Thema im Rat Viele Bürger engagieren sich in der „Faitrade-Stadt“ Lingen

Von Thomas Pertz

Das „Lingener Duo“, fair gehandelter Kaffee und Schokolade, gibt es im Weltladen und der Tourist-Info. Foto: Stadt LingenDas „Lingener Duo“, fair gehandelter Kaffee und Schokolade, gibt es im Weltladen und der Tourist-Info. Foto: Stadt Lingen

Lingen. Seit drei Jahren ist Lingen „Faitrade-Stadt“ und wirbt anhand von praktischen Beispielen für fair gehandelte und nachhaltige Produkte. Was im Einzelnen bereits alles auf den Weg gebracht worden ist, wurde in der Sitzung des Lingener Stadtrates deutlich.

Die Stadt Lingen ist Teil der weltweiten „Faitrade-Towns-Kampagne“ in mittlerweile 26 Ländern. In Deutschland gibt es rund 500 Fairtrade-Städte, eine davon ist Lingen. Damit verbunden sind eine Reihe von Verpflichtungen. Dabei geht es insbesondere um die Verwendung fair gehandelter Produkte, ob bei öffentlichen Sitzungen der Kommune oder der Steuerungsgruppe, um die Präsentation solcher Produkte im Sortiment von Einzelhandel und Gastronomiebetrieben und das Weitertragen des Fairtrade-Gedankens in öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen.

Oberbürgermeister Dieter Krone sprach allen Akteuren seinen Dank für das bisher geleistete Engagement aus. Dies gelte insbesondere für die Mitglieder der über 20-köpfigen Steuerungsgruppe, die alle Aktivitäten rund um Fairtrade in der Stadt koordiniert. Sprecherin ist Uta van Roje, Vorsitzende vom Weltladen in Lingen, ihr Stellvertreter ist Daniel Wintering.

Der Bäckermeister, der den Fairtrade-Gedanken seit vielen Jahren unterstützt, dankte der Stadt Lingen, namentlich neben dem Oberbürgermeister auch Rebekka Gaebel in der Verwaltung, für die große Unterstützung durch die Kommune. Er verwies auf eine Reihe von Veranstaltungen wie das „Faire Frühstück“. Dreimal wurde es bereits durchgeführt, insgesamt 400 Gäste nahmen daran teil. Die vierte Ausgabe findet am 1. September im Foyer des Theaters.

Auch Süsses ist fair gehandelt

Welche Kreise das Thema Fairtrade in Lingen bereits gezogen hat, machte Petra Niewiera deutlich. Die Leiterin der Berufsbildenden Schulen in Lingen, Agrar und Soziales, verwies auf den ersten „Fair-O-Mat“ in Nordwestdeutschland, der 2015 in der Caféteria der Schule aufgestellt worden ist. Der Automat, der mechanisch funktioniert und keinen Strom verbraucht, ist mit fair gehandelten Süßigkeiten bestückt. Nachhaltige und faire Produktionswege sind immer wieder auch Themen in der Friedensschule, Gesamt- und Marienschule, die die Fairtrade-Kampagne ebenfalls unterstützen.

Über die bistumsweite Aktion der „Fairen Gemeinde“ berichtete Andreas Hueske von der St. Bonifatius-Kirchengemeinde. Das Bistum engagiert sich hier seit 2012. Vor Kurzem ist die Kirchengemeinde Sankt Benedikt in Lengerich als 100. „Faire Gemeinde“ im Bistum Osnabrück ausgezeichnet. Bischof Franz-Josef Bode übergab die Auszeichnung während einer Eucharistiefeier bei einem Treffen der „fairen Gemeinden“. Die Lengericher Kirchengemeinde hatte sich unter anderem verpflichtet, Veranstaltungen zum fairen Handel durchzuführen, Einweggeschirr und Einwegfalschen zu vermeiden und Energiesparmaßnahmen umzusetzen.

Ein „großes Lob“ sprach die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Edeltraut Graeßner allen Beteiligten in Lingen aus. Ähnlich äußerte sich auch Michael Fuest. „Machen Sie weiter so“, betonte der Fraktionsvorsitzende der Grünen.

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