Sechs Streetscooter im Einsatz Post wird in Spelle mit Elektroautos ausgeliefert

Von Nina Hoegen


nvh Spelle. Noch ist es etwas Besonderes, wenn Elektroautos im Straßenverkehr zu sehen sind. Die Deutsche Post verteilt jetzt in Spelle mit sechs Elektrofahrzeugen Pakete und Briefe.

Von den sogenannten Streetscootern sind nicht nur die Postzusteller begeistert. Großes Interesse besteht auch bei Kunden, sodass die Elektroautos mittlerweile sogar an Dritte verkauft werden. Derzeit liefert die Post mit mehr als 5000 Streetscootern in Deutschland Briefe und Pakete aus. Davon sind 170 Fahrzeuge für die Postleitzahlenbereiche 48 und 49 im Einsatz. „Die Deutsche Post hat sich ein ehrgeiziges Umweltziel gesetzt: Bis 2025 wollen wir 70 Prozent weniger CO² ausstoßen als noch im Jahr 2007“, sagte Rainer Ernzer, Pressesprecher der Deutschen Post. „Dieses Ziel können wir nur mit Elektroautos erreichen, weil Dieselmotoren für ständiges Anfahren und Anhalten eher weniger geeignet sind.“ In Spelle wird die Post in der Verbundzustellung, also Briefe und Pakete von einem Zusteller, ausgeliefert. Dies sei ökonomisch und ökologisch am sinnvollsten, könne aber noch nicht überall, wie beispielsweise in größeren Städten, umgesetzt werden, erklärte Ernzer.

„Ich gebe den Street Scooter nicht mehr her“

„Ich gebe den Street Scooter nicht mehr her“, sagte Guido Winnemöller, Teamleiter in Spelle. Winnemöller liefert selbst mit dem Elektrofahrzeug Post aus und ist von dem Fahrzeug begeistert. Fast täglich werde er darauf angesprochen und die Leute würden sich am liebsten selbst einmal hinter das Steuer setzen wollen. Die Zufriedenheit mit dem Elektroauto liegt auch daran, dass die Zusteller mit in den Entwicklungsprozess einbezogen wurden. So haben die Autos beispielsweise keine äußere Sitzwange mehr, um das häufige Ein- und Aussteigen zu erleichtern und eine ergonomische sowie größere Ladefläche. Dadurch werden die Zusteller entlastet, denn Pakete können bis zu 31,5 Kilogramm schwer sein. „Man wird jetzt schneller fertig, weil man nicht mehr so häufig nachladen muss“; sagte Winnemöller. Außerdem sind einzelne Teile leichter austauschbar, weshalb das Auto einfach zu warten und reparieren sei. Deshalb wolle die Post die Autos bis zum Schluss fahren und das Fahren dadurch nachhaltiger machen.

Geräuschloses Fahren

„Jeder Zusteller bekommt vor der ersten Fahrt mit einem Streetscooter eine Theorie- und Praxiseinweisung“, erklärte Pascal Sommer, Zustellstützpunktleiter in Rheine. Denn dadurch, dass die Fahrzeuge nahezu geräuschlos sind, müsse das Fahrverhalten dementsprechend angepasst werden. Nach Feierabend werden die Akkus der Autos wieder aufgeladen und die Zusteller sparen sich den Weg zur Tankstelle.

Zweites Werk in Düren

Das Interesse an dem Elektroauto der Deutschen Post ist nicht nur in Spelle groß, sondern bundesweit. Mittlerweile vertreibe die Deutsche Post die Fahrzeuge an Dritte, obwohl der eigene Bedarf noch nicht komplett gedeckt sei, erklärte Ernzer.


Streetscooter war ein Aachener Start-Up Unternehmen, das im Umfeld der RWTH Aachen gegründet wurde. Die Gründer hatten die Idee, Elektromobilität wirtschaftlich attraktiv zu gestalten. 2011 entwickelte das junge Unternehmen das erste Elektroauto, das auf die Bedürfnisse der Postzusteller zugeschnitten war. Zwei Jahre später waren die ersten Elektroautos im Einsatz. Die Deutsche Post DHL hat die Firma Streetscooter 2014 übernommen, um die Elektromobilität weiter auszubauen. Neben einer bestehenden Fabrik in Aachen, soll nun noch ein zweites Werk in Düren entstehen.