Regionalwettbewerb Viele kreative Projekte bei „Jugend forscht“ in Lingen

Von Nina Hoegen


nvh Lingen. Schüler aus dem Landkreis Emsland, der Graftschaft Bentheim und aus der Stadt Osnabrück haben bei „Jugend forscht“ verschiedene Projekte präsentiert. Am 22. und 23. Februar 2018 stellten die Schüler ihre Ideen in den Berufsbildenden Schulen in Lingen vor.

Die verschiedenen Projekte der Schülerinnen und Schüler wurden im Rahmen der Veranstaltung von einer Jury begutachtet und bewertet. Johanna Bruns, Carolin Schleper und Kim Feldhaus nahmen das dritte Mal an dem Wettbewerb teil. Bei ihrem Projekt „Klarer Durchblick bei Regen 3.0“ präsentierten sie eine neue Idee für ihren „Brillen-Scheibenwischer“. Vor zwei Jahren waren die Scheibenwischer handbetrieben und letztes Jahr elektrisch. Dieses Jahr hatten die Schülerinnen des Kreisgymnasiums St. Ursula Haselünne ihren „Brillen-Scheibenwischer“ mit einem 3D-Drucker hergestellt und mit Royouth, einer Initiative für Jugendliche der Lingener Firma Rosen, zusammen gearbeitet.

„Perfect Hair“ mit Naturprodukten

Vom perfekten Haar träumen viele Mädchen. „Perfect Hair“ war das Projekt von Charlotte Egbers, Nora Jeftenic und Franziska Leigers, ebenfalls vom Kreisgymnasium Haselünne. Sie stellten Haarpflegeprodukte selbst her, die günstiger, besser und gesünder als konventionelle Produkte seien. Bei ihrer zweiten Teilnahme an dem Wettbewerb hatten sie sich als Ziel gesetzt, ihre Produkte vor allem haltbarer zu machen. Außerdem entwickelten sie zwei neue Produkte und einen Duft. „Auch unsere Mitschüler fragen nach unseren Rezepten“, berichtete Nora. An dem Perfect-Hair-Stand präsentierten die Drei Produkte wie Shampoo, Haarspray oder Trockenshampoo und verteilten kleine Rezeptkarten.

Erstmalige Teilnahme

„Kleben mithilfe der Natur“ hieß das Projekt von Anis Hadzic, Gerrit Jansen und Kilian Schöttmer. Die drei Zwölfjährigen vom Lingener Franziskusgymnasium nahmen erstmalig an dem Wettbewerb teil und starteten in der Sparte „Schüler experimentieren“. Sie hatten einen Naturkleber sowie einen Dextrinkleber hergestellt, die für die Umwelt besser als herkömmliche Kleber geeignet seien. „Im Mehl ist Gluten, deshalb klebt der Naturkleber sehr gut“, erklärte Gerrit. Die Drei zogen das Fazit, dass Naturleim besser klebe, als die Dextrinalternative.

Drei Mädels und ihr Nagellack

Einem ganz anderen Thema widmeten sich Annika Bauch, Nele Egbers und Maja Herbers vom Franziskusgymnasium: „Mit buntem Gemüse zum Nagellack – Geht das?“. Nachdem die Schülerinnen letztes Jahr Nagellack aus Gewürzen herstellten, versuchten sie dieses Jahr, die Farbe aus Möhren, Spinat und Roter Bete zu erzeugen. Dazu bestellten sie biologischen klaren Nagellack und filtrierten das Gemüse, um die Farbe mit dem Lack zu mischen. Die drei Mädchen hatten ihre Nägel mit dem selbst hergestellten Nagellack lackiert. „Allerdings haben wir noch keine umweltfreundliche Lösung für den Nagellackentferner gefunden“, sagte die zwölfjährige Maja.

Qualifiziert für Landeswettbewerb

Zwei Schüler des Gymnasiums Marianum in Meppen forschten im Bereich Nanotechnologie und präsentierten das Projekt „Kohlenstoff auf Saturnmonden“. Der elfjährige Isaak Wellmer und sein ein Jahr älterer Mitschüler Fynn Rölleke untersuchten Ergebnisse der Nasa. Ihr Projekt drehte sich rund um den Titan, dem erdähnlichsten Himmelskörper im Sonnensystem. Auf dem Titan, dem größten Mond des Saturns, sei eine rätselhafte schwarze Schicht. Isaak und Fynn machten Experimente und forschten, um was genau es sich dabei handeln könnte. „Wenn ich erwachsen bin, will ich auf jeden Fall hinfliegen, um festzustellen, woraus die dunklen Flecken auf dem Titan wirklich sind. Vorausgesetzt der Flug dauert keine zehn Jahre mehr“, sagte Fynn. Mit ihrem Projekt überzeugten Isaak und Fynn die Jury, belegten einen ersten Platz und qualifizierten sich für den Landeswettbewerb in Oldenburg.

Landkreis Emsland als Partner

Der Landkreis Emsland ist Wettbewerbspartner und sorgte dafür, dass „Jugend forscht“ in Lingen stattfand. Der Landkreis bot den Schülern ein Rundum-sorglos-Paket mit Verpflegung, Übernachtung und Abendprogramm wie Bowling. „Es geht nicht nur ums Forschen, sondern es soll auch ein Erlebnis für die Schüler sein“, sagte Rene Werner vom Landkreis.

Der Wettbewerb „Jugend forscht“

„Jugend forscht“ ist ein bundesweiter Nachwuchswettbewerb, der besondere Leistungen in Naturwissenschaften, Mathematik und Technik fördert. Seit dem Beginn 1965 wachsen die Teilnehmerzahlen. 2018 beteiligten sich 12069 junge Menschen. „Spring!“ lautet das Motto des 53. Wettbewerbs, der auf der Regionalebene beginnt. „Jugend forscht“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Zeitschrift „Stern“, der Industrie, Schule und weiteren „Paten“ unterstützt. Dazu gehört seit 43 Jahren auch der Landkreis Emsland. Teilnehmer unter 15 Jahren starten in der Sparte „Schüler experimentieren“, die Älteren bei „Jugend forscht“ in den Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik oder Technik. Die Sieger nehmen dann an den Landeswettbewerben in Clausthal-Zellerfeld (Jugend forscht, 12. bis 14. März) oder Oldenburg (Schüler experimentieren, 5. bis 7.April) teil. Die Landessieger von „Jugend forscht“ treffen sich dann vom 24. bis 27. Mai beim Bundeswettbewerb in Darmstadt.


Sieger des Regionalwettbewerbs

(Sieger und Platzierte von Schulen aus dem Emsland; die mit einem 1. Preis Ausgezeichneten sind für den Landeswettbewerb qualifiziert.)

Jugend forscht

Arbeitswelt:

1. Preis und Sonderpreis für Innovation: Matthias Hamacher (Kreisgymnasium St. Ursula Haselünne), Elternsprechtag Online-Anmeldung.

Biologie:

1. Preis und Preis der regionalen Wirtschaft: Alexander Basenius und Njiku Melchior Wellmer (Gymnasium Marianum Meppen), Wirkungsmechanismen von effektiven Mikroorganismen bei Nutzpflanzen.

Chemie:

1. Preis: Sacharja Thairo Wellmer, Sebastian Berentzen und Christoph Thale (Gymnasium Marianum Meppen), Wasserstoffperoxid als Energieträger der Zukunft.

Geo- und Raumwissenschaften:

3. Preis: Sebastian Peschel (Franziskusgymnasium Lingen) Möglichkeiten einer nachhaltigen Bodenbearbeitung in der Landwirtschaft in Deutschland.

Mathematik/Informatik:

3. Preis: Puya Yazdan Shenas, Clara Maria Waltraud Thomalla und Luca Hendrik Revermann (Franziskusgymnasium Lingen), Mehr als Propaganda – die erstaunliche Aussagekraft von Wahlplakaten.

Physik:

2. Preis: Jannis Dust (Franziskusgymnasium Lingen), Direkte und indirekte Energiegewinnung durch Verwendung des Seebeck Effekts.

2. Preis: Rahel Bocklage (Franziskusgymnasium Lingen), Wie trinken Hunde und Katzen? Ein Vergleich.

Technik:

1. Preis: Tim-Lorenz Depping und Lilian Jasmina Rieke (Gymnasium Papenburg), MSHealth — Entwicklung einer Smartphone-App zur Therapiebegleitung von Multiple-Sklerose-Patienten.

2. Preis und Sonderpreis erneuerbare Energien: Marius Krämer und Daniel Schade (Franziskusgymnasium Lingen), Untersuchungen an neuartigen Wasserkraftwerken.

3. Preis: Lukas Fabrizio Klassen (Franziskusgymnasium Lingen), Saubere Sache Solarenergie?.

Schüler experimentieren

Biologie:

2. Preis: Harriet Blockhaus, Ariana Jochim und Hanna Hardt (Franziskusgymnasium Lingen), Das perfekte Katzenspielzeug.

Chemie:

1. Preis: Isaak Dinguri Wellmer und Fynn Rölleke (Gymnasium Marianum Meppen), Untersuchung von Kohlenstoffverbindungen auf Saturnmonden.

2. Preis: Josefine Keuter, Marie Tengen und Marie-Sophie Dworschak (Windthorst-Gymnasium Meppen), Kohlenstoffdioxidmessung im Klassenraum.

3. Preis: Neele Winter, Josefine Tieke und Hannah Thale (Franziskusgymnasium Lingen), Bioduschgel: Top oder Flop?.