„13 – Das Leben ist nicht immer leicht“ Großer Applaus für Premiere der Spielbühne Lingen

Von Elisabeth Tondera

Adrian (rechts) und seine beiden Brüder lenken sich gerne mit Spielen ab.Foto: Elisabeth TonderaAdrian (rechts) und seine beiden Brüder lenken sich gerne mit Spielen ab.Foto: Elisabeth Tondera

to Lingen. Pubertät - eine Lebensphase, in der die Gefühle Achterbahn fahren, der Körper einem nicht mehr zu gehören scheint, Eltern und Lehrer schwierig werden und das Leben plötzlich ziemlich kompliziert ist. Mit dieser Situation setzt sich die neue Produktion der Spielbühne Lingen „13 – Das Leben ist nicht immer leicht“ auseinander, die im Theater Premiere feierte.

Erzählt wird ein Jahr im Leben von Adrian Müller. Er ist 13, findet sich und sein Leben ganz in Ordnung, doch dann entdeckt er den Pickel im Gesicht, sein bester Freund Pascal hat zu Weihnachten ein Superfahrrad bekommen, während Adrian sich mit einem Radiowecker begnügen muss. Außerdem spannt Pascal ihm Dorothee aus, die Neue in der Klasse, in die Adrian sich sofort unsterblich verliebt. Der alte Bert Bauer, um den Adrian sich im Rahmen eines Schulprojektes kümmern soll, missbraucht ihn als billige Haushaltshilfe, seine kleinen Brüder nerven, und die Eltern trennen sich. Doch im Laufe des Jahres lernt Adrian, Schwierigkeiten zu meistern, Dorothee wird doch noch seine Freundin, Herr Bauer erweist sich als echter Tröster und Helfer in der Not, und auch die Eltern vertragen sich wieder.

Ideenreich inszeniert

„13 – Das Leben ist nicht immer leicht“ zeigt die Lebenswirklichkeit junger Menschen in der schwierigen Entwicklungsphase, es nimmt ihre Probleme ernst, lässt aber viel Raum für Komik. Patricia Ens hat das Stück durch den Einsatz verschiedener szenischer und dramaturgischer Mittel abwechslungs- und ideenreich inszeniert. Licht, Geräusche und Musik, Maskenspiel, Sprache und Bewegung, Pantomime, Ernst und Komik gehen eine wirkungsvolle Verbindung ein. Geschickte Bühnenlösung (Bühnenbild: Ulla Graeser) ermöglicht das Spiel auf mehreren Ebenen ohne Umbau. So dient die Küche der Familie Müller auch als die Wohnung von Bert Bauer, teilweise spielt sich die Handlung gleichzeitig in der Küche und in Adrians Zimmer ab. Die Geschichte entwickelt sich in vielen kurzen, rasch aufeinanderfolgenden Szenen, die Adrian als Erzähler miteinander verbindet.

Überzeugende Darstellung

Bestechend das Spiel der zehn jugendlichen und erwachsenen Darstellerinnen und Darsteller. Simon Kösters bewältigt bravourös die Herausforderung, als Adrian stets auf der Bühne präsent zu sein, Hendrik Beel überzeugt in der Rolle Pascals und Auguste Mainka als Dorothee. In den Rollen der „kleinen“ frechen Brüder Adrians Kasper und Benjamin glänzen Tom Laschet und Theo Sommer. Stephanie Wessing-Lambers spielt glaubwürdig die überforderte Mutter Pauline und Berthold Kösters ihren ebenso überforderten Ehemann. Sehr authentisch wirkt Lukas Kampel als der jugendliche Erpresser Berry, ebenso wie Norbert Klutzeweit in der Rolle des alten Bert Bauer und Jürgen Pott als sein Freund Ernst.

„13 – Das Leben ist nicht immer leicht“ ist ein großartiges Theatererlebnis, das die Premierenzuschauer mit kräftigem Applaus würdigten.