflagen bescheinigte die Bewährungshelferin der 20-Jährigen. Sie empfahl dem Gericht aber dennoch, dass die junge Frau an ihrem neuen Wohnort einen sozialen Trainingskurs absolvieren solle, um ihre emotionalen Ausbrüche und impulsiven Ausraster in den Griff zu bekommen.

Das Jugendschöffengericht folgte dieser Empfehlung und legte der Angeklagten auf, im Rahmen der zweijährigen Bewährungszeit nach Weisung der Bewährungshilfe 100 Stunden gemeinnützige Dienste abzuleisten und an einem Antiaggressionstraining teilzunehmen.