Position neu zugeschnitten Marcel Völz jetzt KAB-Bezirkssekretär in Lingen

Von Christiane Adam

Möchten die Arbeit der KAB vor Ort stärken: v.l. Diözesanpräses Christian Eilers, Sekretär Frederick Heidenreich, Sekretär Marcel Völz sowie die Bezirksvorsitzenden Karl-Heinz Erlenkamp und Claudia Burrichter. Foto: Christiane AdamMöchten die Arbeit der KAB vor Ort stärken: v.l. Diözesanpräses Christian Eilers, Sekretär Frederick Heidenreich, Sekretär Marcel Völz sowie die Bezirksvorsitzenden Karl-Heinz Erlenkamp und Claudia Burrichter. Foto: Christiane Adam

Lingen. Marcel Völz ist neuer Bezirkssekretär der katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) des Bezirks Emsland/Grafschaft Bentheim und zugleich Betriebsseelsorger. Er folgt auf Paul Kater, der nach sieben Jahren als Bezirkssekretär jetzt in den Ruhestand gegangen ist.

Zu den Aufgaben des 38-jährige Völz zählen der Ausbau bisheriger und der Aufbau neuer Schwerpunkte. Unterstützung erhält er durch Sonja Hinken auf einer ebenfalls neu geschaffenen Assistenzstelle im Büro. „Wir wollen die KAB-Tradition in die neue Zeit bringen“, fasst es Claudia Burrichter, ehrenamtliche Bezirksvorsitzende und Mitglied der Diözesanleitung zusammen.

Sekretär und Betriebsseelsorger

Völz‘ Aufgabenbereich ist jeweils zur Hälfte auf die Aufgaben des KAB-Sekretärs und eines Betriebsseelsorgers aufgeteilt. Mit Letzterem betritt der studierte Theologe Neuland, zumindest im Bistum Osnabrück. Was es in anderen Bistümern in Deutschland bereits gebe, wolle man nun hier nach und nach aufbauen. „Die Aufgabe als Betriebsseelsorger ist zunächst auf das Gebiet des Emslands beschränkt und auf fünf Jahre projektiert“, erklärt KAB-Diözesanpräses Christian Eilers. „Meine Ansatzpunkte werden die Betriebs- und Personalräte sein. Wir wollen ihnen zeigen: Ihr seid nicht allein. Es kann aber auch konkret darum gehen, einem trauernden Arbeitnehmer ein Gespräch anzubieten“, beschreibt Völz seine neue Aufgabe. „Wenn strukturelle Probleme im Betrieb aufkommen, haben wir als KAB ein offenes Ohr ohne eigene Interessen“, ergänzt Frederick Heidenreich, seit zwei Jahren KAB-Sekretär in Osnabrück.

Vollbeschäftigung?

Mit der zweiten Hälfte will sich der aus Greven stammende KAB-Sekretär schwerpunktmäßig für den Sonntagsschutz, für ein Familien- beziehungsweise Kindergrundeinkommen und gegen den Missbrauch von Werks- und Leiharbeit einsetzen. „Der Landkreis Emsland spricht von Vollbeschäftigung. Aber fast 40 Prozent der Arbeitnehmer stocken auf. Das sehe ich nicht als Vollbeschäftigung. Hier möchten wir zur Seite stehen“, unterstreicht Völz.

Sprechstunde

Ausgeweitet werden soll außerdem die Rechtsberatung. Claudia Burrichter, Paul Kater und der ehrenamtlich tätige Bezirksvorsitzende Karl-Heinz Erlenkamp werden ab dem 6. März alle 14 Tage dienstags zwischen 17 und 18.30 Uhr eine offene Sprechstunde abhalten. In dieser Zeit oder nach Absprache sind kostenfreie Erstberatung im Arbeits- und Sozialrecht möglich. Die Erstberatung sei für alle offen; weitergehende Beratung dürfe – gesetzlich festgelegt – nur Mitgliedern gewährt werden. Erlenkamp und Burrichter möchten ihre Erfahrungen aus Betriebs- beziehungsweise Personalrat einbringen. „Für KAB-Mitglieder ist die juristische Unterstützung im Arbeitsrecht bis zur ersten gerichtlichen Instanz, im Sozialrecht durch alle Instanzen kostenfrei“, unterstreichen sie.

Stärkung der Ortsvereine

Marcel Völz hat zuletzt für das Bistum Hildesheim gearbeitet. Mit der Tätigkeit im KAB-Büro in der Biener Straße 61 übernimmt der neue Sekretär die Betreuung von rund 1200 Mitgliedern in der Grafschaft Bentheim und dem Landkreis Emsland. „Was den Zuwachs an Mitgliedern betrifft, so ergeht es uns nicht anders als anderen Verbänden und Vereinen auch. Deshalb ist uns die Stärkung der Ortsvereine auch wichtig. Wenn wir nicht mehr vor Ort bei den Menschen sind und das Wissen umeinander wegfällt, verlieren wir als Christen“, weiß Eilers, der als Diakon zur Pfarreiengemeinschaft St. Marien Biene / Maria Königin gehört. „Deshalb ist uns so wichtig, dass Marcel Völz hier vor Ort und nicht in Osnabrück ist“, ergänzt Burrichter.